Medienberichte Londoner Polizei warnt vor Panik-Käufen bei Brexit

Die Londoner Polizei hält im Fall eines ungeordneten Brexits offenbar einen Sturm auf die Geschäfte für möglich. Medienberichten zufolge wird Händlern geraten, zusätzliches Sicherheitspersonal einzustellen.

Geschäft in London
REUTERS

Geschäft in London


Im Fall eines No-Deal-Brexits rechnet die Londoner Polizei offenbar mit Panik-Käufen im Einzelhandel. Man rechne mit einem "signifikanten Anstieg der Kundenzahlen" und empfehle den Händlern, zusätzliches Sicherheitspersonal einzustellen. Das hat die Nachrichtenseite Politico unter Berufung auf eine Stellungnahme der Londoner Polizei berichtet.

Hinweise darauf, dass es bei einem ungeordneten Brexit zu Plünderungen kommen könnte, habe die Polizei jedoch nicht. Man rate den Händlern lediglich zu mehr Sicherheitspersonal, um die Polizeianfragen bei möglichen Massenaufläufen vor Geschäften im Brexit-Extremfall zu reduzieren.

"Der Einzelhandel wird mit der Polizei und anderen Partnern zusammenarbeiten, um den reibungslosen Betrieb in den Geschäften zu gewährleisten", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsverbandes britischer Einzelhandelsunternehmer dem US-Nachrichtensender CNN.

Andere Wirtschaftszweige in Großbritannien bereiten sich derweil schon auf die möglichen Konsequenzen eines No-Deal-Brexit vor. Das Transportministerium testete zuletzt, ob es möglich wäre, im Ernstfall den stillgelegten Flughafen in Manston zu einem Lkw-Parkplatz umzufunktionieren. So sollen massive Staus am Fährhafen von Dover verhindert werden, falls es nach einem harten Brexit zu Verzögerungen kommen sollte.

Auch deutsche Unternehmen rechnen mit heftigen wirtschaftlichen Konsequenzen. Bis zu zehn Millionen zusätzliche Zollanmeldungen pro Jahr und mehr als 200 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten befürchtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die eigentlichen Zölle könnten noch dazu kommen: Allein für die deutschen Autoexporte drohen dann Mehrbelastungen von rund zwei Milliarden Euro im Jahr."

Am Mittwoch hatte das Parlament den Druck auf die britische Premierministerin Theresa May kurz vor dem entscheidenden Brexit-Votum sogar noch erhöht. Sollte ihr Brexit-Vorschlag nächsten Dienstag im Parlament durchfallen, muss die Premierministerin innerhalb von drei Tagen einen neuen finden. Normal wäre eigentlich ein Zeitraum von drei Wochen. (Lesen Sie hier, wie es im Brexit-Poker weitergeht.)

Dennoch will May den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU nicht verschieben. Er solle am 29. März stattfinden, sagte die Premierministerin nach einer Fragestunde vor dem Unterhaus am Mittwoch.

fek



insgesamt 54 Beiträge
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dirkcoe 11.01.2019
1. Panik macht sich breit
Je näher der Brexit rückt, je wahrscheinlicher der ungeregelte Brexit wird - je größer wird die Panik. Einen wirklichen Plan für diesen Fall hat weder die Regierung, noch die Opposition. Trotzdem bleibt der Fuss voll auf dem Gas - geradewegs an die Wand.
r_saeckler 11.01.2019
2. Dieser hält dieses "für möglich", jener jenes ..
... und recht haben sie alle: MÖGLICH ist [fast] alles. Interessant bei Prognosen über die nähere Zukunft ist doch lediglich, was denn einigermaßen wahrscheinlich ist, nicht wahr? Aber klar, mit nichts kann man so billig Zeitungsspalten füllen als mit Spekulationen, was so alles "möglich" ist, wenn ...
Sophiedo 11.01.2019
3. I H R E Angstmache spengt jeden Rahmen der Propaganda.
Es hat den argen Anschein, dass Sie dafür bezahlt werden, den Brexit madig zu machen. Offenbar haben Sie sich diese billige Kolportage aus den Fingern gelutscht. Es sind keine Ratschläge der Londoner Polizei an die Bevölkerung zu ergoogeln.
bigroyaleddi 11.01.2019
4. Da hat die britische Polizei wohl den richtigen Riecher
Alles für möglich haoten und für alles vorbereitet sein. Was bleibt auch anderes übrig. Bin selber mal sehr gespannt, wie das tatsächliche Szenarium aussehen wird. Ich denke, da bin ich nicht alleine. Denn beim Millenium wurden in den IT-Bereichen auch Sicherheitsschichten geschoben weil keiner wusste, was tatsächlich paswsieren wird.
ein-berliner 11.01.2019
5. Blödsinn
Die Kunden werden sich selbstverständlich in der üblichen Reihe anstellen und ruhig warten bis sie dran sind. Wir sprechen schließlich von disziplinierten Engländern. Panik machen nur die Zugereisten!
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