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Leere Sozialkassen Letzte Chance Sparschock

Teurer Sozialstaat: Steigende Kosten
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5. Teil: Fazit - das droht über das Jahr 2011 hinaus

Das deutsche Sozialsystem steht auf der Kippe. Angesichts der hohen Defizite in den einzelnen Kassen und der immensen Belastungen, die vor allem auf Arbeitnehmer zukommen werden, gerät das Gleichgewicht ernsthaft ins Wanken.

"Der Sozialstaat wird sich in seiner jetzigen Form auf Dauer nicht mehr finanzieren lassen", warnt Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen. Die Gefahr: Die Beiträge für die Sozialversicherungen werden massiv in die Höhe schnellen, trotzdem werden die Leistungen auf ein Minimalniveau zusammengestrichen werden - sowohl bei der Gesundheit, Rente, Arbeitslosenversicherung und in der Pflege.

Daher ist die Sorge berechtigt, dass sich dann nur noch ein kleiner Personenkreis privat absichern kann, der Rest aber leer ausgeht. "Es stellt sich die Frage, ob der gesellschaftliche Konsens noch hält, wenn die Arbeitnehmer trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen am Ende in bedürftigkeitsgeprüften Fürsorgesystemen landen", sagt Oliver Suchy, Leiter Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Nach Ansicht der Fachleute ist die Regierung daher jetzt gefordert, zügig Reformen anzugehen.

Denn in Zukunft wird es nahezu unmöglich sein, diese durchzusetzen - dann, wenn noch größere Teile der Bevölkerung Transferleistungen erhalten als heute. "Man stelle sich vor, dass vor allem Rentner die Wahlen bestimmen, dann haben die Jüngeren das Nachsehen", warnt Jörg Hinze vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Und das hätte noch fatalere Folgen. Junge Leute wanderten ab, der demografische Wandel bekäme einen dramatischen Schub.

Nötig ist es vielmehr nach Ansicht der Fachleute, in der Breite anzusetzen. Angesichts des gigantischen Schuldenbergs kommt man laut Hinze nicht um Steuererhöhungen herum. "Sinnvoll wäre es, die indirekten Steuern und auch die Abgaben leicht zu erhöhen und Subventionen zu streichen, ohne dabei eine einzelne Gruppe zu stark zu belasten."

Aber zuallererst, da sind sich alle Experten einig, ist mutiges Sparen angesagt - ohne Tabus und Angst vor Wählern.

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insgesamt 3312 Beiträge
rafkuß 29.05.2010
...die Politik als erstes und drastischstem an sich selber einspart. Alles andere würgt an der Konjunktur und entspricht der Quadratur eines Kreises.
Zitat von sysopDer Sparzwang regiert auf allen politischen Ebenen, doch gleichzeitig waren Experten, durch zu rigide Kürzungen die Konjunktur abzuwürgen. Wie kann gespart werden, ohne dem wirtschaftlichen Umfeld zu schaden? Wo sehen Sie die Prioritäten für eine Sparpolitik?
...die Politik als erstes und drastischstem an sich selber einspart. Alles andere würgt an der Konjunktur und entspricht der Quadratur eines Kreises.
redpirate37 29.05.2010
Bei Steuervergünstigungen und Subventionen ( ausg. Öko Strom, Wasser, Grundbedarf), unnützen Gutachten und Expertenstudien sowie sog. ,,Meinungsforschungsinstituten.,, Mehr Steuern Gehalt von über 7500€ Brutto bei [...]
Bei Steuervergünstigungen und Subventionen ( ausg. Öko Strom, Wasser, Grundbedarf), unnützen Gutachten und Expertenstudien sowie sog. ,,Meinungsforschungsinstituten.,, Mehr Steuern Gehalt von über 7500€ Brutto bei Beamten,Politikern. EU Beiträge und Abzockerei überprüfen hier besonders allen Firlefanz kürzen!!!! Aber wird eh nie gemacht. Rhein rhetorische Frage des SPON. :)
Zereus 29.05.2010
Es sollte überhaupt nicht gespart werden. In einem Staat, in dem der Anteil der staatlichen Aktivitäten an der Wirtschaftsleistung bei rund 50% liegt, ist jedes Sparen tödlich für jede noch so kleine Hoffnung auf eine Besserung [...]
Zitat von sysopDer Sparzwang regiert auf allen politischen Ebenen, doch gleichzeitig waren Experten, durch zu rigide Kürzungen die Konjunktur abzuwürgen. Wie kann gespart werden, ohne dem wirtschaftlichen Umfeld zu schaden? Wo sehen Sie die Prioritäten für eine Sparpolitik?
Es sollte überhaupt nicht gespart werden. In einem Staat, in dem der Anteil der staatlichen Aktivitäten an der Wirtschaftsleistung bei rund 50% liegt, ist jedes Sparen tödlich für jede noch so kleine Hoffnung auf eine Besserung der Lage. Die einzige Möglichkeit ist, Einsparungen von staatlicher Seite mit massiven Steuererleichterungen zu verbinden, und die Staatsquote so auf ein Normalmaß zu senken. Das wird aber eh nicht passieren, also sollte bei der antizyklischen Politik geblieben werden. Ein noch etwas extremer verschuldeter Staat lässt sich ertragen, solange die Binnennachfrage dafür nicht komplett einbricht.
Palmstroem 29.05.2010
Steuersenkungen für die Bürger und damit weniger Geld für die Politik. Wenn man sieht, daß in Hamburg die Kosten für den Bau der Elbsynphonie von 77 Millionen auf über 300 Millionen gestiegen sind, kann man sich über das [...]
Zitat von sysopDer Sparzwang regiert auf allen politischen Ebenen, doch gleichzeitig waren Experten, durch zu rigide Kürzungen die Konjunktur abzuwürgen. Wie kann gespart werden, ohne dem wirtschaftlichen Umfeld zu schaden? Wo sehen Sie die Prioritäten für eine Sparpolitik?
Steuersenkungen für die Bürger und damit weniger Geld für die Politik. Wenn man sieht, daß in Hamburg die Kosten für den Bau der Elbsynphonie von 77 Millionen auf über 300 Millionen gestiegen sind, kann man sich über das Gejammere der Kommunen nur wundern. Aber das gleiche gilt für Rüstungsprojekte, Infrastrukturmaßnahmen und Änderungen am Sozialstaat - die Kosten laufen drastisch aus dem Ruder und keinen interessiert das wirklich. Warum auch - der Bürger zahlt es doch.
c++ 29.05.2010
Sie schreiben doch ständig, dass die Leute schon alles haben, wofür also Steuersenkungen: für die Zweityacht?
Zitat von PalmstroemSteuersenkungen für die Bürger und damit weniger Geld für die Politik.
Sie schreiben doch ständig, dass die Leute schon alles haben, wofür also Steuersenkungen: für die Zweityacht?
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Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.




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