Möglicher Fälscherring Deutsche Bank soll in Zinsmanipulationen verstrickt sein

Im Skandal um manipulierte Zinsen rücken vier europäische Großbanken ins Visier der Fahnder: Laut "Financial Times" sollen Händler der Banken einen Ring mit der britischen Bank Barclays gebildet haben. Eines des beteiligten Institute war demnach die Deutsche Bank.

Deutsche-Bank-Co-Chef Jain: Skandal um Libor-Manipulationen weitet sich aus
AFP

Deutsche-Bank-Co-Chef Jain: Skandal um Libor-Manipulationen weitet sich aus


Hamburg - Die Untersuchungen über Manipulationen der Referenzzinssätze Libor und Euribor gehen offenbar voran: Laut "Financial Times" prüfen die Fahnder Verbindungen zwischen der britischen Bank Barclays und den Instituten Crédit Agricole, HSBC, Société Générale - sowie der Deutschen Bank. Händler dieser Geldhäuser könnten einen Ring gebildet haben, um den Euribor zu manipulieren, so der Verdacht. Rädelsführer könnte demnach der Barclays-Händler Philippe Moryoussef gewesen sein.

Der Euribor gehört wie der Libor zu den zentralen Zinssätzen im Finanzsystem. Sie zeigen an, zu welchem Preis sich Banken untereinander Geld leihen - und bilden damit die Basis für zahlreiche Immobilienkredite, Sparverträge und Anleihen im Volumen von vielen Billionen Dollar. Die Sätze werden jeden Tag neu ermittelt: Dazu melden Banken die Zinsen, zu denen sie Refinanzierungsgeschäfte mit der Konkurrenz tätigen würden. Der Durchschnitt dieser Werte ist dann der Euribor beziehungsweise der Libor für den jeweiligen Tag. Mehrere Banken sollen die Zinsen systematisch zu niedrig angegeben und so Libor und Euribor manipuliert haben.

Mindestens ein Händler der Deutschen Bank war laut "FT" tief in die Zinsmanipulationen verwickelt. Er soll zu dem Zirkel der Bankenmitarbeiter gehört haben, die sich absprachen. Die verdächtigten Händler sollen sich laut "Financial Times" in den Jahren 2006 bis 2007 in mindestens 58 Fällen bei Euribor-Zinssätzen abgesprochen haben, um so bei eigenen Termingeschäften zu profitieren.

Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte, dass der verdächtigte Händler bereits im vergangenen Jahr suspendiert worden sei und die Bank verlassen habe, ebenso wie ein weiterer Kollege. Die Deutsche Bank kooperiere mit den Behörden.

Weitgehende Absprachen

Die mutmaßlichen Euribor-Absprachen betreffen einen Zeitraum vor Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007. Bisher lag der Fokus des öffentlichen Interesses auf der möglichen Manipulation des noch wichtigeren Libor-Satzes seit Beginn der Finanzkrise. Die Banken, so die Vermutung, könnten in der Krise einen Anreiz gehabt haben, die gemeldeten Zinssätze niedrig zu halten, um so Zweifel an ihrer Zahlungsfähigkeit zu zerstreuen.

Weltweit laufen seit rund zwei Jahren Ermittlungen gegen etwa 20 Großbanken wegen Manipulationsversuchen bei den Zinssätzen. Die entscheidende Frage dabei ist, ob es sich lediglich um das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter handelt oder ob es quasi zum Geschäftsmodell der Banken gehörte, den Zinssatz zu manipulieren.

Die britische Bank Barclays hatte als erste Manipulationen eingestanden - und muss dafür 450 Millionen Dollar Strafe zahlen. In der Folge trat Vorstandschef Bob Diamond zurück. Laut führenden Mitarbeitern der Bank soll die Manipulation der Zinssätze von höchster Stelle angeordnet worden sein.

Angesichts der bekanntgewordenen Manipulationsversuche fordert der britische Notenbank-Chef Mervyn King, Reformen bei der Ermittlung der Referenzzinssätze. Er lud dazu Zentralbanker aus aller Welt für den 9. September zu Beratungen in der Schweiz ein. Bislang werden Libor und Euribor dadurch ermittelt, dass die Großbanken die Zinssätze für Verleihgeschäfte untereinander in einer vertraulichen Umfrage melden. Daraus wird dann ein Durchschnittskurs gebildet, an dem sich alle möglichen Zinsen in der Realwirtschaft orientieren.

Kanadas Notenbankchef Mark Carney fordert sogar noch weitergehende Konsequenzen aus der Libor-Affäre. Er verlangt die komplette Abschaffung des Referenz-Zinssatzes. Carney sitzt dem einflussreichen Finanzstabilitätsrat vor.

ssu/stk/dpa-AFX/Reuters

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Seite 1
Pandora0611 19.07.2012
1. Und wieder die "Deutsche Bank"
Zitat von sysopAFPIm Skandal um manipulierte Zinsen rücken vier europäische Großbanken ins Visier der Fahnder: Laut "Financial Times" sollen Händler der Banken einen Ring mit der britischen Bank Barclays gebildet haben. Eines des beteiligten Institute ist demnach die Deutsche Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,845260,00.html
Wann immer es einen Skandal gibt, ist die *Deutsche Bank* involviert! Sei es **Splittermunition, Waffengeschäfte, Nahrungsmittelspekulation,** einer fehlt nie: **Die Deutsche Bank** Pecunia non olet!
kuehtaya 19.07.2012
2. Und wer regiert die Deutsche von London aus?
Der neue Vorstand hat in London schon lange das Sagen. Anshu Jain dürfte also Teil der Ermittlungen werden und das ist gut so. Sparkassen sind eine gute Sache.
TS_Alien 19.07.2012
3. Märchen!
Glaubt denn wirklich jemand, dass da einzelne Händler kriminell vorgegangen sind? Ein manipulierter Libor fällt doch bankintern sofort auf, wenn er nicht auf den bankinternen Tatsachen basiert und diesen damit widerspricht. Noch eines: Aus welchem Grund wird ein Händler Jahre später suspendiert? Das kann doch nur bedeuten, dass die Deutsche Bank bereits vor Jahren von den Manipulationen gewusst hat. Hat sie damals die Ermittlungsbehörden informiert? Ich könnte wetten, dass im Moment sehr viele Grossbanken ihren internen Schrift- und Kommunikationsverkehr bereinigen, so dass am Ende nur das bewiesen werden kann, was bereits jetzt nicht mehr abgestritten werden kann. Was für ein kaputtes Bankensystem.
deus-Lo-vult 19.07.2012
4. ...
Zitat von Pandora0611Wann immer es einen Skandal gibt, ist die *Deutsche Bank* involviert! Sei es **Splittermunition, Waffengeschäfte, Nahrungsmittelspekulation,** einer fehlt nie: **Die Deutsche Bank** Pecunia non olet!
Ja! Aber ich wette, die finden das gut. Denn dann sind die ja immer im Gespräch! Es wird wirklich Zeit, dass Banken, deren Manager, etc. endlich strafrechtliche Konsequenzen zu fürchten haben! Die spielen mit Existenzen! Und was die Lebensmittelspekulationen anbetrifft, sogar mit Menschenleben!
Jochen Binikowski 19.07.2012
5.
Den Politiker-Sprüchen von der "rückhaltlosen Aufklärung" glaube ich erst wenn Ackermann und seine Mafiakomplizen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und gewerbsmäßigem Betrugs in U-Haft sind.
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