Luxemburgs Regierungschef Juncker will hauptamtlichen Eurogruppen-Chef

Ein neues Gesicht für den Euro: Ginge es nach Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, würde er seinen Posten für einen hauptamtlichen Vorsitzenden frei machen - und damit einen Quasi-Finanzminister in Brüssel etablieren. 

Jean-Claude Juncker: Er will nur noch Regierungschef von Luxemburg sein
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Jean-Claude Juncker: Er will nur noch Regierungschef von Luxemburg sein


Hamburg - Er würde seinen Posten räumen: Jean-Claude Juncker will sich für einen hauptamtlichen Eurogruppen-Chef stark machen, berichtet die "Financial Times Deutschland" ohne Nennung von Quellen. Der Luxemburger Regierungschef sei bereit, den Vorsitz der Eurogruppe abzugeben und sich auf seinen Job als Ministerpräsident zu konzentrieren. Juncker werde dies in den kommenden Tagen vorschlagen.

Deutschland und Frankreich hatten sich im August für eine andere Idee stark gemacht: Sie wollen EU-Ratspräsident Herman van Rompuy zum Vorsitzenden einer als Wirtschaftsregierung bezeichneten Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Mitgliedstaaten machen. Sollten die Euro-Länder ihn zu einer Art Sprecher der Währungszone bestimmen, würde er Juncker als Gesicht der gemeinsamen Währungspolitik ablösen.

Die Bundesregierung habe sich in der Frage eines hauptamtlichen Finanzministers noch nicht festgelegt, hieß es laut Bericht in Berliner Regierungskreisen. Chef der Gruppe müsse aber in jedem Fall ein ehemaliger Finanzminister sein. Die Möglichkeit, dass ein EU-Kommissar zugleich Chef der Minister sei, komme für Deutschland nicht in Frage.

Ein dritter Vorschlag stammt von der niederländischen Regierung: Sie will einen EU-Kommissar mit Sonderrechten und mehr Unabhängigkeit gegenüber der Gesamtkommission bei der Kontrolle von Defizitländern ausstatten. Diese Idee halte Deutschland "für überlegenswert", berichtet die Zeitung.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Euro-Krise


kra/dapd/AFP/dpa/Reuters



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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
andresa 09.09.2011
1. unfassbar
das ist nur noch zum kopfschütteln...diese selbsterannten eliten bauen längst nur noch an ihrem machtapperat...um lösungen geht es doch längst nicht mehr...oder warum wird ausgeblendet dass das geldsystem ein schneeballsystem ist? wie hier wunderbar dargelegt... http://le-bohemien.net/2011/09/09/wie-banken-geld-machen/
UHamm 09.09.2011
2. Dieser Herr
wollte auch Eurobonds und damit eine Übernahme der Schulden auf die stabilen Länder. Gott bewahre uns vor einem Europafinanzminister, der den gut wirtschaftenden nimmt und es den weniger gut wirtschaftenden gibt. Wir brauchen keine Umverteilung, sondern eine Anpassung der Fiskalgesetze in den Ländern der Eurozone und gleiche Bedingungen. Wer hat jahrzehnte 90% der Subventionen bekommen? Richtig, Irland, Portugal, Spanien und Griechenland. Und genau diese Länder brauchten sich nicht anzustrengen, sie bekamen ja alles gratis. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Das sollte man nicht fortführen, und jedes Land muss für seine gemachten Schulden selber haften.
derlabbecker 09.09.2011
3. am besten...
.... kommt der Typ dann aus Griechenland, Italien, Spanien, Portugal oder Irland. Die könne das mit dem Geld doch so gut. Oder aber ein Belgier, die Politiker von dort haben doch Zeit, braucht man doch dort gerade seit einem Jahr keine mehr für die Regierung. Oder Sarkozy fordert bestimmt, dass es ein Franzose sein muss! Strauss-Kahn hat doch jetzt viel Zeit.... Ohne Worte..... dieser Stümperhaufen ist nur noch lächerlich
Baracke Osama, 09.09.2011
4. --
Zitat von sysopEin neues Gesicht für den Euro: Ginge es nach Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, würde er seinen Posten für einen hauptamtlichen Vorsitzenden frei machen - und damit einen Quasi-Finanzminister in Brüssel etablieren.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785303,00.html
Warum wurde diese Elitepuppe noch nicht abgewählt? Achso, ganz vergessen, nicht der Wähler entscheidet.
Jolly65 09.09.2011
5. ...
Zitat von UHammwollte auch Eurobonds und damit eine Übernahme der Schulden auf die stabilen Länder. Gott bewahre uns vor einem Europafinanzminister, der den gut wirtschaftenden nimmt und es den weniger gut wirtschaftenden gibt. Wir brauchen keine Umverteilung, sondern eine Anpassung der Fiskalgesetze in den Ländern der Eurozone und gleiche Bedingungen. Wer hat jahrzehnte 90% der Subventionen bekommen? Richtig, Irland, Portugal, Spanien und Griechenland. Und genau diese Länder brauchten sich nicht anzustrengen, sie bekamen ja alles gratis. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Das sollte man nicht fortführen, und jedes Land muss für seine gemachten Schulden selber haften.
Hier können sie eine Aufschlüsselung sehen: http://www.dokumentarfilm24.de/2008/09/05/eu-subventionen/ Die Ausgaben für die Strukturförderung in ärmeren Regionen macht knapp 36 % aus. Und die gehen mit Sicherheit nicht nur in die von ihnen angeführten Staaten.
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