Lira-Kursverfall Türkische Notenbank hebt überraschend Zins an

Die türkische Lira ist auf ein Rekordtief gestürzt. Jetzt greift die türkische Zentralbank ein.

Wechselstube in Istanbul (Archiv)
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Wechselstube in Istanbul (Archiv)


Die türkische Notenbank stemmt sich gegen die Talfahrt der Landeswährung Lira und die hohe Inflation. Einer ihrer Leitzinsen - der sogenannte Spätausleihungssatz - werde von 13,5 Prozent auf 16,5 Prozent angehoben, teilte die Zentralbank in Ankara überraschend mit. Die anderen Zinssätze wurden nicht angetastet.

Es handelte sich um eine außerordentliche Sitzung, nachdem die türkische Lira an diesem Mittwoch erneut stark unter Druck geraten war. Nach der Entscheidung erholte sich die Lira von vorherigen Verlusten.

Noch am Vormittag mussten für einen Dollar bis zu 4,92 Lira und für einen Euro bis zu 5,77 Lira gezahlt werden, und damit jeweils so viel wie noch nie. Seit Beginn des Jahres hat die türkische Währung zum Euro etwa 25 Prozent an Wert verloren. Die Devisenexperten der Commerzbank sprechen bereits von einer Währungskrise.

Experten führen dies vor allem auf das hohe türkische Leistungsbilanzdefizit sowie die niedrigen Realzinsen, also die Zinsen abzüglich der Inflation, zurück. Experten warnen vor einer Überhitzung der Wirtschaft, also vor einer durch günstige Kredite zu hohen Produktion, die die Nachfrage übersteigt und in eine Stagnation oder gar Rezession führen kann.

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hej/dpa



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