Mehr Burnout-Fälle Arbeitnehmer werden häufiger krankgeschrieben

Eine Grippewelle und deutlich mehr psychische Erkrankungen sorgen für mehr Ausfälle in deutschen Unternehmen: Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen ist bereits im fünften Jahr in Folge gestiegen. Laut einer Umfrage wünscht sich jeder zweite Bürger weniger Stress. 


Berlin - Arbeitnehmer in Deutschland werden immer häufiger krankgeschrieben. Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen stieg von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 4 auf 4,2 Prozent im Monatsschnitt. Das geht aus der Statistik des BKK Bundesverbandes hervor. Damit steigt der Wert nun bereits im fünften Jahr kontinuierlich an.

Eine besonders große Rolle an der Zunahme haben psychische Krankheiten und Atemwegserkrankungen. Die Ausfälle wegen psychischer Erkrankungen stiegen in den ersten drei Quartalen um 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Von 2004 bis 2010 nahm die Zahl der Tage, an denen Mitarbeiter mit Burnout-Syndrom krankgeschrieben waren, von 4,6 auf 63,2 pro 1000 Kassenmitglieder zu.

Passend dazu veröffentlicht das Institut Forsa eine Umfrage, laut der sich die Deutschen im kommenden Jahr vor allem weniger Stress wünschen. Mehr Zeit für Familie und Freunde stehe ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze - bei mehr als der Hälfte der Befragten. Die Forsa-Umfrage kam im Auftrag der Krankenkasse DAK zustande.

60 Prozent gaben demnach an, Stress vermeiden oder abbauen zu wollen, 56 Prozent wollen sich mehr Zeit für ihre Liebsten nehmen. An dritter Stelle folgt der Wunsch nach mehr Bewegung und Sport. Lediglich 18 Prozent nehmen sich vor, weniger fernzusehen.

Laut BKK stellen Straßenreiniger und Abfallbeseitiger sowie Gleisbauer mit durchschnittlich 26 Fehltagen pro Jahr die Berufe mit den meisten Arbeitsunfähigkeitstagen. Naturwissenschaftler, Hochschullehrer und Rechtsvertreter seien dagegen mit vier Tagen am wenigsten krankgemeldet.

cte/dpa



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Kurbelradio 15.12.2011
1. wundert mich nicht
Zitat von sysopEine Grippewelle und deutlich mehr psychische Erkrankungen sorgen für mehr Ausfälle in deutschen Unternehmen: Der Krankenstand bei den Betriebskrankenkassen ist bereits im fünften Jahr in Folge gestiegen. Laut einer Umfrage wünscht sich jeder zweite*Bürger weniger Stress.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,803934,00.html
immer mehr Leistung wird gefordert, da mehr Personal eingespart wird. Als Belohnung gibt es dann auch kein Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld mehr. Und ich glaube nicht, dass es nur am Stress liegt. Sondern auch die Wertschätzung der Mitarbeiter in einer Firma sinkt parallel zu den Löhnen.
Gungosh 15.12.2011
2.
Zitat von Kurbelradioimmer mehr Leistung wird gefordert, da mehr Personal eingespart wird. Als Belohnung gibt es dann auch kein Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld mehr. Und ich glaube nicht, dass es nur am Stress liegt. Sondern auch die Wertschätzung der Mitarbeiter in einer Firma sinkt parallel zu den Löhnen.
Da ist zwar was dran, aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Deutschen auf hohem Niveau zu jammern pflegen. "Burnout" ist hipp und wird mittlerweile gern bei harmloseren Ausprägungen von Motivations- oder Antriebslosigkeit aus dem Hut gezaubert.
ZiehblankButzemann 15.12.2011
3. Das Wort "Burnout" nervt langsam!
Ich glaube heutzutage ist es schon langsam ein Muss, einen Burnout zu haben, schwul zu sein, sich zu epilieren wie die Sau, Marathon zu laufen, Piraten zu wählen, Wimpern zu zupfen, Mitglied im Swinger-Club zu sein, ein Solardach zu haben, Schlangen zu züchten, Rücken zu haben, sich das Hirn zu piercen und sich die Rosette zu tätowieren, dabei heil zu rufen, politisch korrekt zu sein, ein Carport fürs Fahrrad zu haben und auf allen vieren durch die Antarktis zur Domina zu krabbeln wo einen der Papst segnet. Geht´s eigentlich noch? Ich glaube mein Afterburner(Ausdruck für Blähungen) zündet gerade.
skal666 15.12.2011
4. Profs vs. Müllabfuhr
Also zum einen würde ich behaupten, ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen, daß Hochschulmitarbeiter etwas mehr Motivation in Ihrem Job mitbringen -- vielleicht nicht gerade die Profs, zum anderen ist es ungemein viel anstrengender körperliche Arbeit krank zu verrichten, als sich zu seinem Schreibtisch zu schleppen und dort den ganzen Tag sitzen zu bleiben. Mich wundert es also nicht, daß*Straßenreiniger und Müllabfuhr mehr Tage krankgeschrieben sind, und ich finde auch nichts dabei.
TheBlind 15.12.2011
5. Niveau
Zitat von GungoshDa ist zwar was dran, aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Deutschen auf hohem Niveau zu jammern pflegen. "Burnout" ist hipp und wird mittlerweile gern bei harmloseren Ausprägungen von Motivations- oder Antriebslosigkeit aus dem Hut gezaubert.
Also warten wir ab bis wir dann endlich auf niedrigen Niveau jammern dürfen, wie dumm ist das denn? Wer definiert was ein hohes Niveau ist und was nicht? Fakt ist, heutzutage wird hauptsächlich an den Personalkosten gespart, da hier der geringste Widerstand zu erwarten ist. (zum Thema Jammern auf hohen Niveau, wenns so wäre, würden die Manager sich mehrmals überlegen an die Gehälter zu gehen) Auf anderen Gebieten tritt man ja gegen Gegner an, die meist auf Augenhöhe sich befinden -> also Energiekonzerne, Zulieferer (nicht jeder Zulieferer ist eine kleine Klitsche in der Eifel), Rohstoffe etc.pp. Zum Topic, der Druck wird nach unten durchgereicht, an die Leute die an der Werkbank stehen, an den Kesseln, beim Kunden. Es wird minderwertige Rohstoffe, Materialien eingekauft (jeder Cent zählt), man soll mit wenigen Hilfsstoffen auskommen um dann aus den Dreck Gold zu machen, so preiswert wie möglich, natürlich in Rekordzeit, ohne Unfälle und bitte, der Laden muss immer und zur jeder Zeit tipptopp sein, also Besen im Allerwertesten und dann beim Wetzen durch die Halle wird gleichzeitig diese gereinigt. Als Anerkennung bekommt man dann mitgeteilt das wieder Personal abgebaut wird, das man die nächste Restruktuierungsmassnahme durchzustehen hat bzw. wieder ein neuer Manager mit Flausen in der Hohlbirne zu verkraften hat. Der Betriebsrat ist wie immer zur Stelle und erlärt dem gemeinen Arbeitervolk dann, warum alles so sein soll und man hinter der Geschäftsführung steht. Und als Erfolg wird dann dir als gemeiner Arbeiter gesagt, das man froh sein soll, das das geminderte Gehalt regelmässig gezahlt wird. Cu.
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