Studie Mindestlohn bringt Wachstum 

Der Mindestlohn als Jobkiller? Die Unkenrufe haben sich bislang nicht bestätigt. Ökonomen sehen sogar ihre segensreiche Wirkung als Konjunkturmotor bestätigt.

Mindestlohn ab 1. Januar 2019: 9,19 Euro
DPA

Mindestlohn ab 1. Januar 2019: 9,19 Euro


Der Mindestlohn erhöht einer Studie zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung konstant um bis zu 0,5 Prozent. Das geht aus einer Untersuchung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Demnach beschert der Mindestlohn Geringverdienern im Schnitt 18 Prozent mehr Gehalt. Auch angrenzende Lohngruppen profitierten. Durch die höheren Löhne nehme der Konsum um 0,5 bis 0,7 Prozent zu, was das Wachstum anrege. Damit falle das Bruttoinlandsprodukt über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgehend um 0,25 Prozent höher aus als ohne Mindestlohn. Gebe der Staat seine Mehreinnahmen, etwa höhere Steuern, wieder aus, steige die Wirtschaftsleistung sogar doppelt so stark.

Die von Kritikern vorausgesagten Jobverluste durch den 2015 eingeführten Mindestlohn träten dagegen nicht ein. "Die Wachstumseffekte fallen auch deshalb so positiv aus, weil die Beschäftigung weitestgehend stabil bleibt", heißt es demnach in der Studie der gewerkschaftsnahen IMK-Forscher. Zwar fielen Minijobs weg. Sie würden aber zu einem großen Teil in normale sozialversicherte Arbeitsplätze umgewandelt, sodass sich am Arbeitsvolumen insgesamt nichts ändere.

mik/AFP



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