Hamburg - Experten räumen modernen Kohlekraftwerken einen wichtigen Stellenwert bei der Energiewende in Deutschland ein. Denn die leistungsfähigen Anlagen könnten den Wegfall von Atomkraftwerken ausgleichen. Doch laut SPIEGEL-Informationen verzögert sich die Inbetriebnahme von mindestens vier modernen Kohlekraftwerken in Deutschland um mehrere Monate.
Ursache sind Risse im Stahl des Druckkessels, wie sie beim Anfahren des neuen Kohlekraftwerks in Duisburg aufgetreten sind. In den Kesseln ist ein Hightech-Stahl namens T24 verbaut worden, bei dem sich an den Schweißnähten Spannungsrisse bilden.
Nach SPIEGEL-Informationen sind neben Duisburg auch die neuen Anlagen in Boxberg, Hamburg-Moorburg und Wilhelmshaven betroffen. Beim größten deutschen Kraftwerksneubau in Neurath musste Betreiber RWE Vorsorgemaßnahmen ergreifen, damit die Anlage in den nächsten Wochen in Betrieb gehen kann.
Ein Anlagenprüfer fürchtet jedoch, der Kessel könne "keine 600 Stunden" standhalten. Auch Fachleute bei den Betreibern glauben, dass das Problem tiefer geht. Im schlimmsten Fall müssten die 100 Meter hohen Kessel ausgetauscht werden, womit sie für die Stromproduktion jahrelang ausfielen.
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