Wechsel in die Wirtschaft Neue Jobs für Ex-Ministerpräsidenten Albig und Kraft

Wahl verloren, Job gewonnen: Die beiden abgewählten Landeschefs Thorsten Albig und Hannelore Kraft haben offenbar neue Jobs in der Wirtschaft. Albig zieht es nach Brüssel, Kraft bleibt Nordrhein-Westfalen treu.

Torsten Albig im Mai in Kiel
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Torsten Albig im Mai in Kiel


Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat gut ein halbes Jahr nach seiner Wahlniederlage einen neuen Job als Lobbyist gefunden. Der 54-Jährige fängt am 1. Januar als Unternehmensrepräsentant der DHL-Gruppe in Brüssel an. "Wir ziehen nach Brüssel", sagte Albig der Nachrichtenagentur dpa. "Ich sofort - der Rest nach den Schulferien." Albigs offizieller Titel lautet "Vice President Corporate Representation Brussels".

Albig führte von 2012 bis 2017 in Schleswig-Holstein eine Koalition aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit SSW. Die Landtagswahl im Mai 2017 verlor die SPD jedoch. Eine Woche nach der Niederlage kündigte Albig seinen Rückzug aus der Politik an.

Vor seinem Wechsel an die Spitze der Landesregierung war er Sprecher mehrerer Bundesfinanzminister und Konzernsprecher der Dresdner Bank in Frankfurt sowie zuletzt bis 2012 drei Jahre lang Kieler Oberbürgermeister.

Auch Albigs Parteifreundin, die frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hat einem Bericht zufolge einen neuen Job gefunden. Sie wird Aufsichtsratsmitglied des Steinkohlekonzerns RAG, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") unter Berufung auf Konzernkreise berichtet. Damit würde sie den SPD-Landtagsfraktionschef Norbert Römer ablösen, der sein Mandat im Aufsichtsrat niedergelegt hat.

Krafts Amtszeit läuft laut "WAZ" zunächst bis Frühjahr 2019. Danach werde eine Wiederwahl erwartet.

Nach der verlorenen Landtagswahl im Mai hatte sich Kraft zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Ende 2018 schließen die letzten beiden RAG-Bergwerke im Ruhrgebiet. Danach soll sich der Konzern um die Umnutzung und den Strukturwandel der ehemaligen Bergbaugebiete kümmern.

stk/dpa/AFP



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