Frankfurt am Main - Die Bundesbank wird einen recht niedrigen Betrag an den Bundeshaushalt überweisen. Im Geschäftsjahr 2012 habe der Gewinn bei 664 Millionen Euro gelegen, teilte das Institut am Dienstag in Frankfurt mit.
Finanzminister Wolfgang Schäuble muss dadurch umdisponieren. Der CDU-Politiker hatte im Bundeshaushalt eine Summe von 1,5 Milliarden Euro veranschlagt. Im Jahr 2010 hatte der Bundesbankgewinn noch bei 2,2 Milliarden Euro gelegen. 2011 fiel er ebenfalls eher gering aus - mit 643 Million Euro.
Grund für das niedrige Plus ist, wie schon im vergangenen Jahr, eine hohe Risikovorsorge. Die Bundesbank legt viel Geld für mögliche Folgen der Euro-Krise zurück. Das belastet nach ihren Angaben den Gewinn.
Demnach erhöhte die Bundesbank die Rückstellungen für "allgemeine Wagnisse" um 6,7 Milliarden Euro auf insgesamt 14,4 Milliarden Euro. "Hiermit wird den Risiken in der Bundesbankbilanz angemessen Rechnung getragen", sagte Präsident Jens Weidmann.
Deutschlands Währungshüter sehen vor allem Risiken durch die europäische Geldpolitik: Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Märkte seit Monaten mit extrem billigem Geld und hatte in der Vergangenheit zudem über die nationalen Notenbanken Anleihen von Krisenstaaten gekauft.
Die Euro-Krise sei noch nicht vorbei, warnte Weidmann. Vor allem Frankreichs offenbar erlahmender Reformwille mache ihm Sorgen. Die französische Wirtschaft schwächelt unerwartet stark, die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Euro-Zone hatte sich in den vergangenen Wochen zum Sorgenkind der Euro-Zone entwickelt.
ssu/dpa
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