Steuertricks von Konzernen Gericht kassiert Urteil gegen Luxleaks-Enthüller

Weil er mit entwendeten Dokumenten auf Steuervermeidung in Luxemburg aufmerksam machte, wurde Antoine Deltour zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die hat ein Gericht nun aufgehoben.

Antoine Deltour im April 2016
DPA

Antoine Deltour im April 2016


Ein Luxemburger Gericht hat das Urteil gegen den "Luxleaks"-Informanten Antoine Deltour gekippt. Eine geringere Strafe für den Mitangeklagten Raphaël Halet wurde dagegen aufrechterhalten.

Deltour war in einem Berufungsprozess im vergangenen März zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 1500 Euro Strafe verurteilt worden. Der Mitangeklagte Halet erhielt eine Geldstrafe von 1000 Euro. Beide legten Berufung ein.

Die beiden Franzosen sind ehemalige Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Sie hatten fast 30.000 Dokumente entwendet, die enthüllen, wie Luxemburg Großkonzernen bei der Vermeidung von Steuerzahlungen in Milliardenhöhe half. Deltour und Halet gaben die Dokumente 2012 an den Journalisten Edouard Perrin weiter.

Doch erst die "LuxLeaks"-Enthüllungen des internationalen Recherchenetzwerks ICIJ zwei Jahre später sorgten europaweit für Wirbel. Dadurch kam damals auch der frisch gewählte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker unter Druck, der fast zwei Jahrzehnte lang Finanzminister und Regierungschef von Luxemburg war.

SPIEGEL-Gesprächsreihe: Der Montag an der Spitze - Jean-Claude Juncker

DER SPIEGEL

dab/AFP



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