Metall-und Elektroindustrie: 240.000 Leiharbeiter bekommen mehr Geld

Das letzte Detail für den Tarifkompromiss in der Metall- und Elektroindustrie steht: Auch die 240.000 Leiharbeiter der Branche bekommen künftig mehr Geld. Die Einigung soll als Muster für andere Industriezweige gelten.

Arbeiter mit IG Metall-Flagge: Bundesweit erster Tarifvertrag über Zuschläge für Leiharbeiter Zur Großansicht
dapd

Arbeiter mit IG Metall-Flagge: Bundesweit erster Tarifvertrag über Zuschläge für Leiharbeiter

Frankfurt am Main - Sie sind in der Metall- und Elektroindustrie kaum noch wegzudenken, jetzt profitieren auch sie von dem jüngsten Tarifkompromiss: Die 240.000 Leiharbeiter der Branche bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft IG Metall und die Arbeitgeber der Zeitarbeit einigten sich am Dienstagmorgen auf einen Stufenplan.

Ab der sechsten Woche im Einsatz bekommen Leiharbeiter demnach Branchenzuschläge auf ihren Tariflohn. Nach neun Monaten Tätigkeit in der Metall- und Elektroindustrie soll der Zuschlag 50 Prozent des Tariflohns betragen. Damit soll ein großer Teil der Lohnlücke im Vergleich zu den Stammbelegschaften geschlossen werden. Weitere Zuschläge bis hin zur Gleichbezahlung können auf betrieblicher Ebene vereinbart werden. In der unteren Tarifgruppe bedeute das ein Plus von rund 183 Euro bis etwa 621 Euro im Monat.

Der ab November bis zum Jahr 2017 geltende Tarifvertrag sei am Morgen von beiden Seiten unterschrieben worden, teilte ein Sprecher des Zeitarbeitverbands BAP mit. Der IG Metall zufolge handelt es sich um den bundesweit ersten Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Leiharbeiter. Die Gewerkschaft will im Laufe des Tages näher informieren. Der Tarifvertrag soll auch als Muster für andere Branchen gelten.

Am Wochenende hatten sich die Metall-Tarifpartner in Baden-Württemberg bereits für ihre Stammbranche auf einen Pilot-Tarifvertrag geeinigt. Die rund 3,6 Millionen Beschäftigten sollen demnach ein Lohnplus von 4,3 Prozent erhalten. Der Abschluss muss noch von den anderen Tarifbezirken übernommen werden. Am Dienstag wollten die Bezirke Bayern und Mitte (Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Saarland) über letzte Details verhandeln.

IG-Metall-Verhandlungsführerin Helga Schwitzer bezeichnete den Abschluss als "zentralen Beitrag zu mehr Fairness bei der Leiharbeit". Auf der Gegenseite beklagte Verhandlungsführer Thomas Bäumer die hohen Mehrkosten für die Zeitarbeit, die nun von den Kundenunternehmen getragen werden müssten. Der Jobmotor Zeitarbeit werde nun deutlich langsamer laufen, sagte Bäumer.

yes/dpa-AFX/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Zeit wirds
Christian Guenter 22.05.2012
Fehlt noch eine Verpflichtung: gleiches Geld für gleiche Arbeit. Haben wir nicht auch eine Ministerin die sich um die Zustände bei den Zeitarbeiter (und den Verträgen) kümmern wollte?
2. das wort soll
spon-facebook-10000258083 22.05.2012
In dem Beitrag kommt oft das Wort "soll" oder "sollen" vor. Das bedeutet aber, daß es kein muss ist. Hier wurden schon oft die Gewerkschaften oder Betriebsräte über den Tisch gezogen.
3.
mhampel 22.05.2012
Zitat von Christian GuenterFehlt noch eine Verpflichtung: gleiches Geld für gleiche Arbeit.
Die gibt es doch schon. Das ist seit 2004 gesetzlich so vorgeschrieben. Einzige Ausnahme: Die Gewerkschaften handeln in ihren Tarifverträgen etwas anderes aus ...
4.
james-100 22.05.2012
Soso, der Jobmotor Zeitarbeit wird langsamer laufen. Da fangen die Ausbeuter schon wieder an zu jammern, weil die die Arbeitnehmer evtl weniger ausbeuten können.
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