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Mega-Bahn-Projekt Was für "Stuttgart 21" spricht - und was dagegen

"Stuttgart 21"-Protest: Kosten von zehn Milliarden Euro?Zur Großansicht
dpa

"Stuttgart 21"-Protest: Kosten von zehn Milliarden Euro?

3. Teil: Die Argumente der Gegner von "Stuttgart 21"

Die Argumente der Gegner von "Stuttgart 21":

  • Günstigere Alternative: Der Kopfbahnhof muss nicht zwangsläufig aufgegeben werden. Er könnte auch modernisiert werden - wofür ein Bruchteil der veranschlagten Kosten von "Stuttgart 21" reichen würde. Das frei werdende Geld könnte für Bildung, Gesundheit oder soziale Projekte verwendet werden.

  • Geldvernichtung: Weil "Stuttgart 21" so teuer ist, hat die Bahn für andere wichtige Infrastrukturprojekte auf Jahre hinaus kein Geld mehr. Dazu gehören die chronisch überlastete Rheintal-Schiene, ebenso wie die Strecke Frankfurt-Mannheim. Wichtig wäre auch der Ausbau verschiedener Güterverkehrsstrecken, der nun vermutlich aufgeschoben wird.

  • Lärm und Abgase: Die Großbaustelle würde die Innenstadt auf Jahre hinaus ins Chaos stürzen. Lärm, Abgase und Staub würden den Bewohnern stark zusetzen.

  • Verschandelung des Stadtbilds: Im Schlossgarten würden Hunderte alte Bäume gefällt und große Freiflächen zubetoniert. Die hochbauenden Lichtschächte für den unterirdischen Bahnhof würden das Stadtbild verschandeln.

  • Infrastruktur: Verkehrspolitisch wird "Stuttgart 21" die Erwartungen nicht erfüllen, weil es kaum Möglichkeiten für Erweiterungen bietet. Weil die Zahl der Zubringergleise stark reduziert werden soll, dürfte es zu langen Wartezeiten für die Züge kommen, die in den Bahnhof einfahren wollen. Vier Bahnsteige, an denen jeweils mehrere Züge hintereinander halten, sorgen für beengte Platzverhältnisse für die Reisenden.

  • Zeitersparnis zweifelhaft: Die Zeitersparnis für den Weg nach Ulm steht in keinem Verhältnis zum Aufwand, der dafür geplant ist. Aber auch die Streckenführung gibt massiven Anlass für Kritik. Für die Hochgeschwindigkeitszüge sind die Kurven viel zu eng, an einigen Stellen erzwingen Steigung oder Gefälle eine geringere Geschwindigkeit. Als Alternative bietet sich der Ausbau der bestehenden Strecke und der Einsatz von Neigetechnikzügen an.

  • Einseitige Nutzung: Überholzonen sind nicht geplant, die Nutzung der Neubaustrecke für Güterzüge ist also offensichtlich nicht vorgesehen. Der Güterverkehr braucht aber dringend neue Streckenkapazitäten.

  • Europäische Schnellzugverbindung in weiter Ferne: Die Fortsetzung der Strecke von Ulm nach Freilassing bei Salzburg ist nicht einmal im Planungsstadium, verschiedene Streckenführungen durch Bayern lehnen die Behörden strikt ab. Die Verbindung Wendlingen-Ulm würde das Projekt "Europäische Magistrale" also nicht wirklich voranbringen.

  • Baurisiken: Der Bau von rund 60 Kilometern Tunnel birgt unkalkulierbare technische und finanzielle Risiken.

