Altersversorgung: EU-Beamte bekommen im Schnitt 4300 Euro Pension

Deutsche Senioren müssen sich im kommenden Jahr wohl mit einer bescheidenen Rentenerhöhung begnügen. EU-Beamte dagegen können kaum klagen. Sie sind mit einer durchschnittlichen Pension von 4300 Euro im Alter gut abgesichert. Doch künftigen Ruheständlern in Brüssel könnten Kürzungen bevorstehen.

Senioren beim Kartenspielen: Hohe Pensionen für EU-Beamte Zur Großansicht
EC/Alain Schroeder

Senioren beim Kartenspielen: Hohe Pensionen für EU-Beamte

Brüssel - Der Etat für den EU-Haushalt sorgt derzeit für Zoff in Brüssel. Die Regierungen der Mitgliedstaaten wollen die Ausgaben drücken, während die Parlamentarier das Budget deutlich aufstocken wollen. Bei den Streitpunkten geht es unter anderem um mögliche Einschränkungen der Gehälter und Pensionen.

Die EU-Kommission lieferte nun neue Zahlen. Beamte der Europäischen Union dürfen sich über eine satte Pension freuen. Im Ruhestand bekommen sie durchschnittlich 4300 Euro pro Monat, teilte die EU-Kommission mit. Dieser Betrag werde allerdings in den kommenden Jahren sinken, weil eine Reihe von Reformen und Sparmaßnahmen dann wirksam werde.

Der Pensionsanspruch sei dann, wenn er entstehe, durch die vorherigen Beiträge der Beamten bereits finanziert, hieß es. Die derzeit rund 50.000 EU-Diener steuern monatlich 11,6 Prozent des Grundgehalts für ihre spätere Pension bei. Im Gegensatz dazu zahlen die meisten Beamten in den EU-Staaten überhaupt keine Beiträge zur Altersversorgung.

Auch beim Rentenalter, den jährlichen Rentensteigerungen und den prozentualen Höchstsätzen der Rente seien die Regelungen beispielsweise für Beamte in Großbritannien und Frankreich deutlich günstiger als für jene der EU, teilte die Kommission mit.

Staatsdiener in Deutschland dürften angesichts der Pension ihrer Brüsseler Kollegen neidisch werden. Denn Beamte des Bundes bekommen laut dem jüngsten Versorgungsbericht der Regierung im Ruhestand durchschnittlich 2520 Euro. Für Beamte im höheren Dienst liegt die Summe bei 3870 Euro, im gehobenen Dienst bei 2590 Euro sowie im mittleren und einfachen Dienst bei 1750 Euro. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2007.

Ost-Rentner sollen kräftigeres Plus bekommen

Für Rentner in Deutschland dürfte 2013 in Sachen Bezüge eher ein maues Jahr werden. Ihr Ruhegehalt wird im kommenden Jahr voraussichtlich nur leicht steigen. Dabei können ostdeutsche Rentner mit einem dreimal höheren Plus als die westdeutschen rechnen. In den alten Bundesländern wird die Rentenerhöhung "in einer Größenordnung von etwa einem Prozent" liegen, im Osten könnte es "mit allen Vorbehalten" auf eine Anhebung von drei Prozent hinauslaufen, sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach.

Da die Inflation derzeit bei rund zwei Prozent liegt, können sich westdeutsche Rentner am Ende weniger leisten. Endgültig festgelegt wird die Rentenanpassung im Frühjahr von der Bundesregierung.

Im laufenden Jahr waren die Renten für rund vier Millionen ältere Menschen im Osten um 2,26 Prozent, für rund 16 Millionen Menschen im Westen um 2,18 Prozent angehoben worden.

Mit der geplanten Erhöhung würde sich das Rentenniveau im Osten weiter an das im Westen angleichen: Derzeit liegt es bei 88,8 Prozent, nach der Anpassung bei 91 Prozent des Westwertes.

Die unterschiedliche Anhebung in West und Ost ergibt sich den Angaben der Rentenexperten zufolge aus "technischen Faktoren" bei der Rentenberechnung, etwa durch die unterschiedliche Entwicklung der Versicherteneinkommen. Hinzu kommt im Westen die noch ausstehende Verrechnung mit einer unterlassenen Rentenkürzung in der Wirtschaftskrise 2009.

