Wirtschaft


Luftfahrt: Bundesregierung beharrt auf Ticketsteuer

Die Milliardeneinnahmen aus der Steuer sind fest im deutschen Haushaltsetat eingeplant. Die Bundesregierung sieht deshalb "keinen Grund", die umstrittene Flugticketsteuer abzuschaffen - trotz massiver Proteste der Luftfahrtbranche.

Die Ticketsteuer wurde 2011 eingeführt. Seitdem protestiert die LuftverkehrsbrancheZur Großansicht
DPA

Die Ticketsteuer wurde 2011 eingeführt. Seitdem protestiert die Luftverkehrsbranche

Berlin - Die Fluggesellschaften entrüsten sich seit Monaten über die Flugticketsteuer, doch das deutsche Finanzministerium bleibt hart. Aus Regierungskreisen verlautete: "Wir können auf die Luftverkehrssteuer nicht verzichten."

Die Ticketsteuer war 2011 eingeführt worden. Schon im ersten Jahr ihres Bestehens brachte sie 959 Millionen Euro in die Staatskasse. Die Einnahme von einer Milliarde Euro im Jahr sei im Finanzplan des Bundes bis 2016 fest eingeplant. "Es gibt keinen Grund, von dieser Steuer Abstand zu nehmen", sagte ein Regierungsvertreter.

Die deutsche Luftfahrtbranche hatte mit Wettbewerbsnachteilen und Einnahmeausfällen gegen die Steuer argumentiert. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich ablehnend geäußert. Dennoch wurde am Mittwoch der Haushaltsentwurf in der Kabinettssitzung ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen gebilligt.

Gegen die Vorwürfe der Luftfahrtbranche argumentierte die Regierung mit Hilfe eines Gutachtens, das das Finanzministerium in Auftrag gegeben hatte: Nur eine "gewisse Nachfragedämpfung" aufgrund der Steuerbelastung sei auszumachen. Maximal zwei Millionen Passagiere hätten einen Flug wegen der Steuer nicht angetreten, schätzten die Gutachter. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft hatte von fünf Millionen gesprochen.

Insgesamt sei das Fluggastaufkommen in Deutschland 2011 laut dem Gutachten aber gewachsen - und zwar um 4,8 Prozent auf einen neuen Höchststand von 199,6 Millionen Passagieren. Die Zuwachsrate war dieselbe wie 2010.

cab/apd/Reuters/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
MütterchenMüh 30.06.2012
Die fünf bis zehn Euro, die die Steuer das Ticket verteuert, kann und wird nicht ernsthaft zu dem, von den Luftfahrtgesellschaften vornehmlich, beklagten Fluggastrückgang geführt haben. Gerade die Lufthansa sitzt mit ihrem [...]
Zitat von sysopDie Milliardeneinnahmen aus der Steuer sind fest im deutschen Haushaltsetat eingeplant. Die Bundesregierung sieht deshalb "keinen Grund", die umstrittene Flugticketsteuer abzuschaffen - trotz massiver Proteste der Luftfahrtbranche. Luftfahrt: Bundesregierung will Ticketsteuer behalten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841823,00.html)
Die fünf bis zehn Euro, die die Steuer das Ticket verteuert, kann und wird nicht ernsthaft zu dem, von den Luftfahrtgesellschaften vornehmlich, beklagten Fluggastrückgang geführt haben. Gerade die Lufthansa sitzt mit ihrem mässigen Preis-Leistungsverhältnis im Glashaus. Und wenn die Flugticketsteuer verhindert, dass der eine oder andere Kegelverein zum Versaufen seiner Kegelkasse mit der Bahn statt dem Flugzeug reist, ist das für mich kein Verlust.
Wenn die Airlines diese Steuer nicht haben wollen, wie währe es dann mit einer Kerosinsteuer? Mill. von Autofahrern zahlen imense Summen Steuern an den Tankstellen, Berufspendler sind am stärksten betroffen! Selbst der ÖPNV ( [...]
Wenn die Airlines diese Steuer nicht haben wollen, wie währe es dann mit einer Kerosinsteuer? Mill. von Autofahrern zahlen imense Summen Steuern an den Tankstellen, Berufspendler sind am stärksten betroffen! Selbst der ÖPNV ( öffendl. Nahverk.) zahlt zwar keine MwSt. aber über den Dieseleinkauf pro Ltr. ca 88-90 €ct. an Steuern. Und von unseren lieben Airlines, die der Normalbürger zum zur/von der Arbeit kaum nutzen wird, sollen von allen Steuern weiterh. befreit bleiber? Also nochm.: Her mit der Steuer auf Kerosin, dann natürlich auch Abschaffung der " Luftverkehrsabgabe".
atherom 30.06.2012
Sie betreffen die Allgemeinheit, bringen viel ein und sind ausbaufähig und die Gefahr einer Überforderung und Proteste der Betroffenen ist, in Anbetracht deren bewährten Geduld, nicht zu erwarten. Nur so kann der Staat [...]
Zitat von sysopDie Milliardeneinnahmen aus der Steuer sind fest im deutschen Haushaltsetat eingeplant. Die Bundesregierung sieht deshalb "keinen Grund", die umstrittene Flugticketsteuer abzuschaffen - trotz massiver Proteste der Luftfahrtbranche. Luftfahrt: Bundesregierung will Ticketsteuer behalten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,841823,00.html)
Sie betreffen die Allgemeinheit, bringen viel ein und sind ausbaufähig und die Gefahr einer Überforderung und Proteste der Betroffenen ist, in Anbetracht deren bewährten Geduld, nicht zu erwarten. Nur so kann der Staat seinerseits die Konzerne steuerlich entlasten, damit sie nicht wegziehen. Es wäre wahrlich unerträglich, wenn die Lufthansa ihr Drehkreuz nach Afrika, oder Asien verlagern und Deutschland den Rücken kehren würde...
FreieWelt 30.06.2012
Natürlich beharrt die Bundesregierung auf der Ticketsteuer, sie liebt es schließlich den Bürger abzuzocken und das Geld in der Welt sprich Euroraum zu verschenken. Wenn jemand glaubt, dass der Absolutismus im Mittelalter zu Grabe [...]
Natürlich beharrt die Bundesregierung auf der Ticketsteuer, sie liebt es schließlich den Bürger abzuzocken und das Geld in der Welt sprich Euroraum zu verschenken. Wenn jemand glaubt, dass der Absolutismus im Mittelalter zu Grabe getragen wurde, liegt er leider falsch. Aus Steuern kassieren, Schulden machen und Geld verschenken, können unsere Politiker recht wenig.
marthaimschnee 30.06.2012
Vor allem Klasse: Die Luftfahrtunternehmen argumentieren, daß etwa 1000 Arbeitsplätze wegen der Steuer nicht entstanden sind. Der Staat hat also 1000 Arbeitsplätze verhindert und könnte mit den Einnahmen 200000 HartzIV Empfänger [...]
Vor allem Klasse: Die Luftfahrtunternehmen argumentieren, daß etwa 1000 Arbeitsplätze wegen der Steuer nicht entstanden sind. Der Staat hat also 1000 Arbeitsplätze verhindert und könnte mit den Einnahmen 200000 HartzIV Empfänger bezahlen ... oder könnte 15000 reguläre Arbeitsplätze mit 30000Euro Jahresgehalt in der freien Wirtschaft komplett finanzieren (wobei er gut die Hälfte als Steuern und Sozialabgaben zurück bekäme)!
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  • Samstag, 30.06.2012 – 00:05 Uhr
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