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Arbeitsmarkt: Fast 250.000 Minijobs weniger seit Mindestlohn-Einführung

Gebäudereinigerin in Schwerin: Schwund bei den Minijobs Zur Großansicht
DPA

Gebäudereinigerin in Schwerin: Schwund bei den Minijobs

Seit der Einführung des Mindestlohns sind in Deutschland mindestens 237.000 gewerbliche Minijobs verschwunden. Besonders betroffen sind die ostdeutschen Bundesländer.

Die Zahl der Minijobs ist in den vergangenen Monaten drastisch gesunken. Laut dem Quartalsbericht der Minijobzentrale in Bochum sind seit Jahresbeginn mindestens 237.000 gewerbliche Minijobs weggefallen.

Besonders betroffen sind demnach die ostdeutschen Bundesländer. In Sachsen-Anhalt fielen in den ersten drei Monaten 7,7 Prozent, in Thüringen 6,6 Prozent der Minijobs weg. Deutschlandweit ging ihre Zahl um 3,5 Prozent zurück.

Zum Jahresbeginn war in Deutschland ein flächendeckender Mindestlohn eingeführt worden. Ob beide Entwicklungen ursächlich zusammenhängen, wollte eine Sprecherin der Minijobzentrale nicht kommentieren. Wirtschaftsforschungsinstitute hatten aber zuvor einen Wegfall von Minijobs durch den Mindestlohn prognostiziert. Auch die Bundesagentur für Arbeit glaubt, dass der Mindestlohn die Zahl der Minijobs schmälert, dafür aber womöglich neue sozialversicherungspflichtige Stellen entstehen.

Minijobs werden häufig schlecht entlohnt und werden daher durch einen Mindestlohn für den Arbeitgeber besonders schnell unrentabel - zumal er für Minijobs die kompletten Sozialabgaben übernehmen muss, die durch den Mindestlohn ebenfalls ansteigen.

Ordnungspolitisch sind Minijobs umstritten. Manche Arbeitnehmer begnügen sie sich lieber mit weniger Arbeitsstunden im Minijob, anstatt zumindest eine reguläre Teilzeitstelle anzunehmen, bei der sie auf ihr gesamtes Einkommen Sozialversicherungsbeiträge und womöglich auch Einkommensteuer zahlen müssten. Kritiker sagen daher, Minijobs belohnten die Menschen dafür, weniger zu arbeiten als sie eigentlich könnten.

ssu/dpa

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insgesamt 108 Beiträge
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1. Interessant
wahlmüde 19.05.2015
Wenn ich mich recht erinnere wurde das sogar hier von Usern prognostiziert. Wie vieles andere auch. Mir scheint, das User hier anscheinend mehr auf dem Kasten haben als unsere Obrigkeit....
2.
johankeuning 19.05.2015
ein mensch muss von sein Job leben können, darum ist es super das die minijobs verschwinden. Deutschlands Jobwunder war doch nicht mehr als ein große verarsche der Arbeitnehmer. Wenn man einmal am Jobcenter vorbei läuft sieht man das es den niemals gegeben hat.
3. Hoffnungslos
quantenmechanik 19.05.2015
Verblendet und Unreif überlegt. Wenn man es so swhen Will hat die Wage für Arbeit ein dermaßen Ungleichgewicht entwickelt das man K.... könnte. Da aber sich alle auf die Schulter klopfen wie toll das ist der bekommt eine Freistunde Nachhilfe in Mathematik.
4.
Th.Tiger 19.05.2015
Was will uns der Artikel sagen? Blieb mit dem Wegfall der Minijobs die Arbeit liegen oder wird die jetzt im Rahmen sozialversicherungs- und steuerpflichtiger Arbeitsverhältnisse erledigt?
5.
RenegadeOtis 19.05.2015
Zitat von wahlmüdeWenn ich mich recht erinnere wurde das sogar hier von Usern prognostiziert. Wie vieles andere auch. Mir scheint, das User hier anscheinend mehr auf dem Kasten haben als unsere Obrigkeit....
Hier wurde alles prognostiziert - von daher ist wohl kaum erstaunlich, dass mindestens einer recht hat.
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