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Studie: Jeder fünfte Deutsche ist von Armut bedroht

Pfandsammler in Berlin: Jeder fünfte von Armut oder sozialer Ausgrenzung Zur Großansicht
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Pfandsammler in Berlin: Jeder fünfte von Armut oder sozialer Ausgrenzung

Trotz Rekordbeschäftigung droht 16,5 Millionen Deutschen Armut oder soziale Ausgrenzung - 300.000 mehr als im Jahr zuvor. In der gesamten Europäischen Union liegt der Anteil allerdings noch deutlich höher.

Etwa jeder fünfte Deutsche ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Für das Jahr 2014, für das die Auswertung jetzt vorliegt, betraf dies 20,6 Prozent und damit 16,5 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das war etwas mehr als 2013, als der Anteil bei 20,3 Prozent lag - 16,2 Millionen Betroffenen. Der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen in der gesamten EU war mit 24,4 Prozent deutlich höher als in Deutschland.

Nach der Erhebung "Leben in Europa" gilt eine Person als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine von drei Lebenssituationen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Dies traf 2014 auf 16,7 Prozent der deutschen Bevölkerung zu. 2014 lag der Schwellenwert für eine alleinlebende Person bei 987 Euro. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert bei 2072 Euro im Monat.

Dem Statistikamt zufolge waren fünf Prozent der Bevölkerung von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. Damit waren sie zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen oder eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren.

Zehn Prozent der Bevölkerung unter 60 Jahren lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung. Das bedeutet, dass die tatsächliche Erwerbsbeteiligung der erwerbsfähigen Haushaltsmitglieder insgesamt weniger als 20 Prozent betrug.

nck/Reuters/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 425 Beiträge
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1. Wie behauptete Mutti vor der Wahl?
karljosef 05.11.2015
"Noch nie ging es uns seit der Wiedervereinigung besser als heute." In welcher Welt lebt unsere politische "Elite" eigentlich?
2. Trotz oder wegen Rekordbeschäftigung,
karljosef 05.11.2015
das ist hier die Frage! Wieviel Prozent arbeiten zum Mindestlohn? Und wieviel sind gezwungen, für einen noch niedrigeren Betrag zu arbeiten? (Auf eine Beschwerde folgt die Kündigung...)
3. Kann mir das jemand erklären?
pandur1234567@yahoo.com 05.11.2015
Seit 70 Jahren herscht Frieden in diesem Land. Sehr viele Menschen arbeiten. Die Produktivität steigt immer mehr. Trotzdem verarmen immer mehr. Dies soll ein sinnvolles System sein?
4. Die 60% Definition
INGXXL 05.11.2015
von Armut ist unsinnig. Wenn man ausreichend zu essen hat und angemessenen Wohnraum ist man meiner Meinung nach nicht arm Urlaubsreisen sind auch nicht unbedingt notwendig
5. in einer pragmatischen
paulvernica 05.11.2015
Zitat von karljosef"Noch nie ging es uns seit der Wiedervereinigung besser als heute." In welcher Welt lebt unsere politische "Elite" eigentlich?
Merkel wird sagen dass es uns besser geht als allen anderen - was ja auch stimmt. Und aus Angst und Dankbarkeit werden die Wähler sie dann wieder wählen. Es könnte ja schliesslich noch schlechter kommen. Das ist natürlich alles katastrophal, so hat sich wohl niemand die Zukunft vorgestellt. Nichts wird besser.
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