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insgesamt 2080 Beiträge
lmxlmx 27.08.2010
Frage: Warum sind die Badener für Stuttgart 21 (Traditionell besteht eine tiefe Feindschaft zw. Schwaben und Badenern)??? Weil die Badener daran glauben, dass sich Stuttgart selbst mit S21 versenkt und dann ein Stausee [...]
Frage: Warum sind die Badener für Stuttgart 21 (Traditionell besteht eine tiefe Feindschaft zw. Schwaben und Badenern)??? Weil die Badener daran glauben, dass sich Stuttgart selbst mit S21 versenkt und dann ein Stausee entsteht...
herr-paul 27.08.2010
Das müssen alleine die Stuttgarter entscheiden. Ihre Stadt, ihr Bahnhof, ihre Schulden.
Zitat von sysopDer Streit um das Mega-Projekt "Stuttgart 21" geht weiter und eskaliert. Ist der Bau des neuen Bahnhofs ein überflüssiges Milliardengrab oder eine sinnvolle Investition in die Zukunft?
Das müssen alleine die Stuttgarter entscheiden. Ihre Stadt, ihr Bahnhof, ihre Schulden.
Ghost12 27.08.2010
Ausgerechnet in Stuttgart wehren sich die Bürger. Endlich Widerstand gegen lächerliche Beequemlichkeiten auf Pump. Gegen Verschwendung und Korruption. Respekt den Schwaben. Hoffentlich scheitert ein wahnwitziges Bauprojekt.
Zitat von sysopDer Streit um das Mega-Projekt "Stuttgart 21" geht weiter und eskaliert. Ist der Bau des neuen Bahnhofs ein überflüssiges Milliardengrab oder eine sinnvolle Investition in die Zukunft?
Ausgerechnet in Stuttgart wehren sich die Bürger. Endlich Widerstand gegen lächerliche Beequemlichkeiten auf Pump. Gegen Verschwendung und Korruption. Respekt den Schwaben. Hoffentlich scheitert ein wahnwitziges Bauprojekt.
Buche 27.08.2010
Es gab vor 3 Jahrzehnten in Oberursel Ts, eine ähnlich wuchtige Bürgerbewegung gegen eine wichtige Umgehungsstraße (A661). Möglicherweise nicht so zahlreich, aber querbeet durch das gesamte Bürgertum. Heute gibt es diese [...]
Zitat von sysopDer Streit um das Mega-Projekt "Stuttgart 21" geht weiter und eskaliert. Ist der Bau des neuen Bahnhofs ein überflüssiges Milliardengrab oder eine sinnvolle Investition in die Zukunft?
Es gab vor 3 Jahrzehnten in Oberursel Ts, eine ähnlich wuchtige Bürgerbewegung gegen eine wichtige Umgehungsstraße (A661). Möglicherweise nicht so zahlreich, aber querbeet durch das gesamte Bürgertum. Heute gibt es diese Umgehungsstraße und alle, auch die einstmals Militanten, können sich die Verkehrswege um Oberursel gar nicht mehr anders vorstellen. Es war ein "Wohlstandsreflex" von Bürgern in dem Glauben für eine gute Sache einzutreten, herzerwärmend, kollektivierend sozusagen. So ist es auch in Stuttgart. Es gibt kaum sinnvollere Investitionen der öffentlich Hand, als eine moderne und zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur. Aber die Subjektivität und deren Exekutierung in der Stuttgarter Variante ist einfach nur furchterregend. Was wird dem sogenannten Bürgertum in Zukunft noch so alles einfallen und für "erhaltenswert" erklären? Buche
DrDrekken 27.08.2010
Dass das Umland Mappus wählen wird, möglich ist das, aber so doof wie sich die Landes-CDU ihre Wähler vorstellt, sind die auch nicht. Das Geld, das in dem Unsinnprojekt S21 versenkt wird, fehlt für Infrastrukturmaßnahmen im [...]
Dass das Umland Mappus wählen wird, möglich ist das, aber so doof wie sich die Landes-CDU ihre Wähler vorstellt, sind die auch nicht. Das Geld, das in dem Unsinnprojekt S21 versenkt wird, fehlt für Infrastrukturmaßnahmen im Umland. Kein Künzelsauer, Biberacher oder Schwenninger hat was von dem Projekt, dort in der Fläche wird aber die Kohle für den ÖPNV und den Erhalt kleiner Bahnstrecken fehlen. Zudem fragt sich jeder klarsichtige Mensch, warum Stuttgart, bahntechnisch mittig zwischen den internationelen Luftfahrtdrehkreuzen Frankfurt/Main und München gelegen, einen ICE-Anschluß an ihrem Provinzflughafen braucht? Damit Easyjet-Passagiere statt mit der S-Bahn mit zuschlagpflichtig per ICE zum Billigflieger fahren?
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