Brasilien Lula da Silva droht weiteres Korruptionsverfahren

Lula da Silva sitzt schon wegen Korruption im Gefängnis - und gilt trotzdem als aussichtsreicher Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober. Jetzt droht ihm ein neues Verfahren. Es geht auch um Geldwäsche.

Luiz Lula da Silva und Gleisi Hoffmann
REUTERS

Luiz Lula da Silva und Gleisi Hoffmann


Gegen den brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Lula da Silva ist ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Korruption und Geldwäsche eingeleitet worden. Auch gegen die Vorsitzende von Lulas Arbeiterpartei (PT), Gleisi Hoffmann, werde wegen Annahme von Schmiergeldern des Baukonzerns Odebrecht ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Vorwürfe reichen demnach zurück in das Jahr 2010. Damals habe der Konzern dem damaligen Präsidenten Lula 40 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) als Gegenleistung für Entscheidungen zugunsten des Unternehmens versprochen. Diese Summe sei der PT zur Verfügung gestellt worden, wovon auch Parteichefin Hoffmann persönlich profitiert habe.

Ermittelt wird auch gegen die ehemaligen Finanzminister Antonio Palocci und Paulo Bernardo, die unter Lula und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff im Amt waren, sowie gegen den Geschäftsmann Marcelo Odebrecht. Lula, Hoffmann, Bernardo und Palocci waren bereits im September wegen Veruntreuung von Geldern des staatlichen Erdölkonzerns Petrobras angeklagt worden.

Lula war im vergangenen Jahr wegen Verwicklung in einen weitverzweigten Korruptionsskandal und Geldwäsche verurteilt worden. Anfang April trat er seine Haftstrafe an. Er galt als Favorit für die Präsidentschaftswahl im Oktober und liegt in Umfragen trotz seiner Inhaftierung immer noch vorn.

mik/AFP

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bepekiel1 01.05.2018
1. Alles irgendwie merkwürdig
Da wird gegen Lula jetzt das zweite Fass aufgemacht. Da hat der Richter Sergio Mora gleich nach dem Spruch des STF Lula ins Gefängnis "eingeladen". Aber so arbeitsam ist er nicht, wenn es um die untersuchten rechten Politiker geht. Da ist Ruhe. Und Temer poltert gegen die Untersuchungen (Geldwäsche) gegen seine Person und seine Vertrauten. Seine Tochter Maristela wurde von der PF vorgeladen. Und Temer selber hat in letzter Minute eine Reise nach Afrika abgesagt. Grund: die Abstimmungen in der nächsten Woche im Kongress. Da muss er ja im Land bleiben und sehen wie er die Stimmen zu seinen Gunsten noch schneell kaufen kann.
Stäffelesrutscher 01.05.2018
2.
Da scheint das Establishment einen Feldzug gegen alle zu führen, die irgendwie links sind. Wahrscheinlich sind die Vorwürfe genauso frei erfunden wie bei Lulas erstem Verfahren. Und wie #1 schon schrieb: die Rechten kommen mit ihren nachgewiesenen Schweinereien davon.
neurobi 01.05.2018
3.
Wenn man von einem ganz sicher ausgehen kann, was immer Herr da Silva und seine Nachfolgerin sich haben zu schulden hat kommen lassen, im Vergleich zum amtierenden Präsident dürfte es ein Kleinigkeit sein. Und die meisten Brasilianer wissen das.
runesmith 28.02.2015
4. Ach wie schoen...
...die Maer vom Heiligen Lula in seinem Kampf gegen die boese boese Rechte wird weiter gesponnen (hier in den Kommentaren). Ich frage mich, wann es den Kommentatoren hier endlich mal aufgeht, dass wirklich ALLE Politiker in Brasilien korrupt sind - oder sie sind dumme Erfuellungsgehilfen wie Dilma fuer Lula. Lula ist mit Sicherheit einer der groessten Kriminellen, die dieser an korrupten Persoenlichkeiten reicher Kontinent hervorgebracht hat. Wenn die Coronels nicht so unglaublich gierig waeren und die Landbevoelkerung nicht so endlos arm, gaebe es so Menschen wie Lula gar nicht. Der brasilianische Steuerzahler (die ehrlichen oder diejenigen, die keine Gelegenheit zum schummeln haben) kommt fuer alles auf - mit einer immensen Abgabenlast jeden Tag. Die staatliche Foerderbank BNDES muss gerade mal wieder mit Steuergeldern gerettet werden, weil Kredite an Angola, Venezuela und andere Bruderstaaten der PS nicht bedient werden koennen. Fernando Henrique Cardoso (der Vorganeger von Lula als Praesident) veroeffentlichte kuerzlich ein Buch ueber die Krise der brasilianischen Politik: "Crise e reinvenção da politica no Brasil". Mit Sicherheit lesenswert.
johannes48 01.05.2018
5. Ich war,
lange in Brasilien und lese auch heute noch die Nachrichten, von dort. Offensichtlich ist die Ikone der Linken, Lula, nichts anderes als ein moralisch völlig verkommenes und hochkriminelles Subjekt! Das gilt aber wohl auch für seine Nachfolgerin, "Dilma"! Natürlich ist der amtierende Präsident, Temer, nicht anders! Aber so ist das nun mal in Brasilien, die angeblichen politischen Parteien, sind in Wirklichkeit, legalisierte Betrügerbanden!
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