Saudi-Arabiens Mega-Projekt "Neom" Phantasia für den Prinzen

Ein neues Hightech-Land, mit eigenen Gesetzen und vielen Robotern: Das soll "Neom" sein, die Zukunftsvision des saudischen Kronprinzen. Umsetzen soll sie ein Deutscher. Darum geht es bei dem Mega-Projekt.

NEOM

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Eine Wirtschaftskraft so stark wie Polen und eine Fläche so groß wie Ruanda - ein neues Land, in dem es mehr Roboter als Menschen geben könnte: Das alles verspricht Saudi-Arabien mit "Neom".

Das diese Woche von der Herrscherfamilie vorgestellte 500-Milliarden-Dollar-Projekt soll der große Sprung nach vorne sein. Den hat die märchenhaft reiche Monarchie auch nötig. Saudi-Arabien kämpft angesichts der gesunken Ölpreise um seinen künftigen Wohlstand.

Wie soll das neue Land aussehen? Und wie realistisch ist das Projekt? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Um was geht es bei "Neom"?

"Neom" ist das Herzstück der großangelegten "Vision 2030", mit der das Land unabhängiger vom Öl werden will. In der Digital-Industriezone sollen alle Dienstleistungen und Standard-Prozesse zu hundert Prozent automatisch ausgeführt werden.

Konkret bedeutet das: Einen Supermarkt etwa soll es in "Neom" nicht geben, alle Einkäufe werden direkt zu den Kunden nach Hause geliefert, wie Kronprinz Mohammed bin Salman der Nachrichtenagentur "Bloomberg" sagte.

Der Energiebedarf des Hightech-Standortes, so heißt es, wird ausschließlich durch Wind- und Sonnenkraft gedeckt. Finanziert werden soll die Vision vom saudischen Staatsfonds sowie von privaten Investoren aus dem In- und Ausland.

Wo soll "Neom" entstehen?

Das vorgesehene 26.5000 Quadratkilometer große Gebiet liegt im Nordwesten von Saudi-Arabien, in direkter Nähe zu Jordanien und Ägypten.

Es ist umgeben von Wüste, bis zu 2500 Meter hohen Bergen und dem Roten Meer. Vor der 465 Kilometer langen Sandstrandküste soll ein Luxus-Touristenparadies auf 50 Inseln entstehen.

Besonders interessant: Auch die beiden Inseln Tiran und Sanafir am Eingang zum Golf von Akaba werden zu "Neom" gehören. Ägypten hatte diese 1950 mit dem Einverständnis der Saudis besetzt, um Israel den Zugang zum Roten Meer zu blockieren. Erst im Juni dieses Jahres hatte die Regierung in Kairo beide wieder an Saudi-Arabien abgetreten.

Lange wurde über diese Rückgabe gerätselt. Nun ist der Grund klar: Teil des Projekts ist auch eine Brücke, die via Tiran über das Rote Meer bis auf das ägyptische Festland reichen und damit Asien und Afrika verbinden soll.

Zudem soll "Neom" mit einer ägyptisch-saudischen Freihandelszone im Norden der Sinai-Halbinsel verbunden sein, wo bislang ein lokaler Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" marodiert. Wie Israel auf diese Ausweitung des saudischen Machtbereichs reagieren wird, ist offen.

Wer steckt hinter dem Milliardenplan?

Die treibende Kraft hinter "Neom" ist Mohammed bin Salman, der saudische Kronprinz. Er will das Land mit der "Vision 2030" wirtschaftlich und gesellschaftlich reformieren. Um den Traum von seinem Phantasialand zu erfüllen, hat er sich Expertise aus Deutschland geholt - Klaus Kleinfeld. Der ehemalige Siemens-Chef soll es schaffen, "den lebenswertesten Ort der Welt und das künftige Handelszentrum Saudi-Arabiens" aufzubauen.

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Saudi-Arabien: Der junge, starke Mann von Riad

Der 59-Jährige Kleinfeld - früher Siemens-Chef und bis vor Kurzem Boss des amerikanischen Aluminium-Veredlers Arconic - hat offenbar kein Problem mit dem Autokraten zusammenzuarbeiten, vor dem der Bundesnachrichtendienst bereits 2015 warnte und der als Mastermind hinter dem blutigen Jemen-Krieg gilt.

Warum kam jetzt der Start?

"Neom" (sprich: "Nium") ist ein Kunstwort. Die ersten drei Buchstaben stehen für das englische Wort "new", also "neu". Der vierte Buchstabe "m" steht für den Anfangsbuchstaben des arabischen Wortes für Zukunft - "Mustaqbal". Zusammengenommen heißt das Projekt also "Neue Zukunft". Um eben die geht es Riad nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch.

