Hamburg - Das Thema Fachkräftesicherung ist so groß - es passt nicht in ein einziges Treffen. Das Kanzleramt setzt es daher auch in diesem Jahr auf die Agenda - und hat dafür eine Spitzenrunde am 5. Juni im Schloss Meseberg geplant. Titel des Gipfels: "Quellen unseres künftigen Wohlstands".
Das Einladungsschreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, ist in den vergangenen Tagen an die großen Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften verschickt worden, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und der Dachverband DGB. Auch acht Bundesminister sind eingeladen. Mehrere Eingeladene bestätigten SPIEGEL ONLINE den Termin.
Die Teilnehmerrunde gleicht damit bis auf kleine Ausnahmen der von vor einem Jahr. Bei dem ersten Gespräch im Juni 2011 hatten die Gäste allerdings nur mühsam zu einem Ergebnis gefunden. Vor allem um das Abschlusspapier soll bis zuletzt heftig gestritten worden sein: Fachkräfte sollen demnach vor allem in Deutschland rekrutiert werden, Zuwanderer sind willkommen, aber nur als Ergänzung. Vor allem Wirtschaftsverbände haben sich beim Zuzug ausländischer Fachkräfte konkretere Formulierungen gewünscht.
"Wir sollten unser nächstes Gespräch zu einer kurzen Bestandsaufnahme der Bemühungen zur Sicherung der Fachkräftebasis nutzen", steht nun in der von Angela Merkel unterschriebenen Einladung. "Daran sollte sich ein vertiefter Austausch zu der Frage anschließen, wie es Deutschland als im globalen Wettbewerb stehendes Industrieland gelingen kann, die Vorzüge des Standorts Deutschland sowie technologische Vorsprünge zu erhalten und auszubauen, um langfristig Wohlstand für die Bürger zu erwirtschaften."
Genug Stoff für eine heiße Diskussion gibt es sicher wieder. Mögliche Fragen sind, wie man die Fachkräfte aus den europäischen Sorgenstaaten wie Griechenland und Spanien sinnvoll unterbringt, die ja ohnehin ohne Einschränkung einwandern dürfen. Aber auch die Frage, wie groß das Fachkräfteproblem überhaupt ist, könnte angerissen werden. Einige Forscher zweifeln an einem erhöhten Bedarf, wie eine gerade veröffentlichte Studie erneut zeigt.
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