Griechenland: Merkel verurteilt Attacke auf Generalkonsul

"Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung" - mit diesen Worten hat Kanzlerin Merkel die Ausschreitungen in Griechenland kritisiert. In Thessaloniki hatten Demonstranten eine Konferenz gestürmt und den deutschen Generalkonsul attackiert.

Thessaloniki: Wut auf deutsche Repräsentanten Fotos
AFP

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat die gewalttätigen Proteste von Demonstranten im nordgriechischen Thessaloniki verurteilt. "Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem französischen Premier Jean-Marc Ayrault in Berlin. Selbstverständlich müsse es aber möglich sein, friedlich zu protestieren.

Am Rande eines Treffens deutscher und griechischer Bürgermeister hatten Demonstranten dem deutschen Generalkonsul in Thessaloniki, Wolfgang Hoelscher-Obermaier, Kaffee entgegengeschleudert. Er flüchtete unter Polizeischutz. Die Lage entspannte sich am Nachmittag, verletzt wurde nach Krankenhausangaben niemand. Das Treffen der Kommunalpolitiker konnte stattfinden.

"Jeder hat das Recht zu demonstrieren", erklärte Hans-Joachim Fuchtel (CDU), Griechenland-Beauftragter der Kanzlerin, dem griechischen Staatsradio zufolge. Der griechische Innenminister Evripidis Stylianidis verurteilte die Gewalt. "Gewalttaten [...] gefährden jede Bemühung, das Land wieder auf die Beine zu stellen", sagte er im Fernsehen. Hoelscher-Obermaier führte die Ausschreitungen auf Missverständnisse am Vortag zurück.

Fuchtel hatte am Mittwoch mit folgendem Satz für Aufsehen gesorgt: "Für eine Arbeit, die in deutschen Kommunen tausend Beschäftigte erledigen, braucht man 3000 Griechen." Fuchtel ruderte danach zurück. Er habe es nicht so gemeint, wie es einige hätten verstehen wollen. Er habe viele tüchtige Arbeitnehmer in griechischen Kommunen kennengelernt. Generalkonsul Hoelscher-Obermaier sagte, die deutsch-griechische Kooperation von Kommunalpolitikern schaffe täglich "3000 neue Freundschaften".

cte/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Falsche Größenordnung
radler_muc 15.11.2012
Wenn ich mir die Arbeit der griechischen Behörden, vorallem der Steuerverwaltung so ansehe, ist Herrn Fuchtel ein Fehler bei den Größenordnungen unterlaufen. Nicht 3000 griechische Beamte sondern 30000 müßte es heißen. Die Geschichte mit der Liste der Steuersünder, die von den griechischen Behörden unbehelligt bleiben, spricht Bände. Griechenland hat keinen funktionierenden Staat und das ist das große Problem.
2. Gewalt
ARIAGNI 15.11.2012
"Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung" - mit diesen Worten hat Kanzlerin Merkel die Ausschreitungen in Griechenland kritisiert. Obschon ich Ihr zustimme, will ich hinzufügen, dass auch über uns Gewalt ausgeübt wird. Eine stumme Gewalt, ohne Waffen, ohne irgendeine Massaker, ohne Lärm, deswegen aber um so fürchterlich.
3. Wie naiv sind die Politiker?
lennybruce 15.11.2012
Glauben die Politiker im Ernst sie könnten Monat für Monat, Jahr für Jahr, den Menschen mehr und mehr ihrer Lebensgrundlage berauben? Sie immer weiter in finanzielle Not und ein menschenunwürdiges Dasein treiben? Der Ungleichheit und Ungerechtigkeit hemmungslos Vorschub leisten? Ohne, dass die Menschen irgendwann aufstehen und für ihre Sache kämpfen? Da Frage ist nicht ob das geschehen wird, sondern nur wann!
4. Größenordnung, Gewalt und Naivität
giftzwerg1.1 15.11.2012
Es ist wie es immer war: als Deutscher hast du nichts zu sagen..es wird voller Neid zu uns geschaut, das Geld der deutschen Touristen ist natürlich erwünscht, der Deutsche allerdings nicht, da er ja auch noch so dreist ist, dass er etwas für sein erspartes Urlaubsgeld verlangt. Die bei uns erkämpften (guten) Arbeitsbedingungen wurden schon in den 1990er Jahren wegreformiert, obwohl wir schon damals das einzige Land in Europa waren, dass sich so ein Sozialsystem leisten konnte. Nun wollen aber andere Länder-wie Griechenland- ein noch besseres Sozialsytem, obwohl sie sich noch nicht einmal eine Grundsicherung leisten können. Aber so what?! die Deutschen haben ja seit den 1990er Jahren genug eingespart, sodass der deutsche Arbeitnehmer den griechischen,spanischen, portugisischen, irischen usw Arbeitnehmern, den ganzen Luxus bezahlt, den sie sich von ihren Regierungen haben versprechen lassen. Uns wir? wir deutschen haben noch nicht einmal den Mindestlohn... es lebe Europa
5.
kaksonen 15.11.2012
Zitat von lennybruceGlauben die Politiker im Ernst sie könnten Monat für Monat, Jahr für Jahr, den Menschen mehr und mehr ihrer Lebensgrundlage berauben? Sie immer weiter in finanzielle Not und ein menschenunwürdiges Dasein treiben? Der Ungleichheit und Ungerechtigkeit hemmungslos Vorschub leisten? Ohne, dass die Menschen irgendwann aufstehen und für ihre Sache kämpfen? Da Frage ist nicht ob das geschehen wird, sondern nur wann!
Haben die kleinen Leute nicht jahrelang mitgemacht, so lange die Politiker Kredite über Kredite aufgenommen und damit unnötige Stellen in den Verwaltungen geschaffen haben? Da haben sie fleißig die Parteien gewählt, die ihnen am meisten versprochen haben, ohne sich darum zu kümmern, wer diese Versprechen bezahlen sollte und sind jetzt stinksauer, dass die Deutschen die Schulden, die sie in Jahren aufgehäuft haben, nicht bezahlen wollen!
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