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Milliarden-Projekt "Neom": Hightech statt Öl

Das Herrscherhaus sieht sich als Hegemonialmacht im Nahen Osten. Der Aufstieg des benachbarten Emirats Katar bedroht nach saudischer Auffassung diese Stellung. Die Folge: Saudi-Arabien verhängte im Sommer eine Blockade gegen Katar.

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Katar: Zwergstaat, ganz groß

Der Plan ging allerdings nicht auf. Katar trotz dem Boykott, schmiedet ein Militärbündnis mit der Türkei und auch die Geschäfte laufen weiter blendend - im Sommer kaufte der von Katar kontrollierte Klub Paris Saint-Germain Star-Fußballer Neymar für 222 Millionen. Dieser Art von Politik will Saudi-Arabien nun mit "Neom" ein Ausrufezeichen entgegensetzen.

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Katar-Krise: Operation Geldregen

Wie realistisch ist das Vorhaben?

Bis 2025 wollen die Herrscher in Riad die erste Bauphase abschließen. Bislang gibt es nicht mehr als Pläne und aufwendig produzierte Werbevideos.

Zum einen ist offen, ob es genug Menschen gibt, die den beworbenen "idyllischen Lifestyle" in "Neom" leben wollen, wo es eigene Gesetze und Steuersätze geben soll. Kronprinz Mohammed stellte im Gespräch mit Bloomberg bereits klar, dass der Konsum von Alkohol verboten sein wird.

Zum anderen bleibt abzuwarten, ob es genug Investoren gibt, um das Projekt zu realisieren. Zugesagt hat bislang der britische Unternehmer Richard Branson, Gespräche soll es zudem bereits mit Amazon und dem chinesischen IT-Riesen Alibaba geben. Auch ist fraglich, wie viel Geld der Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco bringt - dessen Erlöse dürften bei der Finanzierung der wirtschaftlichen Neuausrichtung eine zentrale Rolle spielen.

insgesamt 32 Beiträge
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123Valentino 28.10.2017
1. Ist ja ....
ok, das Klaus Kleinfeld, diese Project Schultern soll. Nur lieber Prinz aus tausend und einer Nacht, sollte Kleinfeld scheitern, nicht auf Herrn Mehdorn zurückgreifen. Mehdorn kann nicht Fliegen , kann nicht Bahnfahren. Dann wollte er noch mal ne Karre flott machen, hatte aber was mit fliegen zu tun, das kann er aber nicht.
HISXX 28.10.2017
2. Paradies
Also ich kann mir nichts schöneres vorstellen als in einer Retortenstadt zu leben, die sich ein saudischer Machthaber ausgedacht hat. Ein Land in dem Milch und Honig fließt, bzw wird einem dieses von Robotern bis an die Couch geliefert. (Wäre auch schlecht in einer Stadt einkaufen gehen zu müssen, wo man es von 9:00 bis 17:00 vor Hitze draußen nicht aushalten kann) Und sicher sind die Straßen gesäumt von Restaurants und Shopping Malls für Luxusartikel. Und arbeiten braucht man vermutlich auch nicht mehr, erledigen alles die Roboter. Nur eine bescheidene Bitte hätte ich, lieber saudischer Kronprinz: Wenige tausend Kilometer weiter östlich leben eine Million deiner Glaubensbrüder unter unsäglichen Bedingungen als Flüchtlinge in einem der ärmsten Länder der Welt. Kannst du nicht zumindest eine kleine Millarde locker machen, um denen ein bescheidenes Dach über dem Kopf zu bescheren?
hirokazu 28.10.2017
3. Super größenwahnsinnig!
Aber was solls.. Ich würde nicht gern dort leben wollen. War auch schon in Katar...Beton Glas und unerträglich heiß. Wer soll sich da in 20 bis 30 Jahren an den Strand legen? Zumindest tagsüber nur was für den Mars konzipierte Roboter! Ich glaube der Artikel wurde 100 mal kopiert, oder wie schon so oft von Bots geschrieben, es soll glaube ich heißen: diese Märchenstadt soll so viel kosten wie Polens BIP (pro Jahr), also 500 Mrd... Und nicht die Wirtschaftskraft von Polen besitzen...ach so wie so alles größenwahnsinnig und unrealistisch...was könnte man nicht alles sinnvolles mit dem ganzen Geld machen ;-) Werde diese Spinnerei trotzdem mal weiterverfolgen.
dietmr 28.10.2017
4. Unrealistisch
Wenn das Alkoholverbot nicht nur auf dem Papier stehen soll, wird das nichts ... :-)
hirokazu 28.10.2017
5. ..
Hab nochmal nachgeschaut, der BIP von Polen ist tatsächlich 500mrd Dollar. Also bitte mal berichtigen. Ist trotzdem mal ganz interessant was für ein BIP da pro Jahr (in neom) erwirtschaftet werden soll und sich die Kosten amortisieren?
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