Deutscher Arbeitsmarkt Langzeitarbeitslose finden nur selten einen neuen Job

Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Menschen aus der Langzeitarbeitslosen-Statistik gestrichen - doch einem Medienbericht zufolge hatten bloß 13 Prozent von ihnen tatsächlich einen neuen Job.

Logo der Bundesagentur für Arbeit
DPA

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Im Mai ist die Anzahl der Menschen, die in Deutschland keinen Job haben, erneut gesunken. Schlechter sieht es allerdings für diejenigen aus, die per Definition als langzeitarbeitslos gelten, die also ein Jahr und länger auf der Suche nach einer Beschäftigung sind: Sie finden trotz guter Konjunktur auch weiterhin nur selten eine neue Beschäftigung.

Lediglich 13 Prozent der Langzeitarbeitslosen, die im vergangenen Jahr ihre Arbeitslosigkeit beendeten, bekamen tatsächlich eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe und berufen sich dabei auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Der überwiegende Teil sei aus der Statistik gestrichen worden.

Dem Bericht zufolge wechselten im vergangenen Jahr 54 Prozent jener Langzeitarbeitslosen, die nicht mehr als arbeitslos erfasst wurden, offiziell in die Nichterwerbstätigkeit: 36 Prozent wurden als erwerbsunfähig eingestuft, elf Prozent wurden wegen fehlender Verfügbarkeit oder Mitwirkung gestrichen, hinzu kamen Sonderregelungen, etwa zum Vorruhestand.

Den Angaben der Bundesagentur zufolge verharrt die Langzeitarbeitslosigkeit seit Jahren trotz des Aufschwungs auf hohem Niveau: Seit 2011 habe sie nur um 2,7 Prozent abgenommen. Sie liege bei 1,04 Millionen. Diese Zahlen belegten "die Erfolglosigkeit und Untätigkeit der Bundesregierung", sagte die Vizefraktionschefin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann. Sie hatte die entsprechende Anfrage an die Bundesagentur gestellt.

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aar/dpa/AFP

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