Leipzig, Dresden und Jena: Ostdeutsche Wachstumsperlen punkten bei Städteranking

Der Osten holt deutlich auf: Im jüngsten Städteranking des Wirtschaftsmagazins "Capital" schaffen es erstmals drei ostdeutsche Städte in die Top Ten. Auch Berlin kann punkten - im Vergleich mit Leipzig und Co. verliert die Hauptstadt aber an Boden.

Städteranking: Oststädte gewinnen, Berlin verliert Fotos
AP

Hamburg - Die deutsche Stadt mit den besten wirtschaftlichen Perspektiven heißt Hamburg. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Feri-Instituts im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Capital". Wie bereits in der vorangegangenen Untersuchung von 2009 behauptet sich die Hansestadt vor München und Frankfurt.

Neben den etablierten Metropolen finden sich mit Leipzig, Dresden und Jena erstmals drei ostdeutsche Städte unter den ersten zehn Plätzen. Düsseldorf, Freiburg, Münster und Bonn konnten ihre Position unter den Top Ten immerhin behaupten.

Das Institut hatte die 60 wichtigsten deutschen Städte daraufhin getestet, wie sich bis zum Jahr 2017 Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, Bevölkerung und Kaufkraft entwickeln werden. Größte Verlierer gegenüber dem vorherigen Test sind Würzburg und Nürnberg. Sie fielen jeweils um 14 Plätze auf die Ränge 30 und 31 zurück.

Berlin verbesserte sich zwar auf den 22. Rang. Innerhalb von Ostdeutschland verlor die Hauptstadt aber an Boden: Bei der Erstauflage des Städtetests im Jahr 2001 lagen Leipzig, Dresden und Jena noch gleichauf mit Berlin im unteren Tabellendrittel. Mittlerweile haben sich diese Städte um bis zu 45 Plätze verbessert. Für Feri-Ökonom Manfred Binsfeld klafft allerdings "nach wie vor eine große Lücke zu den westdeutschen Ballungszentren wie Hamburg, München und Frankfurt".

dis/dpa/AFP/Capital

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Endlich mal gute Nachrichten
Michael Giertz 15.08.2011
Zitat von sysopDer Osten holt deutlich auf: Im jüngsten Städteranking des Wirtschaftsmagazins "Capital" schaffen es*erstmals drei ostdeutsche Städte*in die*Top Ten. Auch Berlin kann punkten - im Vergleich mit Leipzig und Co. verliert die Hauptstadt*aber an Boden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,780399,00.html
Das sind doch mal gute Nachrichten ;) Der Osten Deutschlands schüttelt das miefige SED-Image zumindest teilweise ab - so jedenfalls muss die Wertung aus westdeutscher kommen. Ich bin nun aber ein in Süddeutschland tätiger Sachse - und bin froh, dass meine Heimat deutlich punkten konnte, trotz aller gefühlter und realer Minuspunkte (gefühlt: Dialekt - real: relativ spürbare Präsenz Neonazis in einigen Gegenden). Was bedeutet das? Zumindest die wirtschaftlichen Metropolregionen, die bereits in der DDR (und davor auch) industrielle Ballungszentren gewesen sind, kommen in Fahrt und müssen sich nicht mehr verstecken. Das ist aber auch schon länger spürbar: während Sachsen insgesamt an Einwohnern verliert, gewinnen die Städte und bieten gute Zukunftsaussichten (wer sich jetzt fragt, wieso ich da weg bin - vor 2, 3 Jahren sah es nicht grad rosig mit den Jobs aus, schon gar nicht mit der Bezahlung.) Ist also nicht "alles schlecht". Finde ich gut.
2. Glückwunsch
ralph.erler 15.08.2011
Schön das sich da nun in einigen Bereichen die Bundesländer angleichen. Klar das dafür einige in der Rangliste runter rutschen. Die Steigerungen sind ja auch nicht gleich. Jena war den Zahlen zufolge beim letzten mal vor Leipzig. Nochmal herzlichen Glückwunsch.
3. Wen wundert es?
kleinermuc 15.08.2011
Als gebürtiger Dresdner wundert mich das nicht. Über zwei Jahrzehnte wird nun kräftigt in die früheren Metropolregionen der DDR investiert und irgendwas muss ja bleiben. Dass aber im Gegenzug viele andere Städte in Deutschland nichts von alledem haben zeigt nun das Ranking. So bleibt es diesen Städten selbst überlassen Initative zu zeigen, mit den Mitteln die vorhanden sind (so wie München und die Städte des Ruhrgebiets) oder es bleiben zu lassen (wie Köln). Früher oder später dreht sich der Spieß um. Spätestens wenn ein Haus nach dem anderen aus den 50-80ern abgerissen werden muss und neuinvestiert wird. Wer weiß ob die Aufsteiger nicht wieder zu Absteigern werden.
4. Transfergeld ohne Ende
dirk.kunkel.ronnenberg 15.08.2011
Ist ja erfreulich, wenn Ostdeutschland mit Transfergeld aus dem Westen aufgehübscht wird. Aber irgendwann muss diese Selbstverständlichkeit und das an Chuzpe grenzende Anspruchsdenken, mit denen diese Subventionen angenommen werden, mal aufhören. Der Osten muss ja irgendwann mal auf eigenen Füßen stehen und erwachsen werden, ohne ständig dauerhaft am Tropf des Westens zu hängen. Hoffentlich bald.
5. Auf Thema antworten
Ali Mente 16.08.2011
Zitat von dirk.kunkel.ronnenbergIst ja erfreulich, wenn Ostdeutschland mit Transfergeld aus dem Westen aufgehübscht wird. Aber irgendwann ......
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das "Anspruchsdenken" viel mehr in den Köpfen der Politkasper verankert ist. Den meisten Ottonormalverbrauchern leuchtet es schon ein, dass Städte wie Gelsenkirchen etc. einen Soli viel nötiger haben als Leipzig, Dresden und Jena! Der Soli sollte bleiben, allerdings nicht nur in eine Himmelsrichtung fließen..... Erinnert mich irgendwie an China.... dieses Land hat Kohle ohne Ende und bekommt noch Entwicklungshilfe...
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