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Dubiose Deals: Ex-Berater soll Luxemburger Steueraffäre losgetreten haben

Steuerparadies Luxemburg (Archivbild): Top-Deals für große Konzerne Zur Großansicht
REUTERS

Steuerparadies Luxemburg (Archivbild): Top-Deals für große Konzerne

Disney, Skype oder Microsoft - sie alle haben über Luxemburger Steuerdeals Millionen gespart. Ans Licht brachte die Absprachen offenbar ein französischer Ex-Unternehmensberater. Laut Anklage soll er Tausende Dokumente abgeschöpft haben.

Luxemburg - Mit hochlukrativen Steueranreizen hat Luxemburg über Jahre multinationale Konzerne ins Land gelockt, die Ersparnisse für die Firmen gingen in die Milliarden. Doch bisher war unklar, wie Informationen über die undurchsichtigen Absprachen überhaupt an die Öffentlichkeit geraten waren. Nun zeigt sich: Whistleblower in dem spektakulären Fall war offenbar ein früherer Angestellter der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PWC).

Der Mann soll Tausende brisante Dokumente über Steuerdeals zwischen dem Großherzogtum und internationalen Konzernen weitergereicht haben. Gegen den Ex-PWC-Mitarbeiter sei nach einem stundenlangen Verhör Anklage erhoben worden, teilte die Luxemburger Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

PWC Luxemburg hatte im Juni 2012 eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet, nachdem erste Enthüllungen im französischen TV-Sender France 2 gelaufen waren.

Die Tageszeitung "Luxemburger Wort" berichtete, bei dem Angeklagten handle es sich um einen Franzosen, seine Identität wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Dabei beruft sich das Blatt auf die Staatsanwaltschaft. Er sei zu dem Verhör in Luxemburg erschienen und sei nach der Klageerhebung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Anklage lautet auf Diebstahl, Verletzung des Berufsgeheimnisses und betrügerische Nutzung von Datenverarbeitungssystemen.

In einer ersten Welle von Enthüllungen waren Steuerabsprachen ("tax rulings") mit Konzernen wie Apple, Ikea und Pepsi bekannt geworden, in dieser Woche folgte eine zweite Welle von Veröffentlichungen über Absprachen etwa mit Microsoft, Disney und Skype.

Laut den vorliegenden Dokumenten ließen sich die Firmen mit den Absprachen Steuerraten von teils weniger als einem Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne zusichern. Demnach gründete unter anderem der US-Unterhaltungskonzern Disney in Luxemburg eine konzerninterne Bank, die ihre Gewinne mit unter einem Prozent versteuerte. Der Internettelefondienst Skype habe seit 2005 einen Steuerrabatt von bis zu 95 Prozent auf Lizenzeinnahmen bekommen, hieß es weiter.

Fall belastet auch Juncker

Die jüngsten Enthüllungen erfolgten kurz vor der Vereidigung der neuen EU-Kommission mit dem Vorsitzenden Jean-Claude Juncker, der lange Jahre an der Spitze der luxemburgischen Regierung stand. Juncker bekräftigte am Mittwoch, dem Tag der Vereidigung, er werde als Kommissionspräsident gegen Steuervermeidung vorgehen. Durch den Fall war er selbst zuletzt unter Druck geraten.

Bisher deutet nichts darauf hin, dass die Praxis der Preisabsprachen illegal war, das Ausmaß der von Luxemburg gewährten Steuernachlässe löste aber bei EU-Partnern Empörung aus. Dafür haben viele Länder gute Gründe: Ihnen entgehen durch das Vorgehen Luxemburgs Einnahmen in Milliardenhöhe.

jok/AFP

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insgesamt 138 Beiträge
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1.
Thunder79 13.12.2014
Ebay ist auch so ein Laden die in Luxemburg angemeldet sind und als gewerblicher Verkäufer ein Garaus die Ausgaben durch Gebühren beim deutschen Finanzamt abzusetzen.
2. amerikanische Multis werden. ...
joG 13.12.2014
...genannt am Anfang und sichtbar. Warum die Amerikaner? Die sind hier nicht unser Problem, nicht das Problem für den deutschen Steuerzahler. warum also nicht die deutschen Firmen als Beispiele nehmen.? Oder will man die Amerikaner, wie man das hier gerne in jedem passenden oder unpassenden Zusammenhang tut schlecht beleuchten?
3. Steueraffaire???
Spiegelleserin57 13.12.2014
es stellt sich die Frage ob dies Straftaten sind. Sind die Voraussetzungen vorhanden ist es korrekt dass dies gemeldet wird. Dies bleibt zu prüfen. Die Wörter Affaire und losgetreten erheben den Anschein dass die Meldung anrüchig und derjenige ein Vergehen begangen hat dass er dies gemeldet hat. Sorry aber wenn sich herausstellt dass Straftaten vorliegen könnten ist die Meldung absolut korrekt. Es liegt hier keine Hinterlist vor, so wie die Überschrift vermuten läßt sondern im positiven Fall ein Handeln dass dass Transparenz verschaffen will. Eine Tat die Korruption verhindern will, das sollten wir begrüßen.
4.
Jochen Binikowski 13.12.2014
Ich glaube erst dann an eine Abschaffung der legalen Steuerhinterziehung von Konzernen wenn Juncker in Hand- und Fußfesseln vor laufenden Kameras von seinem Palast ins Gefängnis geschleift wird. Und die Konzerne die jahrelang gesparten Steuern nebst Zinsen und Strafzuschläge nachentrichten. Solange das nicht passiert sind alle Beteuerungen der Politiker nur dummes Geschwätz.
5. Einzig relevant dazu die Frage ...
Worldwatch 13.12.2014
... taten sie das legal oder illegal!? Also nur "Werte" verletzend, oder Gesetze verletzend. Im uebrigen ist jeder Konsument frei, diese Unternehmen mit Konsumentzug zu erziehen.
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