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Deutschland-Ranking der Mietpreise: München hängt alle ab

Englischer Garten, Türme der Frauenkirche: Höchste Mieten in Deutschland Zur Großansicht
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Englischer Garten, Türme der Frauenkirche: Höchste Mieten in Deutschland

So teuer wie in München wohnt es sich nirgendwo in Deutschland. Im Schnitt 10,25 Euro pro Quadratmeter müssen Mieter in der bayerischen Landeshauptstadt bezahlen - 65 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Hälfte der 30 teuersten Städte liegt in Baden-Württemberg.

Hamburg - Die Mieten in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent gestiegen. Das entspricht ungefähr dem Anstieg des Vorjahres, wie das Marktforschungsunternehmen F+B mitteilte. 2012 lag der Wert demnach bei 1,2 Prozent.

Für den Mietspiegelindex analysierte F+B die Nettokaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern. Im Jahr 2013 wurden demnach die Mietspiegel für insgesamt 334 Städte und Gemeinden ausgewertet. Auf Platz eins der teuersten Städte liegt demnach München - und zwar mit weitem Abstand.

"Die Münchner zahlen durchschnittlich 10,25 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für ihre Bestandswohnungen", sagte F+B-Geschäftsführer Michael Clar. "Sie liegen damit 65 Prozent über den 6,21 Euro pro Quadratmeter, die in den Mietspiegelstädten insgesamt im Schnitt gezahlt werden."

Auf Platz zwei des Rankings landete das bayerische Germering. Dort liegen die Mieten 39 Prozent über dem Schnitt. Auch Stuttgart, Dachau, Tübingen und Köln sind unter den Top Ten der Städte mit den höchsten Mieten.

Insgesamt stiegen die Mieten vor allem in den Großstädten. "Ein attraktives Arbeitsplatzangebot zieht mehr neue Wohnungsnachfrager an, der Wohnungsmarkt wird enger und die Mieten steigen", sagte Clar. Dies lasse sich auch in ostdeutschen Städten beobachten - wenn auch auf insgesamt niedrigerem Mietenniveau. So liegen beispielsweise Jena, Erfurt und Rostock knapp beim bundesweiten Durchschnitt, die übrigen ostdeutschen Großstädte aber überwiegend darunter.

In Berlin ist das Wohnen den Angaben zufolge immer noch vergleichsweise günstig. "In den westlichen Stadtteilen kosten Bestandswohnungen momentan im Schnitt 6,03 Euro, in den östlichen 5,70 Euro pro Quadratmeter", sagte Clar. Dabei sind 2013 in keinem anderen Bundesland die Mieten so kräftig gestiegen.

Ein Ranking der 30 teuersten Städte Deutschlands sehen Sie hier:

Die 30 teuersten Städte
Rang Ort Index
1 München 165
2 Germering 139
3 Stuttgart 132
4 Leinfelden-Echterdingen 132
5 Dachau 130
6 Tübingen 128
7 Köln 128
8 Frankfurt am Main 126
9 Ditzingen 126
10 Wiesbaden 124
11 Leonberg 124
12 Fellbach 122
13 Freiburg im Breisgau 122
14 Ludwigsburg 121
15 Hamburg 121
16 Norderstedt 119
17 Erding 119
18 Esslingen am Neckar 119
19 Bietigheim-Bissingen 118
20 Düsseldorf 117
21 Konstanz 117
22 Bonn 117
23 Heidelberg 116
24 Waiblingen 115
25 Weinstadt 114
26 Brühl 114
27 Winnenden 114
28 Darmstadt 114
29 Ravensburg 114
30 Reutlingen 114
Gesamtindex BRD = 100
F+B-Mietspiegelindex 2013

