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Milliardenförderung: Regierung plant Kickstart für Elektroautos

Die Regierung macht ernst mit der Ökowende: Zeitungsberichten zufolge plant sie eine milliardenschwere Förderung für Elektroautos. Unter anderem wird eine zehnjährige Befreiung von der KfZ-Steuer erwogen.

Stromtanke: Elektroautos auf dem Vormarsch Zur Großansicht
dapd

Stromtanke: Elektroautos auf dem Vormarsch

Berlin - Die Bundesökorepublik kommt voran: Am Donnerstag hat die Regierung erste Vorschläge zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien gemacht. Im Verkehrsektor plant sie eine schnelle Umstellung von Benzin- auf Elektroautos - und plant dafür laut "Süddeutscher Zeitung" und "Bild"-Zeitung ein milliardenschweres Förderprogramm. Erwogen werden unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Das Kabinett soll in der zweiten Mailhälfte eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer für private Fahrer von Elektro-Autos beschließen.
  • Für E-Autos als Dienstwagen soll die Steuer so gesenkt werden, dass diese bei der Anschaffung nicht weniger attraktiv sind als herkömmliche Wagen.
  • Die Regierung selbst will Tausende E-Autos für Behörden kaufen.
  • Im Straßenverkehr könnten Elektroautos etwa bei Parkplätzen bevorzugt werden.

Die Vorschläge sind detailliert ausgearbeitet. Beschlossen ist aber noch nichts. Die Bundesregierung werde erst nach Vorlage eines Expertenberichts über konkrete Schritte entscheiden, sagte ein Regierungssprecher. Zunächst werde am 16. Mai die von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufene "Nationale Plattform Elektromobilität" ihren Bericht übergeben. In der NPE sitzen vor allem Industrievertreter.

Die NPE soll darlegen, wie dem Elektroauto zum Marktdurchbruch verholfen werden kann. In einem Entwurf des NPE-Berichts wird geschätzt, dass Subventionen von 3,8 Milliarden Euro nötig wären, um bis 2020 eine Million Elektro-Autos auf die Straßen in Deutschland zu bringen. Die Regierung peilt dieses Ziel an. Von 2018 an würden aber zusätzliche Steuererlöse die Ausgaben übertreffen.

Industrie fordert vier Milliarden Euro Subventionen für Forschung

Laut "Handelsblatt" hält die Industrie es für notwendig, in den kommenden drei Jahren vier Milliarden Euro in die Forschung zu investieren. Vor allem die Batterieforschung, die Antriebstechnologie, Leichtbauten, die Stromnetze, das Recycling und die Integration all dessen in neue Fahrzeuge stehen im Fokus.

Ein Drittel, maximal 40 Prozent, der Summe soll der Bund aufbringen, zwei Drittel will die Industrie investieren, wie es in Verhandlungskreisen gestern hieß. Insgesamt wollen die Elektro-, die chemische, die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft bis 2014 rund 17 Milliarden Euro in diesen Forschungsbereich stecken.

Bis 2014 wolle die NPE Ladestationen für 100.000 Elektroautos aufbauen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Bis 2017 sollen die Stromnetze elektronisch so umgebaut werden, dass massenhaft Pkw angeschlossen werden können.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht den Subventionsansatz kritisch: "Die Verlautbarungen, die ich bislang kenne, entsprechen nicht meinen ordnungspolitischen Vorstellungen", sagte der FDP-Politiker mit Blick. Schon früher hatte er gesagt, auch beim Thema Elektromobilität seien Markt und Wettbewerb das beste, um Innovation und technischen Fortschritt voranzubringen.

ssu/Reuters

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Geldverschwendung
rsi 05.05.2011
Es wird eine riesen Geldverschwendung, unreife und nicht konkurrenzfähige über Subventionen massiv in den Markt zu drücken. Zwar tauchen diese Kosten nicht gleich auf, aber irgendwann sind wir unser eigenes Griechenland.
2. Ist doch interessant
crocodil 05.05.2011
was die Regierung sich von den "Grünen" abgeschaut hat. Wo soll den dann der ganze Strom herkommen? Aber natürlich, wir haben ja Solar und Windkraftwerke! Bin mal gespannt, wann der erste Ministerpräsident mit einem Elektro-Auto fährt. Heute fahren sie ja alle noch Nobelimousien, und noch nicht mal mit E10 ! Aber abwarten, in ein paar Jahren wirds schon wieder anders. Gemäß dem Spruch = was geb`ich auf mein Geschwätz von gestern" !!!!
3. sinnvolle Zukunftsinvestition
syracusa 05.05.2011
Zitat von rsiEs wird eine riesen Geldverschwendung, unreife und nicht konkurrenzfähige über Subventionen massiv in den Markt zu drücken. Zwar tauchen diese Kosten nicht gleich auf, aber irgendwann sind wir unser eigenes Griechenland.
... um die Produkte somit reifen und wettbewrebsfähig werden zu lassen, und um auf diese Weise die Markt- und Technologieführerschaft zu behalten bzw wieder zu erringen. Ja, das könnte passieren, falls wir Ihren Ratschlägen folgen. Dann würden wir ab 2020 unsere Autos aus China importieren.
4. Die Schizophrenie der Deutschen:
Pandora0611 05.05.2011
Zitat von sysopDie Regierung macht ernst mit der Ökowende: Zeitungsberichten zufolge plant sie eine milliardenschwere Förderung für Elektroautos. Unter anderem wird eine zehnjährige Befreiung von der KfZ-Steuer erwogen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,760959,00.html
AKWs abschaltet. JETZT Windmühlen ja; aber bitte nicht in meiner Umgebung Photovolteik nur wenn ich davon profitiere! Biogas (aka Gülle) stinkt! . Geothermie => Staufen http://www.swr.de/swr4/bw/programm/-/id=258008/nid=258008/did=7133378/1n5ao8t/index.html . Pumpspeicherwerke; dagegen sind die Grünen (siehe Schwarzwald) http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/rickenbach/Gruene-lehnen-Pumpspeicherwerk-ab;art372616,4227474 . Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern! . Off-shore Windmühlen: aber der Strom kommt nicht in den Süden, gegen die Trassen gibt es zu viele "Bürgerproteste". . PV: wir haben so viele Sonnenstunden wie Island => liefert gerade mal 1% des Strombedarfes. . Windmühlen: laufen an 55Tagen im Jahr auf Vollast, sonst stehen sie still . Wo also kommt der Strom für die Elektoautos her??? Ah ja!; jetzt weiß ich es! natürlich von den freundlichen AKWs aus Frankreich, Tschechien, Rußland, etc.
5. ...
Crom 05.05.2011
Man sollte lieber auf Wasserstoff setzen. Das Akkuproblem ist der Geknickbruch für das E-Auto.
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Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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