Flatrate fürs Autofahren Umweltbundesamt kritisiert Dobrindts Mautkonzept

Die zentrale deutsche Umweltbehörde kann den Mautplänen von Verkehrsminister Dobrindt nichts abgewinnen. Die geplante Gebühr bringe das Land " ökologisch keinen Schritt" voran, sagte Umweltbundesamt-Präsidentin Krautzberger.

Autobahnvignette für Österreich: Kritik an deutschen Mautplänen
DPA

Autobahnvignette für Österreich: Kritik an deutschen Mautplänen


Dessau - Nachbarländer, Polizeigewerkschaft, EU-Kommission, Opposition und selbst Koalitionspartner ziehen über das Mautkonzept von Verkehrsminister Alexander Dobrindt her. Und auch Umweltbehörden sehen durch die geplante Abgabe keinen weitreichenden Nutzen. Zwar werde die Maut nach Schadstoffklassen differenziert und gelte für alle Straßen, sagte die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, der "Mitteldeutschen Zeitung". Jedoch bringe sie "uns ökologisch keinen Schritt" voran.

Krautzberger kritisierte vor allem, dass sich das System nicht an der Länge der zurückgelegten Wege orientiere. Damit sei die Maut eine "Flatrate, die keinerlei ökologische Lenkungswirkung entfaltet", sagte die Behördenchefin. Sie verwies auf Systeme in Ländern wie Frankreich oder Italien. Diese seien vorteilhafter, denn dort werde bei der Berechnung der Kosten der zurückgelegte Weg berücksichtigt, sagte Krautzberger. Dafür gebe es mittlerweile technische Systeme, die automatisch abrechneten.

Krautzberger sprach sich zudem dafür aus, die Einnahmen aus der Maut nicht nur in den Ausbau der Straßen, sondern auch in das Schienennetz zu investieren.

Dobrindt hatte am Montag sein Konzept für die Pkw-Maut vorgestellt. Die Abgabe soll über ein Vignettensystem von deutschen und ausländischen Autofahrern eingetrieben werden. Inländische Fahrer sollen aber im Gegenzug bei der Kfz-Steuer entlastet werden. Dobrindt rechnet mit Einnahmen von rund 600 Millionen Euro im Jahr - nach Abzug der Kosten für das System, die das Ministerium auf 260 Millionen Euro jährlich schätzt.

mmq/AFP

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insgesamt 59 Beiträge
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imZweifel-richtig 09.07.2014
1. Ziel nicht verstanden
Ich bin ein Gegner der Maut. Dennoch erkenne ich als ihr Ziel an, Gelder für dringend notwendige Reparaturen einzutreiben. "Krautzberger sprach sich zudem dafür aus, die Einnahmen aus der Maut nicht nur in den Ausbau der Straßen, sondern auch in das Schienennetz zu investieren.": Dann hat die Präsidentin des Uba den Sinn der Maut wohl nicht verstanden.
eisbaerchen 09.07.2014
2. Es wird immer
Zitat von sysopDPADie zentrale deutsche Umweltbehörde kann den Mautplänen von Verkehrsminister Dobrindt nichts abgewinnen. Die geplante Gebühr bringe das Land " ökologisch keinen Schritt" voran, sagte Umweltbundesamt-Präsidentin Krautzberger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/maut-plaene-von-dobrindt-umweltbundesamt-sieht-keinen-nutzen-a-980026.html
schlimmer...jetzt soll auch noch Umweltschutz "eingearbeitet" werden in diese ohnehin unsinnige Konstruktion! Typisch Deutsch, alles auf einmal und so kompliziert dass am Ende alles kaum noch Sinn macht! Ich kann nur hoffen, dass die EU das ganze Konstrukt von diesem Dilettanten Dobrindt kippt!
eisbaerchen 09.07.2014
3. Frau Krautzberger, bitte
Zitat von sysopDPADie zentrale deutsche Umweltbehörde kann den Mautplänen von Verkehrsminister Dobrindt nichts abgewinnen. Die geplante Gebühr bringe das Land " ökologisch keinen Schritt" voran, sagte Umweltbundesamt-Präsidentin Krautzberger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/maut-plaene-von-dobrindt-umweltbundesamt-sieht-keinen-nutzen-a-980026.html
informieren Sie sich mal wie das z.B. in Frankreich läuft...die mautpflichtigen Autobahnen sind in Privathand, und natürlich rechnen die nach gefahrener Strecke ab, Nationalstrassen sind frei! Das ist in Deutschland grundsätzlich anders, das Strassennetz gehört der Öffentlichkeit, die hat das auch finanziert! Wie kann man als Behörden.Chefin nur so uninformiert sein...
OskarVernon 09.07.2014
4.
Zitat von sysopDPADie zentrale deutsche Umweltbehörde kann den Mautplänen von Verkehrsminister Dobrindt nichts abgewinnen. Die geplante Gebühr bringe das Land " ökologisch keinen Schritt" voran, sagte Umweltbundesamt-Präsidentin Krautzberger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/maut-plaene-von-dobrindt-umweltbundesamt-sieht-keinen-nutzen-a-980026.html
Höchst interessanter Vorgang: Die Präsidentin einer Bundesoberbehörde spricht sich dafür aus, Bewegungsprofile von Bürgern zu erfassen und zu speichern - da sollen wir wohl auf dem kleinen Umweg über die "gute Sache" an so was gewöhnt werden... oO
EPHK 09.07.2014
5. Ziel der Maut war aber
die bayrischen Stammtische für die CSU zu gewinnen. Und zwar mit einer AUSLÄNDERMAUT. Ernsthafte Politik zur Lösung des Finanzierungsproplems des Straßennetzes oder Umweltschutz war nicht beabsichtigt.
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