Wirtschaft


Mehr Transparenz: EU will Steuerparadiese entzaubern

Von dieser Reform könnte Deutschland profitieren: Die Europäische Kommission will laut "Süddeutscher Zeitung" den Druck auf Niedrigsteuerländer erhöhen. Wenn die Firmen in der EU insgesamt mehr bezahlen müssen, wird die Bundesrepublik als Standort attraktiver.

Brüssel - Mit niedrigen Steuern locken Länder wie Luxemburg und Irland Unternehmen ins Land. Diese Praxis könnte nach dem Willen der Europäischen Kommission jedoch bald der Vergangenheit angehören. Der für Steuern zuständige Kommissar Algirdas Semeta plant laut "Süddeutscher Zeitung", zunächst die Bemessungsgrundlage und die Höhe der Steuern transparenter zu machen.

Dazu wolle er in der kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, berichtet die Zeitung. Eine Folge der Reform sei, dass Steuerparadiese dazu gezwungen werden könnten, ihre Körperschaftsteuer zu erhöhen. Deutschland würde davon profitieren, weil es als Wirtschaftsstandort wieder attraktiver wäre.

Der Vorschlag des EU-Kommissars sehe demnach auch vor, dass international tätige Unternehmen ihre Körperschaftsteuer komplett in dem Land entrichten müssen, in dem sie produzieren. Derzeit entrichten viele Firmen ihre Steuern dort, wo es am günstigsten ist. Das verschafft etwa Luxemburg und Irland hohe Einnahmen - Deutschland aber hohe Einbußen.

Laut "SZ" gehen EU-Diplomaten davon aus, dass Semetas Transparenz-Initiative weitere Schritte folgen. "Wir gehen davon aus, dass Niedrigsteuerländer ihre Sätze langfristig anpassen müssen", sagte ein Diplomat der Zeitung.

Die EU plane zudem, von 2014 an über die Körperschaftsteuer eigene Einnahmen zu erzielen. Ziel der Kommission sei es, dadurch unabhängiger von den Zahlungen der Mitgliedsländer zu werden. Diese tragen derzeit mehr als 70 Prozent des Etats bei, Deutschland allein rund acht Milliarden Euro.

cte

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insgesamt 51 Beiträge
alexkie 09.03.2011
Ein wunderbares Vorhaben der Europäischen Kommission. Dieser ruinöse Steuerwettbewerb schadet letzten Endes (fast) allen.
Ein wunderbares Vorhaben der Europäischen Kommission. Dieser ruinöse Steuerwettbewerb schadet letzten Endes (fast) allen.
xzz 09.03.2011
Mal wieder wird impliziert, das es jenseits der EU keine Staaten gibt. Mal wieder soll die Unternehmensgründung und die Schaffung von Arbeitsplätzen jenseits von staatlichen Konjunkturprogrammen erschwert werden. Mal wieder [...]
Mal wieder wird impliziert, das es jenseits der EU keine Staaten gibt. Mal wieder soll die Unternehmensgründung und die Schaffung von Arbeitsplätzen jenseits von staatlichen Konjunkturprogrammen erschwert werden. Mal wieder soll die Abhängigkeit von einer fernen Zentralregierung erhöht werden. Für ein Europa der Bürger, nicht der Politiker!
Johanna.1.15 09.03.2011
Ein wunderbares Vorhaben der Europäischen Union. Dieser ruinöse Steuerwettbewerb schadet letzten Endes (fast) allen Politikern, die sich aktuell nicht einfach unbegrenzt an ihren Wählern bedienen können. Endlich Freifahrt für [...]
Zitat von sysopVon dieser Reform könnte Deutschland*profitieren: Die Europäische Kommission will laut "Süddeutscher Zeitung" den Druck auf Niedrigsteuerländer erhöhen. Wenn die Firmen in der EU insgesamt mehr bezahlen müssen,*wird die Bundesrepublik als Standort attraktiver. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,749858,00.html
Ein wunderbares Vorhaben der Europäischen Union. Dieser ruinöse Steuerwettbewerb schadet letzten Endes (fast) allen Politikern, die sich aktuell nicht einfach unbegrenzt an ihren Wählern bedienen können. Endlich Freifahrt für Umverteilung und Kostenexplosion!
tschort 09.03.2011
Wenn eine einheitliche Besteurung der Kapitalgesellschaften in der EU angestrebt wird, dann bitte an allen Fronten: 1- Die Gewerbesteuer muss abgeschafft werden. 2- Der Solidaritätszuschlag muss nach 21 Jahren deutscher [...]
Zitat von sysopVon dieser Reform könnte Deutschland*profitieren: Die Europäische Kommission will laut "Süddeutscher Zeitung" den Druck auf Niedrigsteuerländer erhöhen. Wenn die Firmen in der EU insgesamt mehr bezahlen müssen,*wird die Bundesrepublik als Standort attraktiver. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,749858,00.html
Wenn eine einheitliche Besteurung der Kapitalgesellschaften in der EU angestrebt wird, dann bitte an allen Fronten: 1- Die Gewerbesteuer muss abgeschafft werden. 2- Der Solidaritätszuschlag muss nach 21 Jahren deutscher Einheit verschwinden. 3- Die Zwangsverkammerung in die Industrie und Handelskammer muss abgeschafft werden. Diese Vorschrift ist verfassungswidrig und existiert nur in der BRD. Nur wenn diese ungerechtfertigten Steuern und Abgaben verschwinden, kann man hoffen, dass die Attraktivät des Standorts Deutschland steigt.
Koana 09.03.2011
.. damit sollte man wohl als erstes beginnen. Ich plädiere für das schwedische System. Die persönlich geleistete Einkommensteuerschuld wird im Netz öffentlich. D.h. Herr Müller und Herr Meier, die beide um die 80.000,-- [...]
.. damit sollte man wohl als erstes beginnen. Ich plädiere für das schwedische System. Die persönlich geleistete Einkommensteuerschuld wird im Netz öffentlich. D.h. Herr Müller und Herr Meier, die beide um die 80.000,-- Euro im Jahr verdienen, und ca. 20.000,-- Euro Einkommensteuer plus etwa 20.000,-- Euro Transferleistungen in die Sozialkassen überweisen können sich endlich mit dem Herrn Lafontaine, oder dem Herrn Guttenberg jun. vergleichen. Sie werden sich wohl die Augen reiben. Wer die Bilanz des Finanzministeriums studiert, und die Zahlen auf die Einwohner umlegt, kann auf einen Blick erkennen, das - wenn er dann noch die Vermögens- und Einkommensverteilung mit in Betracht zieht - etwas gewaltig stinkt im Land.
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  • Mittwoch, 09.03.2011 – 11:29 Uhr
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