Medien Liz Mohn übernimmt die Macht bei Bertelsmann

Nach dem Tod von Reinhard Mohn wird seine Witwe Liz die Macht beim Bertelsmann-Konzern innehaben. Das Unternehmen bestätigte einen Medienbericht, wonach der Patriarch seiner Frau seine bisherigen Sonderrechte übertragen hat. Damit hätte sie ein Vetorecht bei allen Entscheidungen.

Liz Mohn (r.), Tochter Brigitte: "Reinhard Mohn hat gewollt, dass seine Frau Liz seine Rolle übernimmt"
DPA

Liz Mohn (r.), Tochter Brigitte: "Reinhard Mohn hat gewollt, dass seine Frau Liz seine Rolle übernimmt"


Frankfurt/Main - "Reinhard Mohn hat gewollt, dass seine Frau Liz seine Rolle übernimmt", sagte der Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzende Gunter Thielen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Im Namen von Liz Mohn gab Thielen demnach erstmals Einblick in die wichtigsten Nachfolgeregelungen Reinhard Mohns.

Laut dem Bericht, den Bertelsmann der Deutschen Presse-Agentur zufolge bestätigte, übertrug er seiner Frau seine bisherigen Sonderrechte. Damit hätte sie ein Vetorecht in der Bertelsmann-Verwaltungsgesellschaft (BVG). So könnte sie alle Entscheidungen der BVG, in der 100 Prozent der Stimmrechte der Bertelsmann AG gebündelt sind, blockieren, wie die Zeitung schreibt.

Weiter berichtet die Zeitung unter Berufung auf Thielen, dass Christoph Mohn die Sitze seines Vaters in der BVG und im Kuratorium der Bertelsmann-Stiftung übernehmen werde. Die heute 68 Jahre alte Liz Mohn soll bis zum Alter von 75 Jahren Vorsitzende der BVG und Sprecherin der Familie bleiben. Sie darf selbst darüber bestimmen, wer ihr dann nachfolgt. "Es gibt keinen Automatismus, nach dem Brigitte Mohn später die Rolle ihrer Mutter übernimmt. Christoph Mohn hat die gleichen Chancen wie seine Schwester", sagte Thielen.

Reinhard Mohn hat auch seine Stifterrechte an Liz übertragen und verfügt, dass sie ihre Aufgaben im Vorstand und im Kuratorium der Bertelsmann-Stiftung bis zur Vollendung des 80. Lebensjahres wahrnehmen darf.

Reinhard Mohn war am Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Er hatte Bertelsmann in fünfter Generation übernommen und aus dem mittelständischen Familienbetrieb einen der größten Medienkonzerne der Welt gemacht.

wit/AP/AFP/dpa



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