aar

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insgesamt 242 Beiträge
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1.
Steuerzahler0815 04.02.2014
Genau darum kann ich die Jammerei aus Berlin die im Durchschnitt knapp über der Hälfte bezahlen nicht verstehen Die Preise in München sind wirklich hoch, auch da man als Beamter nicht mehr verdient. Hier in München reichen meiner Meinung nach 8,50 Mindestlohn nicht
2. Stimmt: die Mieten hier
digitus_medius 04.02.2014
in München sind echt zu hoch. Zum Glück habe ich mein Penthouse gekauft.
3. Immer die gleiche Leier
take02 04.02.2014
Einige wollen es oder können es nicht verstehen. Interessant sind nicht die Bestandsmieten sondern die Neuvermietungen. Und da gibt es in Berlin einige Gegenden da ist für 10,-€/m² kalt definitv keine einzige Mietwohnung zu bekommen. Wer anderes behauptet, der melde sich bei mir. Wen interessiert, was ein Mieter der vor 30 Jahren in seine Wohnung zog, an Miete bezahlt? Von Interesse kann es dann sein, wenn dieser im Zuge der Gentrifizierung seine Wohnung räumen muss.
4. optional
spiegelleser85 04.02.2014
und hinter jedem größerem Bestands-Mietshaus steht ein Besitzer, der dank der hohen Mieten nicht arbeiten muß, da er von den Mietzahlern durchgeschleppt wird...
5. Germering auf Platz 2?
AllesTeuerHier 04.02.2014
Schon mal in Germering gewesen? Die Zahlen für diesen Mitspiegel sind offensichtlich nach der Methode "ADAC" erhoben worden.
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Kleine Typologie der Makler
Kleine Typologie der Makler
Jeder Großstädter kennt zahlreiche Geschichten über abenteuerliche Wohnungsvermittlungen. Makler spielen dabei fast immer eine Rolle. Eine vollkommen unrepräsentative Umfrage in der Redaktion von SPIEGEL ONLINE hat ein paar dieser Geschichten ans Tageslicht gebracht - subjektive, selbst erlebte Einzelfälle allesamt.
Der Abwesende
Wir wussten über Freunde von einer leerstehenden Wohnung. Wir riefen den Makler an, der uns sagte: "Sie können sich die Wohnung jederzeit ansehen - da sind derzeit Handwerker drin." Das taten wir und teilten dem Makler mit, dass wir die Wohnung gerne nehmen würden. Zwei Tage später durften wir den Vertrag unterzeichnen - die beiden Gläser Mineralwasser im Maklerbüro kosteten uns sozusagen zwei Monatsmieten. Plus Mehrwertsteuer.
Der Marktwirtschaftler
Eine Freundin hatte ihre Wohnung gekündigt, ich habe mich bei dem Vermieter gemeldet und Interesse bekundet. Er war einverstanden, hatte aber bereits einen Makler eingeschaltet. Es folgte ein Treffen mit dem Makler in der Wohnung, wozu er ein kurzes Exposé mitbrachte - das war alles. Ich bekam die Wohnung - und eine Rechnung in Höhe von rund 1200 Euro. Auf die Bitte, mit dem Preis herunterzugehen, da er schließlich keine Arbeit mit der Wohnung gehabt hätte, antwortete der Makler: "Aber ich kann Ihnen doch kein Geld schenken. Es gibt noch viele Andere da draußen, die diese Wohnung gern hätten."
Die Sippe
Wir mussten vor dem Einzug unterschreiben, dass wir wissen, dass die Maklerin die Ehefrau des Hausbesitzers ist. Was wir später herausgefunden haben: Vater und Sohn haben den Immobilienbesitz gemanagt, Mutter und Tochter makelten - so bleibt das Geld garantiert in der Familie. Gezahlt haben wir natürlich trotzdem.
Die Satten
Vor vielen Jahren hatte ich auf der Suche nach einer Mietwohnung notgedrungen die Hilfe eines Maklers gesucht. Als ich mich vor kurzem wieder auf die Wohnungssuche machte, habe ich 14 Makler durchtelefoniert - keiner von denen führte überhaupt noch Wohnungsrecherchen durch. Die lachten nur über meine Nachfrage: "Recherche? Nee, das machen wir schon lange nicht mehr. Das sind ja viel zu viele, die suchen."
Die Konkurrenten
Nicht nur die Makler sind zuweilen ärgerlich, sondern auch jene Interessenten, die dem Makler einen Wink mit dem Zaunpfahl geben, um zu zeigen, wie solvent sie sind. Beispiel: Bei einer Besichtigung sagte ein Interessent zum Makler: "Ach, und sagen sie mal: Die Miete bezahlt man hier wirklich monatlich? Also, ich könnte ihnen auch gerne gleich das Geld für das ganze Jahr geben!"
Die Kreative
Ich habe mich damals riesig gefreut, als ich meine Wohnung ohne Makler gefunden hatte. Dann wollte allerdings die Hausverwalterin auf einmal eine dubiose "Vertragsausfertigungsgebühr" von 200 Euro. Das ist zwar gesetzlich nicht zulässig, wird aber trotzdem gemacht - und vermutlich immer gezahlt.
Die Steuersparerin
Meine Maklerin hat mir beim Einzug angeboten, ihr statt der regulären Maklercourtage von 1400 Euro nur 1000 Euro zu geben - schwarz und unter der Hand. Sie sparte damit die Steuer, ich 400 Euro. Ich konnte damals jeden Euro gut gebrauchen und habe das Angebot angenommen.

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