Öffentlicher Dienst Lehrer streiken in mehreren Bundesländern

In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind Tausende Lehrer in Warnstreiks getreten. Ärzte und Streudienste dürften bald folgen. Der Überblick.

Streikende Lehrer in Köln
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Streikende Lehrer in Köln


Einen Tag nach der ergebnislos verlaufenen Tarifrunde für Beschäftigte der Länder sind angestellte Lehrer und Sozialpädagogen in mehreren Bundesländern in Warnstreiks getreten. Protestaktionen gab es am Mittwoch in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen.

In den kommenden Tagen könnten Unikliniken, Polizei, Justizverwaltung und Straßenmeistereien betroffen sein. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di rief für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik an Hamburgs Schulen auf.

In Nordrhein-Westfalen rief die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch ihre etwa 10.000 tarifbeschäftigten Mitglieder zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Sie wollte damit den Druck im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder erhöhen. "Die Resonanz wächst", sagte ein Sprecher der GEW NRW zur Streikbeteiligung. Zahlen nannte er zunächst nicht.

In Niedersachsen traten nach GEW-Angaben mehrere Hundert Lehrer und Schulbedienstete in den Ausstand. Er gehe von bis zu 500 Angestellten aus. "Die Eltern sind informiert worden", sagte Rüdiger Heitefaut von der GEW. Für eine Betreuung der Kinder sei gesorgt.

Millionen Angestellte betroffen

Auch Tausende angestellte Lehrer und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern blieben aus Protest der Arbeit fern. Sie machten sich auf den Weg zu einer landesweiten Kundgebung des öffentlichen Dienstes in Schwerin.

Am Dienstag war die zweite Verhandlungsrunde ohne konkrete Ergebnisse oder ein Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Die Forderungen der Gewerkschaften belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von sechs Prozent. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent plus für viel zu hoch hält.

Bei den Verhandlungen geht es zunächst um die Entgelte von rund einer Million Angestellter der Länder. Die Abschlüsse sollen dann auf die 2,2 Millionen Beamten von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre übertragen werden.

ssu/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
B!ld 01.02.2017
1.
Hoffentlich reißen die was, bei den Gehältern im öffentlichen Dienst kommen einem ja die Tränen.
bruno_67 01.02.2017
2. Ergebnislos - weil sich ein Verhandlungspartner verweigert.
"Am Dienstag war die zweite Verhandlungsrunde ohne konkrete Ergebnisse oder ein Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Die Forderungen der Gewerkschaften belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von sechs Prozent. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent plus für viel zu hoch hält." Es wird mal Zeit, dass die (wiederholte) Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in den Fokus gerückt wird. Über die Höhe der Forderungen der Arbeitnehmerseite kann und muss sicherlich diskutiert werden. Aber wer sich als Verhandlungspartner über die Höhe dieser Forderungen aufregt, aber sich selbst wiederholt (in vergangenen Tarifrunden die Regel) arrogant weigert, ein Gegenangebot abzugeben, damit überhaupt mal eine Grundlage für die notwendigen Verhandlungen geschaffen wird, ist für die nun folgenden Warnstreiks ALLEIN verantwortlich. Ich hoffe, dass dies in der Berichterstattung auch endlich mal beleuchtet wird. In der Vergangenheit wurde ja immer den Arbeitnehmern wg. angeblich überzogener Forderung der alleinige Schwarze Peter für die Eskalation zugeschoben.
bayernistdasmallerding 01.02.2017
3. 6% Lohnsteigerung
zu hoch und nicht bezahlbar? Das ich nicht lache. Im letzten Jahr hat der Bund mal eben 92 Milliarden aus dem Ärmel gezaubert und da soll diese Forderung nicht bezahlbar sein? Der Lohnunterschied zur Privatwirtschaft kann nicht mit 1% Schritten ausgeglichen werden. Und: Sichere Arbeitsplätze im öD waren einmal.
ole#frosch 01.02.2017
4. Bitte immer die Laufzeit mit angeben
oder auch die tatsächliche jährliche Gehaltssteigerung. Ausserdem auch ruhig ein paar Worte über die anderen Kernforderungen.
djotti 01.02.2017
5. Beamte können nicht streiken...
Es wäre daher interessant vom Autor zu erfahren, wieso Polizisten bald streiken sollten!
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