Frankfurt am Main - Die US-Agentur Moody's senkte die Bonitätsnoten von Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) und der zeitlich begrenzten Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) am Freitag von Aaa um eine Stufe auf Aa1. Der Ausblick für beide Hilfsinstrumente bleibt negativ - damit droht eine weitere Herunterstufung.
Moody's begründete die Abwertung vor allem mit der Bedeutung Frankreichs bei den Euro-Rettungsmaßnahmen. "Frankreich ist der zweitgrößte Unterstützer der beiden Finanzinstrumente", erklärte Moody's. Die Kreditwürdigkeit von ESM und EFSF hänge nun einmal von der Kreditwürdigkeit seiner wichtigsten Unterstützer ab. Neben Frankreich gilt Deutschland als wichtiges Land für die Instrumente. Es führt weiter die Bestnote Aaa.
Moody's hatte Frankreich Anfang vergangener Woche ebenfalls die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit entzogen. Die Ratingagentur senkte die Note für Paris wie für ESM und EFSF auf Aa1 und begründete dies unter anderem mit der mangelnden französischen Wettbewerbsfähigkeit. Es gebe ein "Risiko" für Frankreichs Wirtschaftswachstum und "zahlreiche Strukturdefizite" wie einen "rigiden Arbeitsmarkt", hatte Moody's Mitte November erklärt. Im Januar hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Bonität der EFSF abgestuft - nur drei Tage vorher hatte es die Kreditwürdigkeit von Frankreich von AAA auf AA+ herabgesetzt.
Der Europäische Stabilitätsmechanismus ist der Nachfolger der EFSF. Der Krisenfonds gibt im Notfall an den Finanzmärkten Anleihen heraus, für welche die Euro-Länder garantieren. Diese Gelder werden dann als Kredite an bedürftige Staaten verzinst weitergegeben.
Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von frischem Geld am Kapitalmarkt verteuern und erschweren. Eine Note von Aa1 ist allerdings immer noch sehr gut. Bei Fitch besitzt der Rettungsschirm weiterhin das begehrte Triple-A. Darauf verwies auch der ESM in einer Stellungnahme in der Nacht.
"Moody's Rating-Entscheidung ist schwer zu verstehen", erklärte der Chef des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling. Moody's verkenne den außergewöhnlich festen institutionellen Rahmen, die politische Rückendeckung sowie die starke Kapitalstruktur. Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker stellte sich stellvertretend für die 17 Euro-Länder hinter ESM und EFSF - "politisch und finanziell".
Die Abstufung kommt in einer Zeit, in der Europa einen Etappenerfolg beim Kampf gegen die Schuldenkrise feiern konnte: Anfang der Woche hatten sich die internationalen Geldgeber nach wochenlangem Streit auf die Auszahlung neuer Milliardenkredite für Griechenland verständigt. Der Bundestag hatte am Freitag dem Maßnahmenbündel zugestimmt.
kha/dpa/Reuters/AFP
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