Versteigerung Bund droht bei Auktion von Mobilfunklizenzen Milliarden-Debakel

Die Auktion der schnellen 5G-Frequenzen wird dem Staat wohl nur einen Bruchteil der erhofften zwölf Milliarden Euro in die Kasse spülen. Grund sind nach SPIEGEL-Informationen die kostspieligen Auflagen der Bundesnetzagentur.

5G-Symbol
REUTERS

5G-Symbol


Im kommenden Frühjahr soll die Auktion der neuen Mobilfunkfrequenzen für das 5G-Netz stattfinden. Zwölf Milliarden Euro soll die Versteigerung der hyperschnellen Handyverbindungen eigentlich einbringen, so steht es im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD. Gelder, die dann für den Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland dringend gebraucht werden.

Doch die Einnahmen dürften weit geringer ausfallen als geplant. Denn die Bundesnetzagentur plant eine ganze Reihe von Auflagen, die von den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefonica zu erfüllen sind. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das die Bonner Behörde am Donnerstag an die Mitglieder ihres politischen Beirats verschickt hat und das dem SPIEGEL vorliegt. Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf SPIEGEL+.

Eine der womöglich kostspieligsten Vorgaben bezieht sich auf den Ausbau des Netzes entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Dort müssten die "Zuteilungsinhaber bis zum 31. Dezember 2022 eine vollständige Versorgung mit 100 Megabit pro Sekunde" erreichen, heißt es in dem Schreiben. Dies allein würde nach Einschätzung von Telekom-Experten zusammen mit anderen Auflagen Milliarden Euro kosten. So sollen etwa entlang von "fahrgaststarken" Eisenbahnlinien bis Ende 2022 immerhin Übertragungskapazitäten von 50 Megabit pro Sekunde erreicht werden, eine Datenrate, die heute für Internetanschlüsse als guter Durchschnitt gilt.

Die hohen Investitionssummen würden zur Folge haben, dass die vermutlich drei Bieter in der 5G-Auktion kaum mehr als zwei bis drei Milliarden Euro bieten würden, glauben Telekom-Manager. Auch in der Bundesnetzagentur geht man davon aus, dass die Versteigerung weniger Erlöse einbringen wird als bislang gedacht.

gt/rom/fdo



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.