Nafta-Nachverhandlungen Trump erwägt gesonderte Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko

Die Verhandlungen zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta stehen auf  der Kippe. Die Partner überziehen sich gegenseitig mit Zöllen. US-Präsident Trump hat jetzt eine neue Idee.

Stahlarbeiter in Mexiko
AFP

Stahlarbeiter in Mexiko


Bei den festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und seinen Nachbarn Mexiko und Kanada über die Zukunft des gemeinsamen Freihandelsabkommens Nafta hat US-Präsident Donald Trump einzelne bilaterale Abkommen mit den beiden Ländern ins Spiel gebracht. "Mir würde ein separater Deal mit Kanada und ein separater Deal mit Mexiko nichts ausmachen", sagte Trump am Freitag in Washington. "Dies sind zwei sehr verschiedene Länder."

Nafta ist gemessen an der gemeinsamen Wirtschaftsleistung eines der größten Freihandelsabkommen der Welt. Es wurde 1992 unterzeichnet und trat mit Beginn des Jahres 1994 in Kraft.

Das Abkommen der drei Nationen wird geradeauf Wunsch der USA nachverhandelt. Die Gespräche laufen jedoch nicht so, wie von Washington erhofft. US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross hatte am Donnerstag erklärt, die Gespräche dauerten deutlich länger, als erwartet. Deswegen könnten die beiden Länder nicht mehr von den Strafzöllen der USA auf Importe von Stahl und Aluminium ausgenommen werden.

Trudeau: "Es trifft Kanadier und es trifft Amerikaner."

Mexiko und Kanada hatten dies in deutlichen Stellungnahmen als unakzeptabel bezeichnet und Gegenmaßnahmen angekündigt.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hatte es als "unvorstellbar" bezeichnet, dass kanadische Stahlexporte eine Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten darstellen sollten. "Diese Zölle sind völlig unakzeptabel", sagte Trudeau. "Es trifft Kanadier und es trifft Amerikaner."

Seinen Angaben zufolge seien die Nafta-Verhandlungen ins Stocken geraten, als US-Vizepräsident Mike Pence automatische Neuverhandlungen nach jeweils fünf Jahren verlangt habe. Trudeau sei bereit gewesen, einen neuen Nafta-Deal "noch in dieser Woche" zu finalisieren. Pence habe jedoch die Fünf-Jahres-Klausel zur Bedingung gemacht.

cop/dpa/Reuters



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