Miete, Nebenkosten, Wohnungsgröße So wohnt Deutschland

Hohe Mieten, steigende Nebenkosten, horrende Immobilienpreise: Wird das Wohnen in Deutschland wirklich immer teurer? Und was macht die Bundesregierung, um den Mangel zu beheben? Ein Überblick in Zahlen.

Wohnblöcke in Berlin-Marzahn
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Wohnblöcke in Berlin-Marzahn

Von und (Grafik)


Wohnen ist in Deutschland Luxus, zumindest in den Großstädten und Ballungsgebieten sind die Neumieten für normale und mittlere Einkommen immer schwieriger zu stemmen. Die Bundesregierung hat eine Reihe von Maßnahmen verkündet und einige beschlossen, die den Wohnungsmangel beheben und die Mietpreise begrenzen sollen. So bezahlen seit gut zwei Jahren die Vermieter den Makler und nicht die Wohnungssuchenden, und es gibt eine (allerdings nur unzureichend funktionierende) Mietpreisbremse.

Als Bauherr tritt der Bund allerdings schon seit Jahrzehnten nicht mehr auf: Es sind die Bundesländer, Städte und Gemeinden, die mit staatlichen Gesellschaften für Wohnraum sorgen. Vom Bund erhalten sie dafür einen Zuschuss, der angesichts der großen Aufgabe allerdings recht kläglich ausfällt: Überwies das Bundesbauministerium im Jahr 1991 noch 1250 Millionen Euro an die Länder, waren 2016 nur noch knapp 600 Millionen Euro vorgesehen, die der Bund allerdings wegen der Kosten für die Unterbringung von Geflüchteten und Asylbewerbern kurzfristig aufgestockt hat. Zum Jahr 2019 läuft diese "Wohnraumförderung" dann allerdings ganz aus.

Zum Vergleich: Die Investitionen von Unternehmen und Privatleuten in Wohnbauten erhöhten sich im selben Zeitraum von gut 94 Milliarden auf fast 190 Milliarden Euro.

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Wohnfläche je Einwohner steigt

Während Wohnraum in den Städten immer knapper wird, ist aber auch die Wohnfläche je Einwohner in Deutschland stetig gestiegen - von im Schnitt 36,7 Quadratmeter im Jahr 1995 auf 46,5 im Jahr 2014. Ein Jahr später ist dieser Wert zum ersten Mal wieder leicht gesunken - auf 46,2 Quadratmeter. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, aber neben den gestiegenen Mieten dürfte dafür auch der Abriss von Wohnungen in den Regionen verantwortlich sein, die unter Bevölkerungsschwund leiden.

ORF-Dokumentation - Teures Wohnen in Europa

Auf dem Land und in kleineren Städten sind zwar die Mieten günstiger, aber die Nebenkosten für Strom, Heizung oder Wasser steigen auch dort. Die "zweite Miete", wie die Betriebskosten deshalb auch gerne genannt werden, hat sich von 1995 bis 2016 um fast 45 Prozent verteuert - die durchschnittliche Nettokaltmiete dagegen nur um knapp 32 Prozent.

Trotz der andauernden Klagen über teure Wohnungen bleiben die Deutschen aber auch in Zeiten von extrem niedrigen Kreditzinsen ein Volk von Mietern. Die Eigentumsquote ist seit der Wiedervereinigung nur von 37 Prozent auf 45,4 Prozent gestiegen - sie liegt heute sogar minimal niedriger als in den Jahren 2011 und 2012. In Europa steht Deutschland damit an vorletzter Stelle - nur die Schweiz zählt noch weniger Wohnungseigentümer.

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muellerthomas 23.08.2017
1.
Der Staat tritt kaum noch als Investor auf. Die Kommunen legen aber fest, dass 25% bis 33% der Wohnfläche bei Neubauprojekten als Sozialwohnungen bereitgestellt werden müssen.
Crom 23.08.2017
2.
Wenn die Wohnfläche je Einwohner steigt, so ist es doch auch nicht verwunderlich, wenn die Miete steigt oder auf welcher Basis ist die erste Grafik? Ansonsten ist es schon sehr erstaunlich, dass trotz höhere Mieten, man sich mehr Wohnfläche leisten kann. Zudem gibt es mehr Wohneigentümer. Alles in allem doch eine recht positive Entwicklung.
tomxxx 23.08.2017
3. Ein Vermieter
ist ein böser Mensch, der nur vermietet um seine Mieter zu ärgern. Und obwohl die Regierung immer versucht ihm mehr Kosten aufzubürden.... senkt er die Mieten nicht. Wie doof ist eigentlich die Regierung? Die Wahrheit ist das ALLE Kosten einer Mietimmobilie langfristig der Mieter trägt!
matti99 23.08.2017
4. und die Parkplätze und e-Aufladungsplätze?
und bei diesen Wohnsituationen soll in naher Zukunft auch die WohnungsEigentümer und WohnungsMieter-eigene Fahrzeugflotte mit e-Mobilen und e-Tankstellen aufgerüstet werden oder gar aufrüstbar sein?
Spiegelleserin57 23.08.2017
5. einen Mietvertrag kann man schnell kündigen...
bei den heute so sehr flexiblen Jobs ist die Zukunft nicht mehr planbar, ebenso ist die Finanzierung trotz der niedrigen Zinsen immer mehr zu einem Risiko geworden. Wer weiß denn ob er morgen noch einen Job hat oder ob er im nächsten Jahr nicht von der Firma versetzt wird? Sich heute zu verschulden ist sehr riskant auch wenn das Geld billig auf dem Markt liegt. Der Arbeitnehmer ist zum Spielball der Unternehmen geworden die auch oft alle paar Jahre den Eigentümer wechseln und jedes Mal wird Personal eingespart auf Kosten der Mittelschicht. Da kann keiner Risiken eingehen. Da die Gehälter niedriger werden werden die Mieten auch im Verhältnis dazu immer teurer. Letztendlich muss ein Mieter immer die Nebenkosten in Zusammenhang mit der Miete sehen und nicht nur die Kaltmiete. In Zukunft trifft es auch die Vermieter denn die Renditen aus Immobilien werden weiter schrumpfen und die Großstädte sich leeren da nur eiche diese mieten noch bezahlen können und auch die wollen nicht im Lärm und den Abgasen der Großstädte wohnen. Es ist daher nachvollziehbar dass die Menschen die Städte immer mehr verlassen und diese am Abend einfach tot sind.
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