München - Die Behörden machen den Weg für den Ausbau des Münchner Flughafens frei. Die Regierung von Oberbayern hat den Bau einer dritten Start- und Landebahn genehmigt. Mehrere Gutachten hätten den Bedarf für das rund eine Milliarde Euro teure Projekt bestätigt, teilte die Behörde mit. Die neue Piste soll 30 zusätzliche Starts und Landungen pro Stunde ermöglichen und langfristig den Standort als Drehkreuz erhalten.
Seit Jahren streiten die Betreiber mit Anwohnern und Naturschützern über das Projekt. Seit dem Antrag zum Ausbau des zweitgrößten deutschen Flughafens im Sommer 2007 gingen rund 85.000 Einwendungen bei der Regierung von Oberbayern ein. Die Gegner können nun noch versuchen, den Ausbau per Klage zu stoppen.
Der Flughafen-Betreiber FMG rechnet mit dem Baubeginn der neuen Landebahn frühestens im Herbst 2012. Das Unternehmen werde zunächst das Ende der Einspruchsfrist und die ersten Urteile der Gerichte über zu erwartende Klagen gegen den "Sofort-Vollzug der Entscheidung" abwarten, sagte ein Sprecher.
Die Behörde machte dem Betreiber bereits mit der Genehmigung Auflagen. So soll der Flugbetrieb auf der dritten Bahn nur von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr zulässig sein. Rund 100 Grundstückseigentümer im besonders betroffenen Freisinger Ortsteil Attaching können zudem statt Schallschutz oder Entschädigungen auch verlangen, dass ihr Grundstück von der Flughafengesellschaft zum Verkehrswert aus dem Jahr 2007 gekauft wird. Das gehe weit über die Grundsätze der Rechtsprechung hinaus, erklärte die Behörde.
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat angekündigt, er wolle das Gespräch mit den betroffenen Anwohnern suchen. Das Aktionsbündnis "AufgeMUCkt" kritisierte, seine Gegenargumente würden nicht berücksichtigt. Die Ausbaugegner kündigten für Freitag eine Pressekonferenz und eine Demonstration vor der CSU-Zentrale in München an.
mmq/dpa-AFX/Reuters
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