Energiewende Experten rechnen mit weniger Kosten für Stromnetzausbau

Die Bundesnetzagentur erwartet niedrigere Kosten für den Ausbau des Stromnetzes. Laut "Financial Times Deutschland" relativiert die Behörde Berechnungen der Netzbetreiber. Diese hatten Ausgaben, die ohnehin angefallen wären, nicht berücksichtigt.

Strommasten in der Nähe von Alfhausen: Ersparnisse durch Vermeidung von Engpässen
dapd

Strommasten in der Nähe von Alfhausen: Ersparnisse durch Vermeidung von Engpässen


Frankfurt am Main - Der geplante Ausbau des deutschen Stromnetzes wird offenbar deutlich günstiger als zunächst gedacht. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Die Zeitung beruft sich auf eine Berechnung der Bundesnetzagentur. Darin werden die Kosten des Netzentwicklungsplans mit den Ausgaben verglichen, die ohnehin angefallen wären. Die Netzbetreiber gehen in ihren Berechnungen von Kosten in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr aus. Dagegen stellt die Behörde die "Gegenpositionen", die sie mit rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Auch ohne die Energiewende wären zum Beispiel die Kosten für den zunehmenden Stromaustausch im europäischen Binnenmarkt angefallen. Die Netzagentur beziffert laut "FTD" etwa die Kosten für grenzüberschreitende Interkonnektoren auf 1,8 Milliarden Euro, also 180 Millionen Euro pro Jahr. Diese Kosten seien im neuen Ausbauplan bereits enthalten. Sowieso angefallen wären auch Reparaturkosten in Höhe von 60 Millionen Euro pro Jahr an Stromtrassen, die nun aufgerüstet werden sollen.

Dazu kämen große Ersparnisse durch die Vermeidung von Engpässen. Um die Netze bei Wind stabil zu halten, müssten die Betreiber Windparks abregeln und konventionelle Kraftwerke hoch- oder runterfahren. Die Kosten dafür liegen bereits im dreistelligen Millionenbereich. Bis 2022 könnten sie ohne Netzausbau auf 800 Millionen Euro pro Jahr wachsen, schätzt die Netzagentur.

cte/dpa-AFX



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