Statistik Fremde Wurzeln = höhere Miete

Menschen mit Migrationshintergrund zahlen in Deutschland laut einer neuen Studie höhere Mieten als andere Bürger. Außerdem haben sie deutlich weniger Platz zur Verfügung. Der Wohnort kann das Phänomen nur teilweise erklären.

Plattenbaufassaden in Berlin
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Plattenbaufassaden in Berlin


Die Mietkosten von Menschen mit Migrationshintergrund liegen in Deutschland um knapp neun Prozent über dem Durchschnitt. Mit einer Bruttokaltmiete von 7,26 Euro pro Quadratmeter liegen ihre Kosten über den 6,69 Euro je Quadratmeter, die Bürger ohne Zuwanderungsgeschichte im Schnitt zu tragen haben. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag unter Berufung auf Daten von 2014, die aus der amtlichen Mikrozensus-Erhebung stammten.

Ein Grund für den Unterschied war der Untersuchung zufolge, dass Menschen mit Migrationshintergrund häufiger in Großstädten wohnten, wo die Mieten besonders hoch sind. Allerdings zahlten sie den Angaben des Bundesamts zufolge auch im innerstädtischen Vergleich mehr. "Der Wohnort kann den Unterschied also nur teilweise erklären", resümierten die Statistiker.

Auch in anderen Punkten unterschied sich die Wohnsituation von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund 2014 deutlich: So lebten jene Bürger, deren Familie ausländische Wurzeln hat, wesentlich seltener in eigenem Wohneigentum (34,5 Prozent gegenüber 54,8 Prozent bei Menschen ohne Migrationshintergrund). Mit 32,8 Quadratmeter hatten sie im Schnitt pro Person auch weniger Wohnfläche zur Verfügung als andere (47,7 Quadratmeter).

Menschen haben nach Definition des Statistischen Bundesamtes einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

dab/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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cedebe 10.01.2017
1. wurde betrachtet
inwiefern ggf die Mieten im Osten Deutschlands das Bild verzerren. Dort ist ja der Anteil an Migranten deutlich geringer. Die Mieten auch. Das könnte den Biodeutschen Schnitt senken, auch wenn nuf Städte verglichen werden
freizeitverkaeufer 10.01.2017
2. ...Zahlen höhere Mieten. ...
....dass ich nicht lache. Es muss ja wohl heißen "bekommen bezahlt".
Mutist 10.01.2017
3. Kleine Whg = hoher Preis / qm
"Mit 32,8 Quadratmeter hatten sie im Schnitt pro Person auch weniger Wohnfläche zur Verfügung als andere (47,7 Quadratmeter)." Das ist auch schon die Erklärung. Teure Elemente wie sanitäre Einrichtung, Anschlüsse, Türen, etc. schlagen bei kleinen Wohnungen überproportional auf den Preis pro Quadratmeter.
taglöhner 10.01.2017
4. Da staunt nur der Laie
Wenn sowieso die öffentliche Hand zahlt, wird zugelangt wo es geht von den Vermietern, ist doch klar. Mann Mann Mann. Ist wie bei versicherten Leistungen egal was und wo.
fin2010 10.01.2017
5. Mietdauer
Wäre noch die Frage, wie lange denn städtische Migranten im Vergleich zu deutschstämmigen Städtern in der jeweiligen Wohnung wohnen. Grund: Unser Mietrecht schützt den langjährigen Mieter maximal vor Mietanpassungen. Nur der Neumieter zahlt Marktpreise (sofern er nicht in Gebieten mit Mietpreisbremse wohnt).
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