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Bonität herabgestuft: US-Ratingriese sieht Griechenland näher an der Pleite

Syntagma-Platz in Athen: Griechenlands Unsicherheit wächst und wächst Zur Großansicht
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Syntagma-Platz in Athen: Griechenlands Unsicherheit wächst und wächst

Die Finanznöte in Griechenland sind dramatisch, nun warnt auch die US-Ratingagentur Moody's vor einer steigenden Pleitegefahr. Die Kreditwürdigkeit des Landes wird weiter herabgestuft.

Die Verhandlungen der Regierung in Athen mit den Geldgebern sind festgefahren. Längst wird in den Institutionen an Alternativplänen gearbeitet, falls keine Einigung gelingt. Die Unsicherheit drückt auf Griechenlands Kreditbewertung: Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote des pleitebedrohten Eurostaates gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt mit "Caa2" nach zuvor "Caa1" bewertet, teilte Moody's mit.

Das Land rutscht damit noch tiefer in den sogenannten Ramschbereich. Griechische Staatsanleihen gelten bei Moody's schon länger als "sehr großes Kreditrisiko". Als Grund gab Moody's an, es sei unklar, ob die internationalen Gläubiger rechtzeitig neue Finanzhilfen für das hoch verschuldete Land freigäben. Der Ausblick sei negativ.

Der Kursverfall griechischer Staatsanleihen zeigt den Vertrauensverlust, mit dem die Regierung in Athen kämpft.

Griechenlands Premier Alexis Tsipras hat nun erneut eine Volksabstimmung über Reformen ins Spiel gebracht. Ernst nimmt ihn damit in Brüssel aber niemand. Die EU-Kommission verweigerte gar eine Stellungnahme, weil man reine Äußerungen von Politikern generell nicht kommentiere. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem kritisierte aber, Tsipras' Äußerung schaffe "große politische Unsicherheit", und er glaube, "dass weder wir noch die Griechen die Zeit dafür haben".

Griechenland kann nur nach einer Einigung mit den Institutionen (früher: Troika) über ein umfangreiches Reformpaket auf bislang blockierte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro hoffen. Die Euro-Gruppe will bei ihrem nächsten Treffen am 11. Mai darüber beraten. Doch dieser Termin könnte angesichts der dramatischen Finanzsituation des griechischen Staats zu spät sein - womöglich ist ihm bis dahin das Geld ausgegangen.

bos/dpa/Reuters

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1. Griechenland ist...
franz.schmied.902 30.04.2015
... nicht "näher" an der Pleite, es ist bereits längst pleite!
2. Verantwortungslose Politiker
toscana57 30.04.2015
Noch vor einigen Wochen haben unsere Volksvertreter für die Freigabe weiterer Kredite gestimmt. Nach dem Motto: wenn's mit Griechenland schief geht, muss ja nicht ich, sondern der dumme deutsche Steuerzahler zahlen. Man sollte alle Griechenland Kredit-Ja Sager aus dem Bundestag werfen und sie persönlich in Haftung nehmen.
3. Die Ratingriesen
axlban 30.04.2015
Sind auch nur Teil der Politik. Russland mit geschätzten 300 Mrd US Dollar Währungsreserven wird in Rekordzeit auf Ramschniveau abgestuft. Griechenland müsste eigentlich auf gefühlte ZZZ- gestuft werden, wird es aber nicht, da es in den Rettungsmechanismen der EU (noch) kein Schlupfloch gibt, welches dann zur Finanzierung Griechenlands genutzt werden könnte.
4. Ratingagenturen, die Bluthunde der Finanz- und Vetternwirtschaft.
h-i-2224 30.04.2015
Ratingagenturen haben nicht einmal im Ansatz die Bedeutung, welche diese in der Öffentlichkeit vorgeben zu haben. Sie bilden nur das ab, was eh beschlossene Sache der Finanz- und Vetternwirtschaft ist. Die Ratingagenturen werden lediglich benutzt um Sanktionen begründen zu können, weil die Finanz- und Vetternwirtschaft der Öffentlichkeit lancieren möchte, dass sie nicht anders handeln konnten. Auf eine reine Weste legt man in der öffentlichen Wahrnehmung schon wert. Beispiel Griechenland. Sieht man sich die Verschuldung der einzelnen Länder in Europa an, fällt auf, dass andere Länder nach den Maßstäben der Ratingagenturen schon lange pleite sein müssten, werden aber durch die Ratingagenturen nicht so eingestuft. Warum ist bei dem derzeitigen Schuldenaufkaufwahn der EZB Griechenland als einziges Land nicht berücksichtigt? Wegen der sozialdemokratischen Regierung? Wegen der Aufgabe europäischem Gemeinsinn zu Gunsten Deutschlands? Fragen über Fragen und keiner antwortet.
5. Vom Westen nichts Neues...
spiritofbaraka 30.04.2015
dass hatten wir doch alles schon. Die dt. Regierung und Follower zerstören Europa (DE hat die EURO - Zone von Anfang an missbraucht) und lassen es doch tatsächlich zu, dass wir in eine Jahrzehnte lange Rezession schlittern. Ein Schuldenschnitt mit einhergehenden Marshallplan (auf der realwirtschaftlichen Ebene) für die ges. EURO - Zone ist/war die nahe-liegendste Option, aber nein, Herr Schäuble und Merkel macht den Brünning (obwohl weltweit alle Ökonomen ausser deutsche davor warnen) und verspielen unsere Zukunft. Das globale Scheitern der neoliberalen Ideologie könnte sich evtl. in Europa äussern und in die Geschichte eingehen. Die USA sind da zwar pragmatischer, aber die Ursachen in der Realwirtschaft (fehlende Nachfrage durch fehlende Einkommen, Löhne) wird auch da nicht verstanden, somit fallen die USA als Impulsgeber ebenfalls aus (die bauen ja ihr Aussenhandelsdefizit ab). Es ist auch kein Zufall, dass SPON keinen Artikel veröffentlich, wo auf diese Der Grossteil der dt. Bürger hat das noch gar nicht begriffen.
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