Geringverdiener Mindestlohnanhebung kostet Unternehmen eine Milliarde Euro

Anfang 2017 soll der Mindestlohn um 34 Cent erhöht werden. Laut einem Medienbericht wird das die Unternehmen eine Milliarde Euro kosten.

Friseur.
DPA

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Der seit eineinhalb Jahren geltende gesetzliche Mindestlohn wird 2017 erstmals angehoben. Der Mindestlohn soll von derzeit 8,50 Euro auf dann 8,84 Euro pro Stunde steigen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin eine Verordnung von Arbeitsministerin Andrea Nahles.

Laut einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" wird diese geplante Anhebung die Unternehmen in Deutschland rund eine Milliarde Euro kosten. Es sei möglich, dass die Firmen wegen der höheren Kosten die Preise für Waren und Dienstleistungen geringfügig anheben. Als Quelle gibt die Zeitung die von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Verordnung zur Anhebung des Mindestlohns an.

Stärkere Auswirkungen auf das Preisniveau und "negative Beschäftigungseffekte" seien nicht zu erwarten, zitiert die Zeitung aus der Vorlage. Dagegen erhofft sich Nahles durch die 34-Cent-Anhebung positive Auswirkungen auf die Konsumnachfrage.

Der Mindestlohn war eine zentrale sozialpolitische Neuerung der schwarz-roten Koalition. Seit eineinhalb Jahren gilt die Lohnuntergrenze. Die sogenannte Mindestlohnkommission legt die Höhe alle zwei Jahre neu fest. Der Mindestlohn gilt für rund vier Millionen Beschäftigte des Niedriglohnsektors. Die nächste Anhebung steht zum 1. Januar 2019 an.

hej/Reuters



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