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Lohngruppen: Metall-Arbeitgeber fordern neuen Einstiegstarif

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie haben eine Öffnung der Tarifverträge nach unten gefordert. Ihr Argument: Computer ebneten auch geringer Qualifizierten den Weg in den Job. Die IG Metall kritisiert den Vorschlag.

Maschinenbau: Computer machen Arbeiten weniger anspruchsvoll Zur Großansicht
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Maschinenbau: Computer machen Arbeiten weniger anspruchsvoll

Für weniger anspruchsvolle Tätigkeiten in der Metall- und Elektroindustrie sollten nach Ansicht des Metall-Arbeitgeberverbandes Nordrhein-Westfalen niedrigere Löhne gezahlt werden. Es gebe Arbeitsplätze, die weniger anspruchsvoll würden, weil der Computer einen Großteil der Arbeit abnehme, sagte Arndt Kirchhoff, Präsident des Arbeitgeberverbands Metall NRW, der "Rheinischen Post". "Diesen Fall bildet die Tarifpolitik bislang nicht ab."

"In unserer niedrigsten Tarifgruppe verdienen Ungelernte bereits mehr als 14,50 Euro die Stunde", sagte Kirchhoff der Zeitung. Darin seien Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch nicht enthalten. "Wenn wir hierzulande aber auch weiterhin einfache Arbeit anbieten wollen - auch für schwer Vermittelbare oder ganz aktuell für Flüchtlinge -, müssen wir das auch bezahlen können", fügte er hinzu. Dies habe nichts mit prekärer Beschäftigung zu tun. "Aber der Abstand zum Mindestlohn darf nicht sechs Euro betragen. Wenn wir da weiter kämen, wäre schon viel gewonnen."

Die IG Metall sprach sich gegen eine Billig-Lohngruppe aus. Das bestehende Entgeltsystem bilde die Produktivität, die Prozess-Stabilität und die Qualität der Branchen ab, sagte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler.

Auch ihm sei die Differenz zwischen Mindestlohn und Tarifentgelt zu hoch, so Giesler. Er ziehe daraus aber eine ganz andere Schlussfolgerung: "Wir müssen den Mindestlohn anheben." Er sehe eher in den oberen Gehaltsgruppen Handlungsbedarf für Erhöhungen, weil die Arbeit im Zeichen der Digitalisierung zunehmend komplexer und herausfordernder werde.

mik/brk/dpa

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insgesamt 123 Beiträge
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1. Und schon geht's los.
ronniii 31.08.2015
Mit dem Argument Flüchtlinge einzustellen werden diese mißbraucht um das Lohnniveau in Deutschland weiter nach unten zu drücken. Um nichts Anderes dreht sich die Willkommenskultur der deutschen Wirtschaft und gießt damit Wasser auf die Mühlen der Asylgegner. Das ist zündeln am Sozialen Frieden.
2.
dissidenten 31.08.2015
Wenn die Grenzen der Jobs eng und ohne Schlupflöcher gezogen werden, sehe ich kein Problem. So bleibt wenigstens nicht die Gesellschaft auf jeden von den abertausenden Analphabeten sitzen, die momentan nach Europa einwandern.
3.
klausbrause 31.08.2015
"Aber der Abstand zum Mindestlohn darf nicht sechs Euro betragen. Wenn wir da weiter kämen, wäre schon viel gewonnen." In der Tat. Es wäre viel gewonnen.Für die Dividenden und Boni. Für die 10 %. Für die Quandts dieser Welt. Es wäre viel gewonnen. Da können Sie mal wieder sehen, wie entlarvend Sprache doch sein kann.
4.
james-100, 31.08.2015
Natürlich war das abzusehen. Und dieses Spiel wird die Bundesregierung mitspielen und den Mindestlohn gänzlich aufweichen. Bei den Zeitarbeitsunternehmen dürfen dann die Flüchtlinge für 3,50€ arbeiten.
5.
james-100, 31.08.2015
Zitat von ronniiiMit dem Argument Flüchtlinge einzustellen werden diese mißbraucht um das Lohnniveau in Deutschland weiter nach unten zu drücken. Um nichts Anderes dreht sich die Willkommenskultur der deutschen Wirtschaft und gießt damit Wasser auf die Mühlen der Asylgegner. Das ist zündeln am Sozialen Frieden.
Und politisch befeuert. Diese asoziale Regierung will weiterhin Lohndumping. Deswegen auch ein Mindestlohngesetz, das so löchrig wie ein Schweizer Käse ist.
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