Berlin - Weil Rententräger falsch berechnet haben, erhielten bundesweit mehr als 150.000 Rentner zu wenig Geld. Wie das Bundesversicherungsamt berichtet, hat die Deutsche Rentenversicherung Bund in 147.702 Fällen zu niedrige Renten ausgezahlt, weil Berufsausbildungszeiten fehlerhaft berücksichtigt wurden. Auch bei der Anrechnung von Kinderzuschlägen in der Hinterbliebenenrente seien bei Rentenversicherung Bund und der ebenfalls bundesweit tätigen Knappschaft-Bahn-See Fehler passiert. Rund 9.200 Rentner seien davon betroffen gewesen.
Die Fehler sind nach Angaben der Rentenversicherung bereits behoben. Mehr als 150.000 Betroffene erhielten inzwischen mehr Geld aufs Konto. Allein in den rund 9.200 Fällen der fehlerhaft angerechneten Kinderzuschlägen seien mehr als 22 Millionen Euro nachgezahlt worden. Bei einem der Versicherungsträger - laut der "Bild-Zeitung" die Rentenversicherung Bund - erhöhte sich die monatliche Rente im Durchschnitt um 57,28 Euro.
Das Bundesversicherungsamt (BVA) hatte in seinen Tätigkeitsberichten 2010 und 2011 darauf hingewiesen, dass in bestimmten Fällen Kinderzuschläge bei Hinterbliebenenrenten sowie Entgelte für die Berufsausbildung nicht korrekt erfasst waren. 215.542 Renten wurden auf falsch berücksichtigte Berufsausbildungszeiten überprüft: 147.702 (68,5 Prozent) waren zu niedrig berechnet, rund 4.000 zu hoch.
Es seien "die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um zu vermeiden, dass sich bei den beschriebenen Fallkonstellationen vergleichbare Fälle künftig wiederholen", teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund mit. Sie ist für knapp die Hälfte der gut 20 Millionen Rentner zuständig.
Bei den regionalen Rentenversicherungsträgern scheinen Berechnungsfehler nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa die Ausnahme gewesen zu sein. Beim größten regionalen Träger, der Deutschen Rentenversicherung Rheinland mit rund 9,5 Millionen Versicherten, wurden 340 Fälle entdeckt, in denen Kinderzuschläge falsch berechnet waren. Im benachbarten Westfalen waren es 400 Fälle.
Bei der Rentenversicherung Nord, die für Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg zuständig ist, mussten wegen der Kinderzuschläge 193 Rentenbescheide korrigiert werden, in Hessen waren es 187. "Das ist eine verschwindend geringe Zahl", sagte die dortige Sprecherin. Gleichzeitig versicherte sie: "Alle Fälle sind abgearbeitet, alle Beträge sind ausgezahlt."
lgr/dpa/dapd
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