Mindestsicherung Fast jeder Zehnte bekommt staatliche Stütze

Ob Hartz IV, Arbeitslosenhilfe oder Sozialgeld - die Zahl der Empfänger staatlicher Gelder steigt: 7,8 Millionen bezogen Ende 2009 öffentliche Leistungen. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 40 Milliarden Euro.

Suppenküche in Berlin: Staatsausgaben steigen stärker als die Zahl der Empfänger
DPA

Suppenküche in Berlin: Staatsausgaben steigen stärker als die Zahl der Empfänger


Wiesbaden - Fast jeder Zehnte in Deutschland ist auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen: Ende 2009 erhielten knapp 7,8 Millionen Menschen solche Leistungen wie Arbeitslosen- und Sozialgeld, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Das waren allerdings lediglich 1,5 Prozent mehr als im Jahr davor - trotz der schwersten Rezession seit Jahrzehnten.

Insgesamt erhielten damit 9,5 Prozent der Bevölkerung Leistungen wie Hartz IV, Sozialhilfe im Alter oder Asylgeld. Ende 2008 waren es mit 9,3 Prozent kaum weniger.

Ein wesentlicher Grund für den schwachen Anstieg: Die Zahl der Arbeitslosen war während der Wirtschaftskrise kaum gestiegen, inzwischen sinkt die Erwerbslosigkeit sogar wieder. Im November waren 2,931 Millionen Menschen in Deutschland ohne Job - so wenige wie noch nie in einem November seit 1991.

Die meisten beziehen Hartz IV

Der überwiegende Teil der Empfänger staatlicher Leistungen lebt vom Arbeitslosengeld II: Allein 6,7 Millionen Menschen erhielten Hartz IV. Das sind knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr, unter ihnen sind gut ein Viertel Kinder. Sozialhilfe, wenn etwa die Rente im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit nicht zum Leben reicht, erhielten knapp 857.000 Menschen. Asylleistungen oder Kriegsopferfürsorge bekamen insgesamt 167.000 Menschen.

Die Ausgaben des Staats stiegen stärker als die Zahl der Empfänger: Für Hartz IV, Sozialhilfe oder andere Leistungen musste der Staat mit 41,6 Milliarden Euro 3,1 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Auch hier machte das Arbeitslosengeld II mit 35,9 Milliarden Euro den größten Teil aus.

yes/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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anon11 09.12.2010
1. .
Das ist der lang erwartete Aufschwung. ;)
roterschwadron 09.12.2010
2. Diese Information war wirklich wichtig
Zitat von sysopOb Hartz IV, Arbeitslosenhilfe oder Sozialgeld - die Zahl der Empfänger staatlicher Gelder steigt: 7,8 Millionen bezogen Ende 2009 öffentliche Leistungen. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 40 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,733717,00.html
Ich bin verwundert. Ich wußte nicht, daß es einerseits so viele Banken gibt, aber andererseits die Unterstützung doch nur 40 Milliarden Peanuts sind... Wofür jetzt diese Schlagzeile wohl wieder gut war?
Dunedin, 09.12.2010
3.
Zitat von sysopOb Hartz IV, Arbeitslosenhilfe oder Sozialgeld - die Zahl der Empfänger staatlicher Gelder steigt: 7,8 Millionen bezogen Ende 2009 öffentliche Leistungen. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 40 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,733717,00.html
Der Spiegel und auch deren Wettbewerber verkünden doch fast jeden zweiten Tag vom neuen Jobwunder, Arbeitgeber die händeringend Personal suchen und der Lokomotive Deutschlands auch in EU Krisenzeiten ? Wer lügt hier eigentlich, oder alles schlechte Recherchen und Wunschdenken. Die neue "Gute-Laune-Presse" ??
shatreng 09.12.2010
4. Pech gehabt
Was soll die Aufregung, der freie Markt gibt nunmal nicht mehr her.. P.S. Vielleicht ist dann der gesamte "freie Markt" für die gesamte deutsche Gesellschaft sinnlos *grübel* Mir wurde zumindest mal erklärt, dass in einem klassischen Staataufbau (Dreieck) die Wirtschaft denn Sinn hat, der Bevölkerung es zu ermöglichen ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
franzdenker 09.12.2010
5. Neoliberalismus = Kapitalismus in Reinstform
Zitat von sysopOb Hartz IV, Arbeitslosenhilfe oder Sozialgeld - die Zahl der Empfänger staatlicher Gelder steigt: 7,8 Millionen bezogen Ende 2009 öffentliche Leistungen. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 40 Milliarden Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,733717,00.html
Von wegen Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel. Die großen Unternehmen in Deutschland fahren riesige Gewinne ein und investieren zum Dank für die Steuervergünstigungen im Ausland. In jeder normalen Familie stellen die Sozialausgaben (Miete, Unterhalt, Lebensmittel, Absicherungen, ...) den größten Ausgabenposten dar. Schlimm wäre es, wenn wir in Deutschland den größten Teil des Geldes in Straßen oder Panzer investieren würden.
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