Wirtschaft


Medikamente: Kassen sparen 1,3 Milliarden durch Rabattverträge

Seit Krankenkassen mit Pharmafirmen Rabatte verhandeln dürfen, verhelfen diese Verträge ihnen zu hohen Einsparungen - im vergangenen Jahr waren es rund 1,3 Milliarden Euro. Vor allem bei Generika herrscht Wettbewerb. 

Generika-Produktion: Vor allem Nachahmer-Medikamente sparen den Kassen Millionen ein Zur Großansicht
DPA

Generika-Produktion: Vor allem Nachahmer-Medikamente sparen den Kassen Millionen ein

Stuttgart/Berlin - Direkte Verträge mit Arzneimittel-Konzernen haben die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr stark entlastet. Insgesamt hätten die Kassen im Jahr 2010 dadurch rund 1,3 Milliarden Euro gespart, berichtete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK, Christopher Hermann. Besonders die Rabatte der Hersteller von Nachahmer-Medikamenten, sogenannten Generika, führten zu hohen Einsparungen.

Allein das Einsparvolumen der AOK durch Rabattverträge bezifferte Hermann für 2010 auf rund 601 Millionen Euro. Solche Verträge seien somit zur "tragenden Säule" der Versicherungen geworden und ersparten vielen Mitgliedern die Zusatzbeiträge, hieß es.

Die Verträge zwischen Krankenkassen und Pharmakonzernen sind umstritten. Denn die Verbraucher müssen sich seither regelmäßig auf neue Medikamente umstellen, weil die Kassen auf der Suche nach den günstigsten Preisen auch immer wieder die Anbieter wechseln.

Möglich sind die Rabattverträge mit Pharmakonzernen seit 2007: Krankenkassen dürfen seither die Versorgung mit einzelnen Medikamenten ausschreiben - und direkte Verträge mit den Herstellern abschließen.

Viele Kassen haben die Einsparungen bitter nötig. Denn während sie vor allem mit den Nachahmer-Präparaten sparen, treiben teure Spezialmedikamente ihre Ausgaben laut Arzneimittelreport 2011 stark in die Höhe.

bos/dpa/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
katzenliebhaber1 12.08.2011
Aus dem Artikel:
Zitat von sysopSeit Krankenkassen*mit*Pharmafirmen Rabatte*verhandeln*dürfen, verhelfen diese Verträge*ihnen zu hohen Einsparungen -*im vergangenen Jahr waren es rund 1,3 Milliarden Euro. Vor allem bei Generika herrscht Wettbewerb.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,779948,00.html
Aus dem Artikel:
katzenliebhaber1 12.08.2011
.. hier noch 2 Artikel: http://www.kvberlin.de/40presse/10pressemitteilung/pe110623.html http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/660730/schiedsspruch-richtgroessen-schockiert-aerzte-berlin.html
.. hier noch 2 Artikel: http://www.kvberlin.de/40presse/10pressemitteilung/pe110623.html http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/660730/schiedsspruch-richtgroessen-schockiert-aerzte-berlin.html
[QUOTE=katzenliebhaber1;8490668]Aus dem Artikel:
[QUOTE=katzenliebhaber1;8490668]Aus dem Artikel:
Was haben jetzt die Richtgrößen mit den Rabattverträgen zu tun?
Zitat von katzenliebhaber1.. hier noch 2 Artikel: http://www.kvberlin.de/40presse/10pressemitteilung/pe110623.html http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/660730/schiedsspruch-richtgroessen-schockiert-aerzte-berlin.html
Was haben jetzt die Richtgrößen mit den Rabattverträgen zu tun?
katzenliebhaber1 13.08.2011
Ganz einfach, durch die Richtgrößenregelung werden die verordnenden Ärzte großen Wert auf den Einsatz von rabattierten Medikamenten legen bzw. ein Präparat mit einem günstigen Preis auswählen. Das ist richtig. Die AOK BW [...]
Zitat von Neuer DebattiererWas haben jetzt die Richtgrößen mit den Rabattverträgen zu tun?
Ganz einfach, durch die Richtgrößenregelung werden die verordnenden Ärzte großen Wert auf den Einsatz von rabattierten Medikamenten legen bzw. ein Präparat mit einem günstigen Preis auswählen. Das ist richtig. Die AOK BW hat seit 1. Juni eine neue Liste mit rabattierten Medikamenten und deshalb sind etliche Patienten von Umstellungen betroffen. Und wenn der Apotheker aufgrund Lieferschwierigkeiten der Pharmafirmen ein Ersatzpräparat herausgeben muss, dann gibt es für ein Medikament u.U. mehrmals eine Umstellung. Dieses Problem sehe ich ebenfalls. Das ist in der Tat keine gute Lösung, zumal sich die Preisunterschiede oft im einstelligen Centbereich bewegen. Die Software der Hausarztprogamme ist inzwischen sehr übersichtlich gestaltet. Medikamente sind farblich unterlegt (grün -> optimal bis rot -> vermeiden), evtl. rabattierte stehen ganz oben auf der Liste. Andere Softwareprogramme sind durchaus noch verbesserungswürdig. Bei Dauermedikamenten wird das Präparat aus der Patientenkartei übernommen, eine Anzeige, ob dieses Präparat auch noch "günstig" ist fehlt meistens. Die Suche über den Klick Preisvergleich kostet unnötig viel Zeit, die gerade am Quartalsanfang oft fehlt. Seitens der Kassen würde ich da auf einheitliche, stets aktualisierte Programme für Medikamentenlisten pochen. Einsparungen sind den Kassen doch wichtig. Die Industrie würde sich fügen, bei den Hausarztprogrammen geht es ja auch. Die Möglichkeit seit 1.01.11. durch Zahlung eines Aufpreises zum preisgünstigen Medikament wird wohl eher selten bis nie gewählt. Es ist für die Patienten auch weit einfacher und günstiger bei der Ausstellung eines Rezeptes auf das aut idem Kreuzchen zu bestehn ;) Vielleicht kommt in Zukunft ja auch eine andere Art der Einsparungen. Statt mühsam auszuhandelnder Rabattverträge für gängige Medikamente legen die Kassen nach Beratungen mit einer von den Firmen gestellten Kommission einen Preis fest, den sie zu zahlen bereit sind. Und alle Generikaanbieter können diesen Preis akzeptieren oder eben nicht. Diese unterschiedlichen und wechselnden Preise im einstelligen Centbereich sind eine Zumutung, auch für die Apotheken, die gängige Medikamente vorhalten müssen.
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  • Freitag, 12.08.2011 – 16:48 Uhr
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Die größten gesetzlichen Kassen
Rang Krankenkasse Zahl der Versicherten in Mio.
1 Barmer GEK 8,50
2 Techniker 7,30
3 DAK 6,30
4 AOK Bayern 4,20
5 AOK Baden-Württemberg 3,70
6 AOL Rheinland/HH 2,80
7 AOK Plus 2,70
8 AOK Niedersachsen 2,40
9 AOK Westfalen-Lippe 2,10
10 KKH Allianz 2,10
Quelle: Dienst für Gesellschaftspolitik, Unternehmensangaben; Stand: 1. April 2010
Chronologie der Gesundheitsreformen
Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.





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