mmq/dpa/dapd

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insgesamt 115 Beiträge
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1. Beiträge der Beamten zur Altersversorgung in Deutschland
berniejosefkoch 13.11.2012
Die Renten müssen versteuert werden obwohl das Geld bereits versteuert ist. Es wäre Recht und billig, wenn die Beamten für ihre Pensionen ebenfalls Beiträge zahlen müssten, so wie jeder bichtbeamtete Bürger auch. Da aber das Parlament bei uns in der großen Mehrheit als Volksvertreter (!) beamtet ist, wird sich hier nie was ändern. Es war meines Wissens ein Beamter, der in Karlsruhe die Versteuerung der Rente eingeklagt hat, weil es angeblich so ungerecht ist, wenn die Pension versteuert wird und die Rente nicht. Dochhier steht man leider als nichtverbeamteter normaler Bürger auf verlorenem Posten. Eine Klage bringt ja auch nichts, weil die Herren Richter ja selbst beamtet sind und somit auf jeden Fall befangen! Wenn das stimmt, dass die EU Beamten wenigsten 11,6 % ihres Verdienstes für die eigene Pension ansparen müssen, dann hat man hier ja schon mal den richtigen Ansatz gemacht. Wobei wenn ich meine Beiträge zur gesetzl. Rentenversicherung ansehe, da komm ich auf eine wesentlich höhere Zahl als die 11,6% !
2.
pierrotlalune 13.11.2012
und hier bekommst du nach 40 Jahren vollerwerb, vielleicht 800 Euro. Als normaler Arbeitnehmer. Die Beamten in DE sollten deshalb nicht neidisch sein auf die Beamten der EU, vielmehr dürfen die AN von DE stinkwütend sein, das Beamte der DE den Rententopf andesweitig verwendet haben und den zukünfitgen rein gar nichts hinterlässt.
3. Na das ist doch mal ne gute Nachricht.
herr_kowalski 13.11.2012
Zitat von sysopDeutsche Senioren müssen sich im kommenden Jahr wohl mit einer bescheidenen Rentenerhöhung begnügen. EU-Beamte dagegen können kaum klagen. Sie sind mit einer durchschnittlichen Pension von 4300 Euro im Alter gut abgesichert. Doch künftigen Ruheständlern in Brüssel könnten Kürzungen bevorstehen. Leichte Erhöhung der Rente in Deutschland, hohe Pension in EU - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/leichte-erhoehung-der-rente-in-deutschland-hohe-pension-in-eu-a-867030.html)
Während der deutsche Michel wenn er 45 Jahr geklebt hat mit höchstens 1500 Bruttorente heimlatschen darf ( da gehen aber noch anteilige KV und voller Pflegevers.-Beitrag ab ) nagen die EU-Pensionäre glatt am Hungertuch. Nein, das gibt kein böses Blut. Die haben das verdient.
4. es kommt noch besser
linlaluna 13.11.2012
Ärzte haben ihre eigenen Rentenkassen - ein Arzt bekommt 2400€ Rente bei Bezahlung des Höchstbetrags - ein Angestellter nur 1200€. Woran liegt das wir futtern alle Nichteinzahler durch. Noch schlimmer ist, dass eine Friseurin gerade mal die Mindestrente bekommt - genauso wie ein Hartz4 Empfänger.
5. Können wir
derandersdenkende 13.11.2012
Zitat von sysopDeutsche Senioren müssen sich im kommenden Jahr wohl mit einer bescheidenen Rentenerhöhung begnügen. EU-Beamte dagegen können kaum klagen. Sie sind mit einer durchschnittlichen Pension von 4300 Euro im Alter gut abgesichert. Doch künftigen Ruheständlern in Brüssel könnten Kürzungen bevorstehen. Leichte Erhöhung der Rente in Deutschland, hohe Pension in EU - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/leichte-erhoehung-der-rente-in-deutschland-hohe-pension-in-eu-a-867030.html)
für etwas, was uns so wenig nutzt, soviel Geld ausgeben? Eigentlich nicht! Aber "Europa" ist eh ein Faß ohne Boden und die, die sich darum verdient machen, müssen auch entlohnt werden. Ob das Geld durch das Loch verschwindet oder den Konsum in Brüssel oder Straßbourg hebt, ist dann eh egal. Starke Länder zeichnen sich besonders dadurch aus, daß sie sich eine reiche Elite leisten können auch wenn es vielen Bewohnern reichlich dreckig geht.
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Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.

Alles zur Rente ab 67
So steigt das Rentenalter
Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können
Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0
* in Jahren + Monaten
Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen. Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit. Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
So viele Abschläge zahlen Sie
Wer 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll auch künftig mit 63 in Rente gehen können, muss aber Abschläge dafür in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor der Regelzeit aufhört.
Das ändert sich bei der Witwenrente
Hinterbliebene Ehepartner bekommen künftig statt ab 45 erst ab 47 die große Witwenrente (55 Prozent der normalen Versichertenrente). Bis dahin muss man sich mit der kleinen Witwenrente von 25 Prozent zufriedengeben.
So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die Reform bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Das ist eine schwierige Aufgabe: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Jahr 2050 von 42 auf 50 Jahre steigen.
Das ändert sich für Schwerbehinderte
Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich.
Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten
Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.