Bezahlbare Mieten München will von Unternehmen mehr Werkswohnungen verlangen

In keiner deutschen Metropole sind Wohnungen derart teuer und knapp wie in München. Nun will die Stadt Unternehmen in die Pflicht nehmen: Wer Werkswohnungen baut, soll bevorzugt behandelt werden.

Münchner Zentrum
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Selbst für Normalverdiener sind die Mieten in München kaum zu bezahlen - vorausgesetzt, es gibt überhaupt eine freie Wohnung. Denn die Nachfrage übersteigt das sehr knappe Angebot bei weitem, und der starke Zuzug in die bayerische Landeshauptstadt verschärft das Problem zunehmend. Für Familien mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende, sowie Menschen mit niedrigen Einkommen ist bezahlbarer Wohnraum extrem schwierig zu finden.

Angesichts dieser Wohnungsnot will die Stadt München nun Unternehmen dazu bewegen, mehr Werkswohnungen zu bauen. Die Betriebe sollten die eigenen Grundstücke daraufhin prüfen, ob hier Potenzial für Wohnungsbau gesehen werde, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) laut einer Mitteilung der Stadt. In einem Gespräch, zu dem Reiter ins Rathaus geladen hatte, schlug er Vertretern von Firmen auch vor, eng mit Münchner Genossenschaften zu kooperieren oder sogar eigene Genossenschaften zu gründen.

Reiter setzt außer auf unverbindliche Anregungen offenbar auch auf handfeste Anreize: Wer ein Konzept für Mitarbeiterwohnungen anbiete, dem könne die Stadt bei der Ausweisung und Genehmigung von Gewerbe entgegenkommen. Zudem könnten Werkswohnungen bei der Vergabe städtischer Gewerbegrundstücke als neues Kriterium eingeführt werden - im Klartext: Städtischen Grund soll nur noch bekommen, wer sich zum Wohnungsbau verpflichtet.

Noch sind das allerdings lediglich Pläne. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung will noch vor der Sommerpause eine Beschlussvorlage zum Werkswohnungsbau in den Stadtrat einbringen.

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) begrüßte den Vorstoß des Münchner Oberbürgermeisters. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 476 sozial orientierte Wohnungsunternehmen in Bayern an. Eine sehr große Hürde für den Bau von Werkswohnungen sei allerdings das Steuerrecht, kritisierte der VdW. Hier müsse die Bundesregierung klare steuerliche Rahmenbedingungen schaffen. Vermieter müssten derzeit die ortsübliche Vergleichsmiete ansetzen und nicht die tatsächlichen Kosten. Und bei Mietern werde die Werkswohnung als geldwerter Vorteil besteuert.

fdi/dpa-AFX



insgesamt 40 Beiträge
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MissMorgan 18.02.2019
1. Eigentlich eine prima Idee!
Gab es ja früher öfter, passende Wohnung zum Job. Hielt auch den Arbeitnehmer am Arbeitsplatz - ist vielleicht heute nicht mehr so gewünscht. Aber natürlich muss die Politik sich auch bewegen, es geht nicht, dass günstiger Wohnraum bestraft wird. Ein Unding, wie hier soziales Verhalten abgestraft wird!
segundo 18.02.2019
2. Mir egal
Ich habe schon Angebote aus München abgelehnt aufgrund des im Vergleich zur Miete lächerlichen Gehalts. Da waren auch stellen mit >100k im Jahr dabei. Die Unternehmen sind selbst Schuld. Warum müssen auch alle in die Städte gehen.
hedgehog66 18.02.2019
3. Zur Erinnerung:
Zur Erinnerung: Es ist noch keine 10 Jahre her, da hat ein grosses, mit seiner Zentrale in München angesiedeltes DAX-Unternehmen seine "Werkswohnungen" zwecks Gewinn-Maximierung verkauft.
m.klagge 18.02.2019
4. Eigentlich brauchen die angesprochenen
Unternehmen nicht wirklich die Subventionen, die hier von der CSU verteilt werden sollen. Andererseits ist es aber möglich, dass einige erprobte CSU Mitglieder bald gut dotierte Beraterverträge brauchen. Natürlich besteht da absolut kein Zusammenhang. Es hat auch nie einen gegeben.
three-horses 18.02.2019
5. So eine Heuchelei.
Zitat von MissMorganGab es ja früher öfter, passende Wohnung zum Job. Hielt auch den Arbeitnehmer am Arbeitsplatz - ist vielleicht heute nicht mehr so gewünscht. Aber natürlich muss die Politik sich auch bewegen, es geht nicht, dass günstiger Wohnraum bestraft wird. Ein Unding, wie hier soziales Verhalten abgestraft wird!
Keine gute Idee. Es geht um Geldwerte Vorteil. Und je nach "Wohnspiegel" wird die Miete bei Finanzamt bewertet. Wie bei einem Dienstwagen, Mittagessen in der Kantine.... Dann zahlen sie nach. Dazu kommen die Nachteile für den Arbeitgeber. Der zahlt auch nach oder davon. Das kann jemand hier sicher besser erklären. Das war um 1980, ab da waren die Arbeitgeber nicht mehr "sozial", der Staat wollte es so. Geld stinkt nicht. Die Politiker schon. Verfault.
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