Marode Kasse: Vereinigte IKK will durch Fusion der Pleite entkommen

Die City BKK ist bereits pleite, der Krankenkasse Vereinigte IKK droht dasselbe Schicksal. Rettung könnte eine Fusion bringen. Die IKK classic zeigte sich dazu bereit - stellt aber Bedingungen.

Fahnen mit Logo der Vereinigten IKK: Fusion soll die Rettung bringen Zur Großansicht
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Fahnen mit Logo der Vereinigten IKK: Fusion soll die Rettung bringen

Hamburg - Setzt bei den maroden Krankenkassen der Dominoeffekt ein? Nach der City BKK droht auch der Vereinigten IKK wegen enormer finanzieller Schwierigkeiten das Aus. Sie könnte aber durch die Fusion mit einem anderen Unternehmen gerettet werden: Die IKK classic teilte mit, sie sei grundsätzlich zu einer Fusion mit der Vereinigten IKK bereit. Dafür müsse diese aber bestimmte Bedingungen erfüllen.

Dabei gehe es um die finanzielle Absicherung und die Führungsstruktur einer möglichen fusionierten Kasse. Eine weitere Voraussetzung sei, dass die Vereinigte IKK von der Erhebung eines Zusatzbeitrags absehe. Erst am vergangenen Freitag hatte der Verwaltungsrat der Vereinigten IKK beschlossen, von den Versicherten einen Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro zu verlangen.

Der Vorstandschef der IKK classic, Gerd Ludwig, sagte, eine fusionierte IKK würde bis zum Jahr 2013 keinen Zusatzbeitrag benötigen. Mit einem Zusammenschluss entstünde die fünftgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland mit zusammen 3,5 Millionen Versicherten.

Pläne für eine Fusion der beiden Kassen hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben. Sie waren aber zwischenzeitlich fallengelassen worden. Gespräche über Finanzhilfen und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Kassen laufen bereits seit längerem.

Als Grund für ihre Schieflage nannte die Vereinigte IKK die hohen Durchschnittskosten für ihre Versicherten in Ballungszentren mit vielen Krankenhäusern und Fachärzten. Der Gesundheitsfonds gleiche regionale Unterschiede in der Versorgung nicht aus. Die Vereinigte IKK, die aus der Fusion von Signal Iduna IKK und IKK Nordrhein hervorgegangen ist, hat gut 1,6 Millionen Mitglieder.

Tausende Kunden der City BKK suchen neuen Versicherer

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die City BKK zum 1. Juli wegen chronischer Finanzprobleme und Mitgliederschwunds geschlossen wird. Damit müssen sich rund 168.000 Versicherte vor allem in Berlin, Hamburg und Stuttgart eine neue Krankenkasse suchen.

Zunächst gab es Berichte, dass andere Kassen die Kunden der City BKK abwimmelten. Inzwischen haben die größten Kassen wie Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK), AOK Nordost und die Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) versichert, dass sie alle Versicherten aufnehmen. Schließlich sei man gesetzlich und gesellschaftlich dazu verpflichtet, hieß es. Allerdings räumten die Kassen ein, auf den großen Andrang nicht vorbereitet gewesen zu sein. Die TK erklärte, sie habe bereits 13.000 Versicherte der City BKK aufgenommen.

mmq/AFP/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Wenn man
Sentinel2150 18.05.2011
selber auf eine Fusion angewiesen ist, sollte man vlt. überdenken Bedingungen zu stellen
2. Kein Titel
ohne_sorge 18.05.2011
Zitat von sysopDie City BKK ist bereits pleite, der Krankenkasse Vereinigte IKK droht dasselbe Schicksal. Rettung könnte eine Fusion bringen. Die IKK classic zeigte sich dazu bereit - stellt aber Bedingungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,763403,00.html
Ich verstehe immer noch nicht, warum es mehr als eine gesetzliche Kasse geben muss? Es gibt ja auch nur eine Deutsche Rentenversicherung und nicht zehn.
3. Und wo ist bitte Herr Rösler?
markusmm 18.05.2011
Der Verräter am deutschen Gesundheitssystem hinterlässt einen Scherbenhaufen http://www.finanznews-123.de/krankenkassen-pleite-oder-zusatzbeitrag-vereinigte-ikk/, aber andere sollen es ja richten. Und so was wird jetzt auch noch Vizekanzler und Wirtschaftsminister? Gute Nacht Deutschland, morgen gehen wir alle stempeln.
4. Re: warum es mehr als eine gesetzliche Kasse geben muss
shine31 18.05.2011
Zitat von ohne_sorgeIch verstehe immer noch nicht, warum es mehr als eine gesetzliche Kasse geben muss? Es gibt ja auch nur eine Deutsche Rentenversicherung und nicht zehn.
Das hat historische Gründe. Diese Kassen sind aus den Innungskrankenkassen (IKK) oder Betriebskrankenkassen (BKK) hervorgegangen und waren anfangs nur für Mitglieder der Innung oder des Betriebes offen. Ab 1996 wurde diese Beschränkung aufgehoben und diese Kassen sind für alle offen. So wie es aussieht "regelt" der Markt das ganze sowieso auf einpaar wenige große Kassen zusammen.
5. Die Pleite einer Krankenkasse ist ein Schritt in die
atherom 18.05.2011
Zitat von sysopDie City BKK ist bereits pleite, der Krankenkasse Vereinigte IKK droht dasselbe Schicksal. Rettung könnte eine Fusion bringen. Die IKK classic zeigte sich dazu bereit - stellt aber Bedingungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,763403,00.html
richtige Richtung! Es gibt keinen Zweifel daran, dass es in Deutschland viel zu viele Krankenkassen gibt. Diese verwalten die Krankheiten, sind offensichtlich selbst krank und kosten unermäßlich viel Geld. So viel, dass es wie ein Geheimnis streng gehütet wird und so werden wir nie erfahren, welchen Anteil diese unnötigen Auswüchse der zahlreichen, gescheiterten Änderungen im Gesundheitswesen, haben. Weniger Krankenkassen, keine KVen mehr (pro Arzt ein Angestellter), Beseitigen der absolut untragbaren Pauschalen für bestimmte Operationen (die nur dazu verleiten, dass dauernd völlig unsinnige Operationen, wie Knie-Schultergelenksarthroskopien, Bandscheibenoperationen und manche andere, wie am Fließband erfolgen). Credo: je weniger Krankenkassen, desto besser, der Anfang ist getan.
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Die Krankenkassen im Praxistest
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Gesetzliche Krankenkassen beraten und informieren ihre Versicherten ordentlich. Das ergab eine aktuelle Untersuchung von "Finanztest". Zwei von 21 Kassen erreichten das Qualitätsurteil "Gut", die übrigen sind "befriedigend". "Finanztest" hat Beratung, Service und Infoangebote im Internet von 21 Krankenkassen getestet, informiert ausführlich über die Testergebnisse und gibt Tipps für gesetzlich Versicherte.
Tipps
Anspruch. Finden Sie sich nicht mit miesem Service ab. AOK Plus und Techniker Krankenkasse zeigen, wie gute Beratung und Information der Versicherten aussehen können.

