Ex-Barclays-Chef Parlamentarier werfen Diamond Informations-Geiz vor

In der Libor-Affäre gerät der frühere Barclays-Chef stärker unter Druck: Der britische Untersuchungsausschuss wirft Bob Diamond vor, bei Befragungen wesentliche Informationen verschwiegen zu haben. Ein Bericht der Parlamentarier wirft der Bank Mängel in der Unternehmenskultur vor.

Barclays-Chef Diamond: Wesentliche Informationen verschwiegen?
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Barclays-Chef Diamond: Wesentliche Informationen verschwiegen?


Hamburg - Schwere Vorwürfe gegen Barclays und ihren Ex-Chef Bob Diamond. Der britische Untersuchungsausschuss zum Zinsskandal wirft Diamond vor, bei seiner Befragung wesentliche Informationen verschwiegen zu haben. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss könne "Aufrichtigkeit und Offenheit" von den befragten Zeugen erwarten, sagte der konservative Ausschussvorsitzende Andrew Tyrie. Die Aussagen von Ex-Barclays-Chef Diamond seien aber nur "sehr punktuell" gewesen. Von der gebotenen Offenheit sei das weit entfernt.

In dem Skandal geht es um manipulierte Interbanken-Zinssätze. Mehrere Geldinstitute sollen über Jahre hinweg die Zinssätze Libor und Euribor zu niedrig angegeben und so manipuliert haben. Der Skandal war Ende Juni bekannt geworden, als Barclays deswegen eine Rekordstrafe rund 370 Millionen Euro auferlegt bekam.

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Der Ausschuss hat zudem einen umfassenden Bericht zum Skandal vorgelegt. In diesem werfen die Parlamentarier der Barclays-Bank erhebliche Mängel in der Unternehmenskultur vor. Die Manipulation des Libor "konnte nur möglich sein, indem die Bank die Augen vor der Kultur auf dem Handelsparkett verschloss", heißt es in dem Papier. Das höchste Management hätte davon wissen und früher handeln müssen.

Die Abgeordneten forderten eine stärkere Regulierung britischer Banken. Unternehmen, die nicht mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiteten, müssten härter bestraft werden. Außerdem müssten Lücken im Strafrecht untersucht werden, und die Bank of England brauche dafür ein strikteres Regelwerk, sagte Tyrie.

"Das Vertrauen in die Banken befindet sich auf einem Allzeittief", sagte der Abgeordnete weiter. Die Manipulation eines wichtigen Zinsindex habe das Ansehen des Vereinigten Königreichs beschädigt.

Der Libor ist der Interbanken-Zinssatz, zu dem in Großbritannien Banken anderen Instituten Geld leihen. Die Zinssätze werden auf Grundlage der Angaben von Banken berechnet. Für die internationalen Bankengeschäfte sind die Interbanken-Sätze von großer Bedeutung.

ssu/AFP

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