Altersvorsorge Schäuble verteidigt Änderungen bei Lebensversicherungen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen Kritik an der Reform der Lebensversicherung. Bei der Debatte im Bundestag bezeichnete er die Änderungen als "ausgewogen und gerecht".

Bundesfinanzminister Schäuble: "Tragfähige Lösung für alle Beteiligten"
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Bundesfinanzminister Schäuble: "Tragfähige Lösung für alle Beteiligten"


Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Bundestag die geplanten Änderungen bei Lebensversicherungen verteidigt. Mit der Reform wolle die Bundesregierung "die Attraktivität der Lebensversicherung als Instrument der Altersvorsorge wahren", sagte Schäuble. Der am Dienstag vom Bundestag in erster Lesung beratene Gesetzentwurf stelle dabei eine "für alle Beteiligten tragfähige Lösung" dar, sagte der Finanzminister.

Damit die Versicherungsbranche wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht in Schieflage gerät, hat Schäubles Ressort ein umfangreiches Reformpaket geschnürt. Es sieht unter anderem vor, den Garantiezins für Neuverträge ab 2015 von 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent zu senken. Darüber hinaus soll unter bestimmten Umständen die Ausschüttung von Bewertungsreserven für festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Staatsanleihen begrenzt werden.

Linke erneuern Kritik

Bewertungsreserven entstehen dadurch, dass der Marktwert eines Wertpapiers, das mit Kundenprämien gekauft wurde, über dem ursprünglichen Kaufpreis liegt. Sie müssen derzeit bei Vertragsende zur Hälfte an die Versicherten ausgezahlt werden.

In der aktuellen Situation aber begünstige das Verfahren "rund sieben Millionen Verträge, die demnächst auslaufen" gegenüber über 80 Millionen weiteren Verträgen mit noch einer längeren Laufzeit, sagte Schäuble. Diese Benachteiligung werde nun korrigiert.

Darüber hinaus müssten die Versicherungen künftig ihr Risikomanagement weiterentwickeln, für eine höhere Kostentransparenz sorgen und ihre Kunden "mit 90 statt bisher 75 Prozent an Risikoüberschüssen beteiligen", zählte Schäuble auf.

Die Oppositionsfraktionen der Grünen und der Linkspartei kritisierten eine mangelnde Datenbasis zur Reform. "Wir werden nachhaken und die Regierung zwingen", damit sie Zahlen vorlege, was die Reform für die Versicherten bedeute, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick. Ohne entsprechende Zahlen sei die Reform "Versicherungspolitik im Blindflug".

mik/AFP

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Seite 1
viceman 24.06.2014
1. wenn leute wie schäuble die
Zitat von sysopREUTERSBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen Kritik an der Reform der Lebensversicherung. Bei der Debatte im Bundestag bezeichnete er die Änderungen als "ausgewogen und gerecht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lebensversicherung-schaeuble-verteidigt-garantiezins-senkung-a-977177.html
worte "ausgewogen und gerecht" von sich geben, dann muß der normalo aufpassen. da will man ihn nämlich, mal wieder, übers ohr hauen, ihn um sein sauer erspartes betrügen. herr s. sorgt sich um das geschäftsmodell der deutschen versicherungen, die hätten mal nicht so viel provisionen verprassen, sich weniger glaspaläste bauen sollen usw., dann wäre evtl. mehr für "die kunden" übrig...
unixv 24.06.2014
2. Gerecht?
Ja damit kennen sie sich aus, unsere Politiker! Nichts für die Bürger, aber fette 10% mal eben so einstreichen, für? Diese Regierung hat mal einen Amtseid geleistet, für Volk und Vaterland! Was machen sie daraus? alles für den Markt, Versicherungen, Banken und für ihre Lobbyisten!
altmannn 24.06.2014
3. Ausgewogen und gerecht
Zitat von sysopREUTERSBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen Kritik an der Reform der Lebensversicherung. Bei der Debatte im Bundestag bezeichnete er die Änderungen als "ausgewogen und gerecht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/lebensversicherung-schaeuble-verteidigt-garantiezins-senkung-a-977177.html
ist viel zu milde ausgedrückt. Die richtige Bezeichnung wäre ALTERNATIVLOS, wenn die Aktionärsinteressen gewahrt bleiben sollen.
propagare 24.06.2014
4. BVerfG Präsident Voßkuhle:
Die Versicherungen sind wie die Banken nur Profiteure des Geldsystem Problems, das geht viiiiiel tiefer als allen hier lieb ist. Ich bin fast umgefallen, als ich es las: "Festschrift für Wolfgang Frisch zum 70 Geburtstag" des Verlags Duncker & Humblot, in der akademische Juristen ihre Fachkollegen ehren: Die Hauptüberschrft laute: "Humes Dilemma - oder Was ist Geld?". Voßkuhle ist Mitherausgeber und angeblich Co-Autor. Quelle: https://vollgeld-jh.squarespace.com/s/Humes-Dilemma-v-Kohler.pdf
casio 24.06.2014
5. Wozu
Ich frage mich, warum ich eine Lebensversicherung benötige, um ein Prozent Zinsen zu erhalten. Da spare ich doch lieber selbst in Gold...
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