US-Strafzölle Mexiko will jetzt auch vor WTO klagen

Die WTO hat wegen der US-Strafzölle alle Hände voll zu tun: Nachdem die EU und Kanada bereits Klage bei der Welthandelsorganisation eingereicht haben, folgt nun Mexiko ihrem Beispiel.

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto
DPA

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto


Wegen der US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium strebt nun auch Mexiko ein Streitschlichtungsverfahren bei der Welthandelsorganisation (WTO) an. Die neuen Zölle verstoßen nach Auffassung der mexikanischen Regierung unter anderem gegen das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT), wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Zuvor hatten bereits Kanada und die EU Klage bei der WTO gegen die US-Sonderzölle eingereicht. Kanada will zudem Vergeltungszölle auf Agrarprodukte erheben. Die Europäische Union plant Zölle auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte. Auch Mexiko drohte Vergeltungszölle an. Auf dem Treffen der G7-Finanzminister im kanadischen Whistler hatten die EU und Kanada sich gemeinsam gegen die Zölle ausgesprochen.

Insbesondere wegen der angedrohten Vergeltungszölle auf landwirtschaftliche Güter beschwerte sich US-Präsident Donald Trump. "Den Bauern ging es in den letzten 15 Jahren nicht gut. Mexiko, Kanada, China und andere haben sie unfair behandelt. Wenn ich die Handelsgespräche beendet habe, wird das nicht mehr so sein", schrieb er auf Twitter. Kanadas und Chinas Pläne, zusätzliche Zölle zu erheben, nannte er "inakzeptabel".

Die USA, Kanada und Mexiko verhandeln derzeit über eine Modernisierung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta). Nafta ist nach der gemeinsamen Wirtschaftsleistung eines der größten Handelsabkommen der Welt. Seit dem Inkrafttreten 1994 sind fast alle Zölle zwischen den drei Vertragspartnern gefallen.

ans/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.