Metallindustrie Verhandlungen stocken - jetzt droht Streik

Die Verhandlungen im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie kommen nicht voran. Schon in der nächsten Woche drohen nun Streiks.

IG-Metall-Zentrale
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IG-Metall-Zentrale


Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie liegen Gewerkschaft und Arbeitgeber noch immer weit auseinander. Die vierte Runde in Baden-Württemberg sei ohne Ergebnis beendet worden, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Südwestmetall-Chef Stefan Wolf nach acht langen Verhandlungsstunden in der Nacht zum Donnerstag.

Vor allem das Thema Arbeitszeit ist demnach umstritten. "Es hat sich gezeigt, dass wir noch extrem weit auseinander sind in einzelnen Positionen", sagte Wolf. Die IG Metall habe unzumutbare Bedingungen für die Unternehmen gestellt. Am Donnerstag werde entschieden, wie es in den Verhandlungen weitergehen solle.

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger kritisierte, dass die Arbeitgeber hinter schon erreichte Verhandlungsfortschritte zurückgegangen seien. Das Versprechen, den Tarifkonflikt am Wochenende zu lösen, erscheint nun unrealistisch.

Am Donnerstag wollen sich die Verhandlungsführer innerhalb ihrer jeweiligen Verbände über das weitere Vorgehen beraten. Finden die beiden Tarifparteien nicht zueinander, drohen der Branche von der kommenden Woche an eintägige Warnstreiks.

ssu/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Graphite 25.01.2018
1. schwarzer Peter
natürlich ist die Forderung von 6% mehr Lohn zuviel - aber wie in den letzten Jahrzehnten auch ist es ein Ansatz um sich in der Mitte zu einigen. Aber dass die Vertreter der Wirtschaft nicht mal auf diesen Punkt eingegangen sind ist eine Frechhiet! Deutschland ist das Billiglohnland nummer1 in der EU! die Firmen (allen vorand die Großen) Verschieben Ihr Geld ins Ausland um sich vor den Steuern zu drücken und die Gewinne noch weiter nach oben zu schrauben. der kleine Mann hat davon nichts - ausser einer noch höheren Steuerlast! - und die anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten gab es schon lange nicht mehr! der Arbeiter verdient unterm Strich weniger als vor 20 Jahren! Der Wirtschaft ist das herzlich egal! wenn die IG Metall in Ihren Augen übertreibt gehen sie einfach zu Mama Merkel und faseln was von tausenden Arbeitsplätzen die verloren gehen und die biegt das dann schon wieder hin, ggf. durch weitere Steureerleichterungen für Konzerne
herr_klaemmerle 25.01.2018
2. Einmalig
Leider wurde die einmalige Gelegenheit verpasst, endlich mal nennenswerte Lohnsteigerungen zu erzielen. Statt einer28-Stunden-Woche wären Lohnforderungen von 20 Prozent angemessen gewesen, bei erreichbaren 10 Prozent. Angesichts exorbitanter Unternehmensgewinne muss die Lohnzurückhaltung endlich aufgegeben werden. Die Unternehmen schleppen sich Jahr für Jahr von einem Rekordgewinn zum nächsten, nur deren Angestellte habe nichts davon. Im Gegenteil, inzwischen werden Neueinstellungen immer weiter im Lohn gedrückt.
slayherr 25.01.2018
3. wenn nicht jetzt, wann dann?
jahrelang wurde die Arbeitnehmerseite mit Verweis auf die wirtschaftlichen Umstände zu Enthaltsamkeit gezwungen. Deren Unternehmen fahren seit Jahren Rekordgewinne ein und fordern das trotzdem immer weiter. Das mit der Arbeitszeitverkürzung ist ein schöner Gedanke aber unrealistisch. Lohnerhöhung im 2stelligen Bereich sind das nicht und eigentlich dringend nötig um mal wieder etwas Gleichgewicht herzustellen.
zanbarbone 25.01.2018
4. Gleichgewicht?
Zitat von slayherrjahrelang wurde die Arbeitnehmerseite mit Verweis auf die wirtschaftlichen Umstände zu Enthaltsamkeit gezwungen. Deren Unternehmen fahren seit Jahren Rekordgewinne ein und fordern das trotzdem immer weiter. Das mit der Arbeitszeitverkürzung ist ein schöner Gedanke aber unrealistisch. Lohnerhöhung im 2stelligen Bereich sind das nicht und eigentlich dringend nötig um mal wieder etwas Gleichgewicht herzustellen.
Das Ungleichgewicht zwischen arm und reich zu verringern ist die eine Seite. Da gäbe es viele Ideen, auf die die meisten Politiker von SPD und CDU aber niemals kommen würden. Für arm halte ich aber die Mitarbeiter der Metallindustrie überhaupt nicht. Die haben nämlich das Glück, dass die Produktivitätsfortschritte unter Inhaber, Aktionären und Arbeitern verteilt werden können. Auch dafür lohnt es sich zu kämpfen. Das eigentliche Ungleichgewicht besteht aber im Vergleich z.B. zum Dienstleistungsgewerbe. Dort müssen die Kosten gedeckelt werden, weil die Privatkunden es nicht bezahlen wollen/können oder weil der Staat/die Kommunen als Arbeitgeber sich nicht mehr leisten können. Eigentlich müssten die Metaller (ja, ich würde auch etwas abgeben!) ihre Lohnerhöhungen ne Weile an andere Berufsgruppen "spenden". Wie nennt man das noch...? Sozialismus? Halte ich nicht für so schlecht, wie das aktuelle neoliberale Dogma uns glauben machen will.
WernerJordan 25.01.2018
5. Die IGM kriegt den Hals nicht voll !
wie viel wollen die angelernten Schrauber noch kriegen ? Da verdient ein Meister in einer kleinen Firma weniger ! Es sollte ein Gesetz geben das die Gewerkschaften für die Arbeitslosen ihrer Verantwortungslosen Forderungen haften. Aber mit dem E-Auto wird sich in dieser toten Industrie viel ändern.
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