E-Mail. Kommunizieren Sie in erster Linie per Mail mit Ihrer Kasse? Dann riskieren Sie, nicht optimal bedient zu werden – selbst bei Kassen, die ansonsten gut beraten. Wichtige Angelegenheiten sollten Sie deshalb telefonisch oder persönlich klären.

Leistungen. Beratung ist nicht das einzige Kriterium für die Kassenwahl. Sind Sie aber mit Service, Informationen und Leistungen Ihrer Kasse nicht zufrieden, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Wenn Sie einen Wechsel erwägen, vergleichen Sie Zusatzleistungen und andere Angebote der Kassen.
Service und Beratung der Krankenkassen
Anbieter Beratung Service Information im Internet Finanztest - Qualitätsurteil
40% 35% 25%
AOK Plus gut (2,5) gut (2,3) gut (1,8) gut (2,3)
TK - Techniker befriedigend (2,6) gut (2,3) gut (1,7) gut (2,3)
Barmer GEK befriedigend (2,8) befriedigend (2,6) gut (2,3) befriedigend (2,6)
AOK Niedersachsen befriedigend (3,4) befriedigend (2,8) sehr gut (1,5) befriedigend (2,7)
AOK Rheinland/Hamburg befriedigend (3,3) befriedigend (2,9) sehr gut (1,5) befriedigend (2,7)
Bahn BKK befriedigend (2,8) gut (2,2) befriedigend (3,1) befriedigend (2,7)
KKH - Allianz befriedigend (3,3) gut (2,5) gut (2,2) befriedigend (2,7)
AOK Baden-Württemb. ausreichend (3,6) befriedigend (3,0) sehr gut (1,4) befriedigend (2,8)
AOK Bayern befriedigend (3,3) befriedigend (3,2) sehr gut (1,3) befriedigend (2,8)
DAK befriedigend (3,0) befriedigend (2,9) gut (2,2) befriedigend (2,8)
IKK Nordrhein Fußnote befriedigend(2,8) gut (2,3) befriedigend (3,5) befriedigend (2,8)
BKK Mobil Oil befriedigend (2,8) befriedigend (2,7) befriedigend (3,4) befriedigend (2,9)
Deutsche BKK befriedigend (2,7) befriedigend (2,7) ausreichend (3,6) befriedigend (2,9)
IKK classic befriedigend (3,3) befriedigend (2,8) befriedigend (2,6) befriedigend (2,9)
Knappschaft befriedigend (3,0) befriedigend (2,7) befriedigend (2,9) befriedigend (2,9)
SBK - Siemens BKK befriedigend (3,4) befriedigend (3,0) befriedigend (2,9) befriedigend (3,1)
HEK - Hanseatische befriedigend (3,5) befriedigend (3,0) befriedigend (2,8) befriedigend (3,2)
Signal Iduna IKK Fußnote befriedigend (3,1) befriedigend (3,3) befriedigend (3,2) befriedigend (3,2)
BKK Gesundheit befriedigend (3,1) befriedigend (3,1) ausreichend (4,1) befriedigend (3,3)
IKK Südwest befriedigend (3,2) befriedigend (2,8) ausreichend (4,0) befriedigend (3,3)
Big direkt gesund befriedigend (3,5) befriedigend (3,0) ausreichend (4,0) befriedigend (3,4)

  • Bewertungsschlüssel der Prüfergebnisse:

    sehr gut = Sehr gut (0,5–1,5). gut = Gut (1,6–2,5). befriedigend = Befriedigend (2,6–3,5). ausreichend = Ausreichend (3,6–4,5). mangelhaft = Mangelhaft (4,6–5,5).
  • Fußnote 1 Die Signal-Iduna IKK und die IKK Nordrhein sind zum 01. Juli 2010 zur Vereinigten IKK fusioniert.