Medikamente Kassenpatienten zahlen mehr zu

Bei vielen Arzneimitteln müssen gesetzlich Versicherte aus der eigenen Tasche draufzahlen - laut einem Zeitungsbericht mussten sie dafür 2015 deutlich mehr Geld ausgeben.

Tabletten in einer Apotheke : Patienten leisten höhere Zuzahlungen
DPA

Tabletten in einer Apotheke: Patienten leisten höhere Zuzahlungen


Schon vor der Erhöhung der Zusatzbeiträge durch zahlreiche Krankenkassen mussten gesetzlich Versicherte nach einem Zeitungsbericht für ihre medizinische Versorgung mehr Geld ausgeben.

Allein in den ersten drei Quartalen mussten gesetzlich Versicherte dafür 125 Millionen Euro mehr ausgeben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Vor allem bei den Arzneimitteln seien die Zuzahlungen im Vergleich zu den Gesamtausgaben überdurchschnittlich stark gestiegen, teilte das Bundesgesundheitsministerium der Zeitung mit. Insgesamt zahlten Kassenpatienten in den ersten drei Quartalen 2015 knapp drei Milliarden Euro zu.

Streit um höhere Ärztehonorare für Privatpatienten

Laut dem Gesundheitsministerium bedeutet das aber nicht, dass jeder einzelne Versicherte deutlich stärker belastet wird: Dort führt man die höheren Zuzahlungen dem Bericht zufolge auch auf die gestiegene Zahl der Versicherten und die gesunkene Zahl der von Zuzahlungen befreiten chronisch Kranken zurück.

Ärger droht unterdessen bei der geplanten Reform der Ärztehonorare für die Behandlung von privat Versicherten. Die SPD will nach einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe verhindern, dass Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten mehr Geld bekommen. In einem Papier für die Klausur der SPD-Bundestagsfraktion werden demnach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und die Bundesländer aufgefordert, die Novelle zu verhindern.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den Zeitungen: "Unser Ziel ist die einheitliche Bezahlung der Ärzte, egal ob sie privat oder gesetzlich versicherte Patienten behandeln."

ade/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Leser161 07.01.2016
1. Gleichheit (fast) überall
Gleichheit überall. Falsche Worte lösen einen virtuellen Fackelzug aus. Aber da wo es wirklich drauf ankommt haben wir ein Zweiklassensystem. Wie geht das an?
auweia 07.01.2016
2. Recht hat er
Zitat: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den Zeitungen: "Unser Ziel ist die einheitliche Bezahlung der Ärzte, egal ob sie privat oder gesetzlich versicherte Patienten behandeln." Das Problem hat er also erkannt. Jetzt muß er nur noch die Bezahlung der Ärzte für die Behandlung von Kassenpatienten auf das Privat-Niveau anheben.
karlheinz55 07.01.2016
3. Wir zahlen nicht mehr?
Der Hauptgrund für die Mehrausgabe zur Gesunderhaltung in unserem Haushalt ist die Tatsache, dass immer mehr Medikamente von der Rezeptpflicht "befreit" werden. Keine Rezeptplicht = keine Kostenbeteiligung der Krankenkasen. So entlastet man die Krankenkassen! Von welchem Einkommen sollen eigentlich Kinder ab 12 Jahren die Rezeptgebühren bezahlen?
tennislehrer 07.01.2016
4. Das Gesundheitssystem
in Deutschland ist krank! Es ist zum Selbstbedienungsladen für die Pharmaindustrie geworden. Die Bundesregierung arbeitet für die Konzerne und nicht für die Bürger. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass sich der Zustand in Zukunft eher noch verschlimmern wird.
wetzer123 07.01.2016
5.
Zitat von auweiaZitat: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte den Zeitungen: "Unser Ziel ist die einheitliche Bezahlung der Ärzte, egal ob sie privat oder gesetzlich versicherte Patienten behandeln." Das Problem hat er also erkannt. Jetzt muß er nur noch die Bezahlung der Ärzte für die Behandlung von Kassenpatienten auf das Privat-Niveau anheben.
Dazu sage ich nur auweia, wenn man sich die Durchschnittlichen Gewinne von Arztpraxen in Deutschland anschaut und diese mit den Durchschnittlichen Einnahmen anderer Akademiker (also gleiches Qualifikationsniveau) vergleicht, dann muss man wohl die Bezahlung für Privat Patienten auf das Niveau der Kassenpatienten senken.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.